
Die Großmeister des Tempel-Ordens
Die Ritter, von denen die Stiftung des Ordens ausging, waren Hugo von Payens und Gottfried von St.Omer. Beide sind die Stifter des so berühmten Templer-Ordens im Jahre 1118.
Mit diesen beiden kriegerischen und der Sache Christi eifrig ergebenen Männern verbanden sich in demselben Jahre noch sechs andere Ritter:
Roral (Roval, Roffall), Gottfried Bisol, Payens von Montdidier, Archembald von St. Amand, Andreas von Montbarry (der Oheim des Bernhard v. Clairvaux), Gundemar.
Die acht Ritter, sämtlich Franzosen, stifteten also einen Verein zum bewaffneten Schutz der Pilger im Heiligen Land.
Hugo de Payens, der ein Verwandter des Grafen Hugo de Champagne war, bewog ihn, im Jahre 1125 als neunter Ritter des Vereins beizutreten. Dadurch gewann diese Verbindung ein sehr hohes Ansehen beim Adel.
Graf Hugo de Champagne stammte aus einem alten, erlauchten, mächtigen und reichen Geschlecht. Als Besitzer der Gegend von Troyes hatte er Clairvaux nebst Umgegend an Bernhard v. Clairvaux abgetreten.
Bernhard v. Clairvaux, ein Zisterzienser-Abt (Der heilige Bernhard), schrieb in einem Brief an ihn: „Da Graf Hugo diesen Schritt nur aus Liebe zu Gott getan habe, so werde Gott auch seiner niemals vergessen“.
König Balduin von Jerusalem (Balduin von Boulogne) bat Abt Bernhard (Zisterzienser), für die Tempelritter eine Ordensregel abzufassen, durch welche sie auf immer zur Beschirmung des Heiligen Landes verpflichtet wurden.
Zusätzlich wurde Abt Bernhard auch vom Konzil zur Abfassung einer Ordensregel beauftragt, daher haben die templerischen Statuten eine grosse Ähnlichkeit mit derjenigen der Zisterzienser.
Die von Bernhard abgefasste Ordensregel nennt man die trecensische, sie wurde im Laufe der folgenden 180 Jahre immer mehr abgeändert bzw. ergänzt, aber auch vieles ausgelassen.
Dass die Hauptbestimmung des Ordens, die Beschützung der Pilger und die immerwährende Verteidigung des Heiligen Landes gegen die Ungläubigen nach Bernhards Tod nicht mehr erwähnt wird bezeugt, dass diese Regel (Schutz der Pilger) nicht mehr Bestandteil der ursprünglichen trecensischen ist, sondern in einer Zeit geschrieben wurde, in welcher der bereits vornehme Tempelherr die Begleitung der Pilger von seiner Seite aus für unpassend erachtete und auch der Verteidigung des gelobten Landes überdrüssig war. Dies zur Einleitung.
Die 23 Grossmeister des Tempelordens
Gehe zu:
Hugo de Payens .
Robert von Craon .
Eberhard von Bar .
Bernhard von Tremelay .
Bertrand von Blancfort .
Philipp von Naplus .
Otto von St. Amand .
Arnold von Toroge .
Gerhard von Ridefort .
Graf Walther von Spelten .
Robert von Sablé .
Gilbert Roral (Erail) .
Terricus .
Philipp du Plessis .
Graf Wilhelm von Chartres .
Armand de Périgord .
Richard de Bures .
Guillaume de Sonnac .
Renaud de Vichiers .
Thomas Bérard .
Guillaume de Beaujeu .
Thibaud Gaudin .
Jacques de Molay
1
1128 – 1136
(der TO wurde erst mit Bestätigung des Konzils von Troyes als solcher anerkannt, und Hugo de Payens vom Papst als GM bestätigt.
Wie schon erwähnt, war Hugo de Payens mit dem Hause des Grafen de Champagne verwandt und wuchs in Troyes auf.
Als er vom Konzil von Troyes als Grossmeister bestätigt wurde, reiste er mit mehreren Brüdern in Ordens-Angelegenheiten nach Frankreich, England und Spanien. Er fand freundliche Aufnahme und Unterstützung, namentlich von Heinrich I. aus England,
Er warb im Namen von Balduin I um Unterstützung und Hilfe für das Heilige Land. Insbesondere durch die Empfehlung durch Abt. Bernhard schlossen sich sehr viele Ritter an und zogen das Ordenskleid, einen weissen Mantel über.
Selbst nach Deutschland drang sein guter Ruf von dieser verdienstvollen Stiftung, denn Kaiser Lothar II. überlies dem TO im Jahre 1130 einen Teil der Grafschaft Supplinburg im Braunschweigschen, woraus später eine bedeutende Komturei erwuchs,
Auch der Graf von Barcelona, Raimund Berengar, trat um 1130 in den TO ein und unterstützte ihn mit reichen Gaben. Da der TO auch die Verpflichtung übernahm, die Grenzen Aragoniens gegen die Mauren zu schützen, erhielt er von den Königen Aragons im Laufe der Jahre sehr viele Ländereien.
Der König von Navarra und Aragonien, Alfons I., kinderlos und alt, setzte die Hospitaliter, die Templer und die Stiftsherren des Heiligen Grabes (1131) zu Erben seines Landes ein.
Hugo war zu diesem Zeitpunkt bereits mit 300 Rittern aus den edelsten Familien des Abendlandes (Templer!) nach Syrien zurückgekehrt (1129) und nahm an der Belagerung von Damaskus teil. Seine erste kriegerische Unternehmung endete in einem Fehlschlag, das gesamte christliche Heer des König Balduin II erlitt eine grosse Niederlage, da er sich u.a. auf einen Beistand durch die Assessinen verliess, der aber nicht erfolgte. Hier lag die Ursache der über hundert Jahre dauernden Feindschaft der Templer gegenüber den Assessinen, die zu einem späteren Zeitpunkt tributpflichtig wurden.
Was zeichnete einen Tempelritter zu dieser Zeit besonders aus? Im TO gab es kein Ansehen der Person, nicht der Vornehmste, sondern der Beste wurde am höchsten geachtet. Sie gingen liebreich und achtungsvoll miteinander um. Jedes ungebührende Wort, jedes Fehlen von Respekt gegenüber einem anderen Tempelbruder (ja, sie waren Ritter und eine Brudergemeinschaft) blieb nicht ungeahndet,
Zogen sie in den Kampf, so war ihre innere Rüstung der Glauben und die äußere aus Eisen. Sie schmückten sich nicht mit goldenem Tand oder Zierraten, um den Feinden nicht Gier nach Beute, wohl aber Furcht einzujagen. Sie liebten starke, schnelle und nicht schön gezierte Rosse (jede Darstellung von Tempelrittern auf geschmücktem Pferd oder geschmücktem Umhang entspricht nicht der damaligen Realität).
Die Sanftmut der Mönche und die Tapferkeit der Ritter war ihr Wesen, dargestellt auf ihrem Siegel, 2 Ritter auf einem Pferd – nicht wie fälschlicherweise aus Armut (jedem Ritter standen 3 Pferde zu) sondern als Metapher und Symbolik für ihr Wesen.
Als im Jahre 1136 die Grafschaft Tripolis (einer der 4 Kreuzfahrerstaaten) von den Sedschuken hart bedrängt wurde erlitt das christliche Heer unter dem unfähigen Grafen Fulco (König Balduin II) eine so verheerende Niederlage, dass der König mit den letzten überlebenden 18 Tempelrittern fliehen musste. Der ehrwürdige Grossmeister Hugo de Payens erlitt auf dem Schlachtfeld den Heldentod, den er einer schmachvollen Flucht vorgezogen hatte. Dies wurde ab sofort Grundsatz für den Orden und jeden Tempelritter: Heldentod einer schmachvollen Flucht vorziehen.

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1136-1148
Nachdem die 18 übrig gebliebenen Templer aus jenem unglücklichen Kampf nach Jerusalem zurückkamen, trafen sie alsbald die Wahl eines neuen Meisters. Die fiel auf den Ritter Robert de Craon. Er trug den den Beinamen „Der Burgunder“
Er war der Sohn Renards II, Herrn von Craon im Herzogtum Anjou – damals Niederlande, Abt Bernhard gab die Empfehlung, ihn zum GM des Ordens zu benennen.
Seine erste Feuerprobe bestand er mit seinen Tempelbrüdern, als er mit Kaiser Johannes von Griechenland im April 1138 gegen Cäsarea zog, welches nach harten Kämpfen erobert wurde. Die darauf folgenden unablässigen Kämpfe entzogen dem Orden viele Streiter, doch fehlte es nie an reichlichem Ersatz von hochadligen, reichen und tapferen Mitgliedern, sodass sich die Besitzungen des Ordens so vermehrt hatten, dass bereits Frankreich, Aragonien und die Provence besondere Meister oder Großpräzeptoren hatte.
Viele Stiftungen von Burgen, Gotteshäusern und sogar Klöstern gingen in den Besitz des TO über. Verhassten Anverwandten das Erbe zu entziehen, bewog so manchen „Spender“, dieses dem TO zu überschreiben,.
Wie in Spanien gegen die Mauren, so kämpften die Templer in Syrien immerwährend gegen die Sarazenen – aber die Altersschwäche des Königs raubte der Kriegführung die Nerven. Der König selbst war kriegsmüde und wankelmütig in seinen Entscheidungen, was immer wieder zur Erstarkung der Muslime führte.
Am 9. November 1143 starb König Fulco (Balduin II) – es folgte sein Sohn, Balduin III Es herrschte Waffenruhe in Syrien und im heiligen Land. Früher waren die christlichen Streiter ständig bemüht, die Muslime durch Angriffe zu beunruhigen und einzuschüchtern, um das Reich zu erweitern. Die jetzt eingetretene Friedenszeit liess die Barone und Ritter verweichlichen, jedermann strebte nach Herrschaft und Besitztum, niemand suchte mehr den Kampf als nur die geistlichen Ritter, die Templer und Hospitaliter,
Zu dieser Zeit hatten die Templer 400 Ritter zu Jerusalem – sie mussten jetzt ständig die Fehden der christlichen Barone untereinander schlichten. Längst war der Feind nicht mehr der Muslime, sondern der eigene christliche Nachbar auf dessen Burg und Landbesitz. Es gab keinen Zusammenhalt mehr zwischen den Baronen und Fürsten der 4 Kreuzfahrerstaaten (Jerusalem, Antiochia, Edessa, Tripolis) und diese Schwäche und mangelnder Zusammenhalt führte zum Untergang und Verlust des ältesten Kreuzfahrerstaates Edessa am 13. Dezember 1144.
Der Fall Edessas erregte das Abendland, vornehmlich Frankreich. Viele französische Ritter nahmen das Kreuz, um diese Schmach zu tilgen.
König Ludwig von Frankreich erkannte sehr bald , dass der Untergang der Grafschaft Edessa ein „hausgemachter“ war, verschuldet durch die PULLANEN. (Pullanen nannte man die im heiligen Land geborenen Nachkommen der christlichen Ritter und der deren Familien. Sie waren gegenüber den Neuankömmlingen aus dem Abendland „Einheimische“ und sahen im ständigen Eintreffen immer neuer Ritter und Pilger eine Einmischung in ihre innere Angelegenheiten)
Die Pullanen waren die „amtierenden“ Grafen und Fürsten der Kreuzfahrerstaaten, sie waren argwöhnisch gegen jede Einmischung – unentschlossen, falsch, eifersüchtig, verräterisch und stets mit den Muslimen gegen die Christen verbündet – das verhinderte jede tüchtige Kriegführung und war der vorauseilende Untergang.
Bernhard v. Claivaux rief leidenschaftlich zu einem 3. Kreuzzug auf, Papst Eugen III. nahm regen Anteil an der Bewegung der frommen Gemüter. Mit eigenen Augen wollte er das Werk des christlichen Geistes schauen, das sein grosser Lehrer Bernhard (Papst Eugen III war ein Zisterziensermönch, von Bernhard gefördert) in die Herzen der Gläubigen verpflanzt hat.
Am 20. April 1147 feierte der Papst in der Kathedrale St. Denys zu Paris unter ungeheurem Zulauf das Osterfest. An diesem Tage erlaubte er dem Tempelorden bzw. seinen Rittern, auf deren bisher weißen Mänteln nun das rote (Tatzen)Kreuz der Stiftsherren des Heiligen Grabes zu tragen, damit sie dadurch vor allen anderen Kreuzfahrern ausgezeichnet würden.
Die Engländer führten ein weisses Kreuz, die Ritter aus Flandern ein grünes Kreuz.
Im Mai 1147 zog das deutsche Kreuzheer aus dem Lager bei Regensburg durch Ungarn in das gelobte Land. Die edelsten Ritter und Fürsten nahmen daran teil:
König Konrad, der Bischof von Freising, die Herzöge Heinrich von Bayern und Friedrich von Schwaben – sowie die ganze Blüte der deutschen Ritterschaft. In Franken, Bayern und Schwaben blieben nur wenige Ritter zuhause.
Das Heer bestand aus 70.000 geharnischten Rittern, ohne die leicht bewaffneten Reiter und ohne das Fußvolk.
Allein der byzantische Kaiser Manuel, der verschlagene und hinterhältige „Grieche“ fühlte sich durch diese Machtdemonstration in seiner Position als „Platzhirsch“ gefährdet. So liess er zu, dass das Heer des Abendlandes hinterhältigst von grossen Streitkräften der Petschenegen und Kumanen aus dem Hinterhalt angegriffen wurde und dadurch die deutschen und französischen Ritter zum grössten Teil ihr Leben verloren.
König Conrad sah kaum mehr als 10% seines einst so grossen Heeres in Nicäa ankommen, die übrigen waren umgekommen, gefangen, versprengt oder reisten enttäuscht vom byzantischen Kaiser in ihr Land zurück.
Als das Heer im Januar 1148 in einen Hinterhalt der Türkischen Sedschuken geriet, erlagen weitere angesehene Ritter den türkischen Pferden mit ihren leichten, nur mit Bogen bewaffneten Angreifern. Gegen die Pfeile der Türken waren die schwerfälligen Ritter geradezu hilflos.
König Ludwig vertraute auf den Rest des Templerheeres und beauftragte den Templer Gislebert, 500 der tüchtigsten Ritter (darunter 130 Templer – alle anderen waren gefallen) ,als Vorhut in die Schlacht zu ziehen.
Der König selbst führte das verbleibende, grössere Heer, wobei er streng nach den Anweisungen des Templer Gislebert vorging und willig gehorchte.
Die türkischen Sedschuken waren in 5 facher Mehrzahl und sich eines weiteren Sieges sicher und provozierten die abendländischen Ritter, in dem sie ihre Turbane ablegten, um zu zeigen, dass sie sich hier unbesiegbar fühlten. Das erzürnte die französische Ritterschaft so sehr, dass sie mit grossem Zorn in den Kampf zogen und das Heer der Türken aufrieben, nur wenigen gelang die Flucht.
Im Hafen von Attalia spielte der byzantinische Kaiser Manuel ein weiteres mal falsch und stellte die versprochenen Schiffe zur Überfahrt nach Antiochien nicht zur Verfügung.
Die Unternehmung dieses Kreuzzuges wurde durch diese Falschheit des Griechen vereitelt, der auf keinen Fall wollte, dass die abendländischen Christen im Orient Fuss fassen.
Selbst zu Jerusalem waren die abendländischen Ritter nicht willkommen. Es hatte sich mittlerweile ein eigener Adel gebildet und die „Syrischen Barone“ sahen die Abendländler als Störenfriede, die ihre Geschäfte mit den Muslimen beeinträchtigten.
Um überhaupt irgendeine positive „Tat“ zu vollbringen, erwog König Conrad über den Euphrat zu ziehen und den verlorenen Kreuzfahrerstaat Edessa zurückzuerobern. Er geriet in Streit mit den syrischen Baronen, die lieber Askalon oder Damaskus als Eroberung sahen.
König Balduin und der Patriarch von Jerusalem konnten mit Hilfe der Templer König Conrad dazu gewinnen, sich für die Belagerung von Damaskus zu entscheiden. Noch bevor das Heer dazu aufbrach, starb der Grossmeister der Templer, Robert von Caron.
Während der Belagerung von Damaskus wurde als Nachfolger Eberhard von Bar, der bereits die Templer furchtlos in früheren Schlachten anführte, zum Grossmeister ernannt.
Der Meister von Frankreich, Eberhard von Bar, war ein würdevoller und angesehener Mann, von Papst und König geehrt. Er wurde von Bernhard protegiert und auch (nach dem Tod von Robert v. Craon) zum neuen Grossmeister vorgeschlagen.

3
1148-1149
Eberhard von Bar gehörte bereits als Meister von Frankreich dem Ordensrate, mithin auch dem Konvente oder Ordensrat an, zu welchem alle Großwürdenträger zählten, und welcher sich stets in Syrien um den Großmeister* befand. Er war der Liebling des Bernhard v. Clairvaux.
- die Großmeister des TO wurden zu dieser Zeit NICHT in Frankreich gewählt, sondern alle waren in Syrien ansässig und wurden dort von der Ritterschaft gewählt.
Eberhard von Bar erkannte sofort, dass der Tempel Orden in Syrien eine ganz andere Richtung einzuschlagen begann, als es dem Abt Bernhard und dem Orden in Frankreich vorschwebte.
Ja, es begann bereits eine Entartung des Tempel-Ordens, sodass bereits eine tiefe Kluft zwischen Grossmeister und dem Konvent lag. Eberhard von Bar wollte im Geiste des grossen Bernhard v. Clairvaux diesen Orden führen, sah aber, dass dieser Orden bereits die mächtigen Könige des Abendlandes in seinem eigenen Interesse und im Interesse der mit ihm verbündeten Barone benutzte.
Deshalb waren auch die Templer dafür, nach Damaskus zu ziehen, weil sich Barone und Templer darin einig waren, das abendländische Heer weg von Jerusalem, weg von den Pilgerstrassen zu nehmen. Sie sahen in den abendländischen Pilgern Leute, die ihnen ihre Besitzungen schmälern, Kriege und Unruhen auslösen und damit ihre herrschsüchtigen Pläne durchkreuzten. Schon lang hatten sie Verträge mit den muslimischen Herrschern geschlossen, von denen beide profitierten. Der ständige neue Aufmarsch von abendländischen Rittern störte die wirtschaftliche Beziehungen, die sowohl die Templer als auch die syrischen Barone mit den muslimischen Herrschern eingingen,.
Um diese „Abendländler“ los zu werden und um wieder Waffenruhe einkehren zu lassen, rieten Templer und Barone zur Belagerung von Damaskus, wohl wissend, dass dies für das abendländische Heer ein Himmelfahrtskommando wird.
Anar, der türkische Befehlshaber von Damaskus hatte bereits durch Verrat vom Anritt des abendländischen Heeres lange Zeit voraus erfahren und treffliche Vorkehrungen zur Verteidigung der Stadt getroffen.
Die abendländischen Ritter trafen auf einen gut vorbereiteten Gegner. Die Templer selbst hatten (ohne das davon ihr GM Eberhard von Bar etwas ahnte - sie waren das leitende Konvent) bereits mit Anar einen Vertrag geschlossen, gegen Zahlung einer bedeutenden Geldsumme, das Heer zum Rückzug zu bewegen.
Sowohl König Ludwig als auch Graf Dietrich von Flandern waren dazu nicht bereit. Sie verließen sich jedoch auf die (verräterischen) Ratschläge der Templer, ihr festes Lager, wo es ihnen weder an Lebensmitteln noch Wasser fehlte, zu verlassen und auf die andere Seite von Damaskus zu ziehen.
Diese Seite war unfruchtbar, ohne Wasser und wohl befestigt – das war Teil der Vereinbarung zwischen Templer und Anar.
Zu spät erkannten die beiden Könige, dass sie einen Fehler begangen haben und wollten zurück auf ihren früheren Lagerplatz. Der war aber bereits von den Kriegern Anars besetzt und in fester Hand.
Es führte zu einem schändlichen Rückzug – Damaskus blieb unerobert.
Für den König von Frankreich endete dieser Kreuzzug noch schlimmer. Seine Gemahlin Eleonore betrog ihn nicht nur mit einem seiner engsten Freunde und Ritter. Als er nach Frankreich zurückkehrte verstieß er sie, was zu einem folgenschweren Krieg zwischen Frankreich und England führte. Eleonore von Aquitanien heiratete später König Heinrich II von England, worauf dieser Anspruch auf die Ländereien Aquitaniens erhob.
König Balduin von Jerusalem war mit dem Verfahren der Templer sehr zufrieden, hatten sie ihm doch die „Abendländler“ vom Hals gehalten und er konnte nach deren Abzug wieder seine alten Geschäfte mit den Muslimen aufnehmen. Zum Dank erhielten die Templer das Städtchen Jadres, 3 Stunden von Jaffa entfernt. Die im Lande neu erstellten Burgen wurden allesamt den Templern anvertraut.
Diese Ereignisse vor Damaskus mussten jedes rechtliche und wahrheitsliebende Gemüt gegen die syrische und templerische Ritterschaft einnehmen.
Der Grossmeister Eberhard zürnte daher sehr mit seinem Konvente. Ein solches Benehmen bei einer zum Wohle des Reiches Jerusalem geplanten Unternehmung missfiel ihm sehr und verleidete ihm seine hohe Stellung im Orden.
Er hatte im heiligen Land genug gesehen, um zu der Erfahrung zu kommen, Aufrichtigkeit, Treue und Recht sei nicht Sache der Pullanen, aber auch nicht der syrischen Templer. Auch der Konvent, der Mittelpunkt und die Ordensleitung, sei bereits entartet und der Tempelorden sei nicht mehr das, was namentlich Bernhard v. Clairvaux von ihm halte.
Mit einem solchen Konvente wollte der Großmeister nichts zu tun haben. Er bereute es, das Oberhaupt dieses Ordens zu sein und er kehrte mit König Ludwig, dessen Achtung er als Schuldloser niemals verloren hatte, nach Frankreich zurück, begab sich zu seinem Gönner Bernhard v. Clairvaux, berichtete ihm von dem Gange jener Ereignis und entsagte mit seiner Bestimmung dem Großmeistertum, trat aus dem Orden aus und ging, in den Zisternzienser Orden, namentlich in das Kloster von Clairvaux.
Der Austritt des Grossmeisters Eberhard von Bar bezeugte dessen Unschuld und des Konvents Schuld.
Die Templer in Frankreich wollten dieses Ausscheiden Eberhards nicht gerne sehen und versuchten, seinen Entschluss zu ändern. Dem syrischen Konvent war das ganze sehr recht, denn Eberhard liess sich nicht umstimmen.
Zu Clairvaux im Zisterzienserkloster des hlg. Bernhard lebte er still in Ausübung seiner klösterlichen Pflichten – er starb am 25. November 1174, er lebte also lange genug, um aus den nachfolgenden Ereignissen im Tempelorden immer mehr die feste Überzeugung zu gewinnen, dass er die Niederlegung des Grossmeistertums nicht zu bereuen habe.
Der bernhardinische Geist wich immer mehr von den Tempelbrüdern – zumindest von denen, die in Syrien lebten.
Sehr schnell hatte auch Bernhard v. Clairvaux begriffen, dass sein Kreuzzug, den er 1147 leidenschaftlich ausrief und der dem Tempelorden das Tragen des roten Tatzenkreuzes erlaubte, durch die von ihm so geförderte Templerschaft vereitelt wurde.
Er liess es nicht an einem Strafschreiben an das syrische Konvent fehlen – seine Stellung als Förderer des Ordens wurde sehr unbehaglich, da man nun generell den Templern die Schuld für das Misslingen des bisher grössten Kreuzzuges gab (mit Recht).
Vergeblich versuchten Bernhard und Abt Suger einen neuen Kreuzzug zustande zu bringen – die Vorzeichen ließen ahnen, dass die christliche Herrschaft in Syrien nicht auf Dauer gehalten werden konnte.
Die Macht der Türken stieg immer mehr, Unglück auf Unglück traf das Reich Jerusalem und jetzt fürchteten die Pullanen, die syrischen Barone, das von ihnen verschuldete Strafgericht Gottes.
Schon kurz nach Rückkehr des Eberhard von Bar nach Frankreich, starb am 29. Juni 1149 Fürst Raimond von Antiochien ( einer der syrischen Barone) mit seinem ganzen Heer im Kampf gegen den siegreichen Nurredin.
Am 3. Mai 1150 geriet Graf Joscelin von Edessa ( ebenfalls ein syrischer Baron), in die türkische Gefangenschaft, in welcher er 1158 starb. Die ganze Grafschaft rund um Edessa fiel in Nurredins Hände – die Templer mussten machtlos zusehen.

4
1151-1153
Die Familie Tremelay stammt aus der Gegend von Lyon. Die Geschichte beschreibt ihn als tapferen Mann, der damit anfing, Gaza noch stärker befestigen zu lassen.
Doch Tapferkeit allein half weder dem Orden, noch dem Heiligen Lande, denn Unfrieden und Eifersucht brachen immer heftiger unter den großen Baronen und Körperschaften des Reiches aus.
Auf einmal waren nicht mehr die Muslime der größte Feind, nein, die Christen bekämpften sich untereinander und gingen sogar Komplotte und Bündnisse mit den Muslimen ein, um den anderen christlichen Baron zu berauben und zu stürzen.
Selbst König Balduin, dessen Mutter die Vormundschaft über ihn und das Reich hatte, bis er volljährig war, konnte seinen Thron nicht ohne Kampf einnehmen. Er führte Krieg gegen seine eigene Mutter, Königin Melisende, bis diese aufgab und sich nach Naplus ins Exil begab.
Doch die Zwietracht hörte nicht auf … seine Mutter erschwerte ihm das Regieren sehr, da sie viele Sympathisanten am Hofe ihres Sohnes hatte und dadurch sehr viele Unternehmungen vereitelte.
Von Damaskus zog ein muslimisches Heer nach Jerusalem. Hätte ihr Heerführer, Fürst von Maredin, nicht gezögert, den Angriff gleich zu unternehmen, die Stadt wäre schon 1152 gefallen. So konnten die in Jerusalem anwesenden Hospitaliter und Tempelritter des Nachts einen Ausfall wagen und schlugen die Feinde in die Flucht (22. November 1152).
Zum ersten mal seit langer Zeit gewann ein christliches Heer wieder eine grosse Schlacht und erweckte in den Christen den Gedanken, den Kampf gegen die Ungläubigen jetzt endlich wieder aufzunehmen (was seit Jahren nicht mehr geschehen war, da es nur um Besitzungen ging, die verhandelt wurden)
Am 24. Januar 1153 stand ein stattliches christliches Heer vor Askalon. Die Stadt lag am Meer, die Mauern waren fest, die Türme hoch und gewaltig, an Wasser kein Mangel.
2 Monate wurde die Stadt von dem Christenheer belagert. – ein gewaltiger Belagerungsturm aus Holz wurde erbaut, um die Stadt nun endgültig zu erobern.
Bogenschützen und Steinschleuderer bedrängten die Stadt der Sarazenen hart, konnten sie aber nicht erobern. Die Seeseite konnte nicht gesperrt werden, von der bekamen die Belagerten die notwendigen Nahrungsmittel und Waffen zur Verteidigung.
Man gedachte die Belagerung aufzuheben, da die Sarazenen den Belagerungsturm in Brand schossen. Aber das Feuer wurde durch den Wind über die Mauer in die Stadt geweht und es kam zu einer Brandkatastrophe. Als man am nächsten Morgen die riesige Bresche sah, die das Feuer geschlagen hatte, wollte das gesamte christliche Heer in die Stadt ziehen.
Der Grossmeister Bernhard von Tremelay, gierig nach der reichen Beute dieser Stadt, da nach damaligen Brauch das, was jemand in einer erstürmten Stadt in Besitz nahm, ihm und seinen Erben zu eigen blieb, drang sogleich in die Bresche ein. Er verwehrte mit seinen 400 Tempelrittern jedermann den Eingang, obgleich 20.000 feindliche Streiter ihm entgegenstanden.
Die anfangs weichenden Sarazenen sahen bald, dass nicht das ganze Christenheer eingedrungen sei, sie umzingelten die tollkühnen Templer, erschlugen sie samt dem Großmeister und hängten ihre Leichnahme in der Bresche auf und versperrten diese mit großen Balken.
Da sank der Kreuzfahrer Mut – sie beschlossen die Belagerung aufzuheben, doch die Hospitaliter wollten diese fortsetzen. Sie erhofften sich durch diese Tat den Segen des Papstes, der ja bisher den Tempelorden dem der Hospitaliter vorzog. Tatsächlich wurde dann die Stadt am 19. August 1153 erobert.
Das Verhalten des Grossmeisters Bernhard von Tremelay zeigt uns wiederum, wie sehr der Orden bereits von dem einfachen, mäßigen Sinne seiner Stifter abgewichen war. Die Gier nach dem Besitze dieser Stadt, verleitete hier die Templer zu einem unbedachtsamen, unglückseligen Unternehmen.
Askalon war so reich, dass sich das ganze Heer, einschließlich der tapferen Hospitaliter, einer überaus großen Beute erfreute. Allein die Habsucht der Templer, die ganze Beute ohne redliche Teilung nach Kriegsgebrauch zu übernehmen, beschmutzte den Namen der Templer um ein weiteres mal.
Der heilige Bernhard, der am 20. August 1153, also einen Tag nach Eroberung von Askalon starb und die Schmach des Ordens nicht mehr erfuhr, hatte bereits zuvor einen Brief an seinen Onkel und Tempelmeister Andreas von Montbarry geschrieben, aus welchem hervorgeht, dass er mit dem Orden nicht mehr zufrieden war und dessen Habsucht ihn anwiderte.
Die Templer selbst nahmen entgegen ihrem gewählten Namen „Arme Ritter Christi vom Tempel Salomons“ nur noch Mitglieder aus den edelsten und reichsten Familien für reiche Mitgabe auf.
Als z.B. im Jahre 1152 Peter Atarius, Besitzer von Borgia in Aragon starb, erhielten der TO kraft seiner testamentarischen Verfügung mehrere Besitzungen.
Aber auch in Sizilien, England und Italien genoss der TO den Vorteil sehr vieler Schenkungen und wurde in diesen Ländern sesshaft.

5
1154-1165
Mit Bernhard von Tremelay war in der Bresche von Askalon auch der ganze syrische Konvent der Tempelritter umgekommen – so ergab sich die Chance für einen neuen Anfang.
Ritter Bertrand von Blancfort wurde vom Papst 1154 als neuer Großmeister bestätigt. Wilhelm von Tyrus, der eine Art Geschichtsschreiber dieser Tage war, bezeichnete ihn als einen gottesfürchtigen Mann.
Dessenungeachtet sehen wir den Orden nach dem Tod von Bernhard eine Bahn betreten, die Stolz und Habsucht zum Geleite hat, so dass Johann von Salisbury beim damaligen Papst, Hadrian IV (1154-1159) , welcher bereits so manchen Missbrauch in der Kirche abstellte, aber gerade bei den Templern eben das nicht tat, energisch gegen das Verhalten der Templer protestierte.
Der „Beruf“ des Ordens wäre der eines kriegerischen Vereins, der keine christlichen Werte mehr kenne und pflege.
Die fortdauernde Zwietracht unter den syrischen Großen ruhte nicht und half den Sarazenen wieder zu alter Stärke. Nach dem Verlust von Askalon befürchtete der syrische Sultan Nureddin, dass er auch Damaskus verlieren könnte, da der dortige Fürst Modschireddin mit den Christen paktierte, um dessen Herrschaft zu brechen.
(Wie bei den syrischen Baronen waren sich auch die Muslime in ihrer Ausrichtung nicht einig und bekämpften sich gegeneinander)
Aber er machte sich unnötig Sorgen, da mittlerweile Fürst Raimond gegen den Patriarchen von Antiochia zog und dort so wütete, dass der Patriarch nach Jerusalem flüchten musste. (Christen gegen Christen)
Zwischen den Hospitalitern und den Bischöfen des Reiches Jerusalem entstand heftiger Streit , über die Abgabe des Zehnten – die Johanniter hatten wie die Templer eine „Zehntfreiheit“, die aber von den Bischöfen nicht anerkannt wurde.
Diesen Streit gewannen die Hospitaliter und das machte sie wie die Templer sehr übermütig, da sie ihr Machtpotential unter Beweis stellen konnten. Beide Ritterorden trachteten letztendlich nur nach Macht und Reichtum und liessen sich so manche Übeltat zu Schulden kommen.
In Ägypten versuchte im Jahre 1155 Emir Abbas die Macht an sich zu reissen, was ihm nicht gelang. Er tötete zwar den Kalifen Dafer, musste dann aber mit seiner gesamten Familie fliehen – er nahm aber den grössten Teil des Staatsschatzes mit. Unglücklicherweise für ihn fiel er auf seiner Flucht einer Schar christlicher Ritter in die Hände, die unter der Führung der Templer standen. Er konnte zwar mit seinem Sohn Nasireddin fliehen, musste aber den Schatz zurücklassen.
Somit fiel dieser Riesenschatz aus Ägypten in die Hände des Tempelordens. Er war von unermesslichen Wert und machte den Orden in Syrien reicher, als es alle Barone zusammen waren.
Da nun Nasireddin von den Sarazenen nichts Gutes mehr zu erwarten hatte, so erklärte er, zum Christentum übertreten zu wollen. Er lernte eifrigst die lateinische Sprache und die Anfangsgründe der christlichen Religion, um sich durch solchen Übertritt Schutz vor seinen Feinden zu erkaufen.
Allein die Templer fürchteten dadurch, dass sie u.U. einen Teil der erbeuteten Schätze herausgeben mussten – andererseits boten die von Nasireddin und seinem Vater Abbas bestohlenen ägyptischen Emire für die Auslieferung des Flüchtlings an sie grosse Summen.
Fazit: die habgierigen Templer verkauften den unglücklichen Nasireddin (1158) für 60.000 Goldgulden an seine rachsüchtigen Feinde. Sie übergaben ihn, in einem eisernen Käfig gesperrt auf einem Kamel verfrachtet nach Ägypten, wo er im wahrsten Sinne des Wortes zerhackt wurde.
Zur Ehre des Grossmeisters Bertrand von Blancfort muss aber gesagt werden, dass sich dieser zu jener Zeit in türkischer Gefangenschaft befand und keinen Einfluss auf dieses Handeln der Templer hatte. Das Konvent der Templer bestimmte zu dieser Zeit die Politik des Ordens.
Bertrand von Blancfort geriet bei einem Kampf gegen Nurredin in Gefangenschaft, als er mit dem König von Jersualem, Balduin, in der Nähe von Tiberias in einen Hinterhalt geriet.
87 Templer, Bertrand , Baron Hugo von Ibelin und des Königs Marschall Otto von St. Armand (der nachfolgende GM) gerieten in Gefangenschaft. Sie wurden in den Strassen von Damaskus „vorgeführt“, die Köpfe der Erschlagenen wurden auf die Fahnen der Ritter gespiesst, welche diese durch die Stadt tragen mussten.
Das war eine sehr grosse Schmach für die Templer und die syrische Ritterrschaft. Während der Gefangenschaft des Bertrand von Blancfort führte der Drapier des Ordens, Walter Fucherius als Großkomtur die Leitung des Ordens.
Nurredin, der Damaskus / Sunniten* jetzt sicher in seiner Macht hatte, erkrankte. Das erlaubte den syrischen Grafen, im Umland von Damaskus einige Städte zu plündern, darunter auch Cäsarea. (Es ging hin und her – einmal eroberten die syrischen Barone Ländereien der Muslime, dann schlugen diese zurück und eroberten diese von Neuem usw.).
Jetzt brachen aber die Ägypter /Schiiten* in das Heilige Land ein.
- Sunniten (Damaskus) und Schiiten (Ägypten) waren schon kurze Zeit nach dem Tod Mohammeds verfeindet – genauso wie heute. Das konnten die Templer und die syrischen Barone lange Zeit ausnutzen und die beiden Mächte gegeneinander ausspielen, in dem sie einmal mit diesem und einmal mit jenem paktierten und Verträge gegen den anderen schlossen. --- Bis Saladin beide Kalifate einigte und gemeinsam gegen die Christen vorging.
Die Ägypter verwüsteten das Land bis Gaza und Askalon. Auch Nurredin rüstete nach Genesung wieder zum Kriege. Am 15. Juli 1158 entbrannte zwischen Nurredin und dem Königreich Jerusalem ein harter Kampf, den das christliche Heer gewann. Kaiser Manuel aus Byzanz erschien ebenfalls mit grossem Heere auf dem Kriegsschauplatz – was wiederum den syrischen Baronen nicht passte, da sie befürchteten, der Kaiser von Byzanz übernehme ab sofort die Oberhoheit über das Heilige Land. Sie fürchteten um ihre Besitztümer und Privilegien.
Der König von Jerusalem unterwarf sich demütigst dem Kaiser von Byzanz. Dieser enthielt sich des Krieges mit Nurredim, unterhandelte mit ihm einen Waffenstillstand und begehrte die Freilassung der Gefangenen 87 Templer. So kehrte Bertrand von Blancfort im Jahre 1159 aus der Gefangenschaft zurück, nicht durch die Hilfe der syrischen Barone, nicht durch die Hilfe des Königs von Jerusalem, sondern durch die Hilfe des byzantinischen Kaisers.
Der Orden in Europa breitete sich zu diesem Zeitpunkt immer weiter aus. 1158 erhielten die Zisterzienser Calatrava in Spanien, wo bald darauf der Orden gleichen Namens gestiftete wurde.
Schon 1130 stand diese Stadt unter dem Schutz der Templer, bis sie der Orden von Calatrava übernahm. (Man könnte sagen, es gab 2 ganz unterschiedliche Tempelorden, einen abendländischen und einen orientalischen. Keiner hatte mit dem anderen wirklich etwas gemeinsam)
Auch in Italien fasste der Orden Fuss. Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) gab dem Orden viele Besitztümer rund um Mailand.
König Ludwig von Frankreich war dem Grossmeister Bertrand v. Blancfort sehr persönlich zugetan – er schrieb ihm mehrere Briefe – u.a bat er um dessen Hilfe im Konflikt mit Heinrich II.
Ludwig und Heinrich II. von England stritten über die Stadt Gisors, in der Landschaft Vexin/Normandie,. Sie sollte neutral bleiben, aus diesem Grund übergaben beide nach langem und zähen Ringen diese Stadt dem Templerorden zur Verwaltung und Beschirmung.
Zu dieser Zeit gab es (wie so oft) 2 Päpste – Alexander III und Victor IV. Der TO
war auf der Seite Victors, der auch von Kaiser Friedrich I eingesetzt und unterstützt wurde. Als sie jedoch merkten, dass die Macht des Papstes grösser war als die des Kaisers, schlugen sie sich 1161 auf die Seite Alexanders.
Dieser bewies sich dafür nicht undankbar. Er enthob sie der Abhängigkeit des Patriarchen von Jerusalem und stellte den Orden unter seine päpstliche Oberhoheit. Somit hatten auch die katholischen Bischöfe kein Recht mehr, auch nicht im Namen der Kirche, die Tempelhäuser zu beaufsichtigen und zu visitieren.
Im Januar 1162 verlieh ihnen Papst Alexander dieses Privileg, was die Macht des Ordens noch weiter förderte.
Aber …. Von nun ab hatte der Orden mit dem Neid ALLER Bischöfe zu kämpfen, woraus eine regelrechte Feindschaft entstand. Diese Feindschaft begründet u.a. auch den tiefen Sturz des TO, den er 150 Jahre später machen sollte.
1162 hatte der TO nichts und niemanden mehr zu fürchten. Der Papst hatte mehr Macht als jeder Kaiser, der Orden war unantastbar …. Was wiederum dazu führte, dass er noch herrschsüchtiger, stolzer und „päpstlicher“ wurde.
Niemand durfte die Templer mit dem „Zehnten“ belegen, umgekehrt aber durften die Templer den Zehnten in all ihren Besitzungen fordern.
Kurz nachdem Papst Alexander die Templer mit so viel Macht ausgestattet hatte, musste er Rom verlassen und nach Tours flüchten .- vor Kaiser Friedrich I. , der ihn in Rom festnehmen wollte.
In Palästina herrschte Anarchie. Fürst Raimond von Antiochien starb am 23. November 1160 in Gefangenschaft der Muslime. König Balduin wurde von seinem Leibarzt vergiftet.
Der Streit der beiden Gegenpäpste hinterliess auch hier Spuren – 2 Lager entstanden, die einen für Alexander, die anderen für Victor.
Erdbeben zerstörten oder beschädigten viele Burgen und Befestigungen. Die Muslime nutzten dieses Chaos aus, die Christen nun endgültig zu vertreiben.
Hinzu kam, dass Besitzungen der Ritter in Europa, welche sich freiwillig ins Heilige Land zur Unterstützung begaben, feindlich (also von den eigenen christlichen Landsleuten) erobert und verwüstet wurden. Das hielt manche Ritter davon ab, überhaupt ins Heilige Land aufzubrechen, da sie Angst um ihren Familienbesitz hatten.
Der neue König, Balduin IV (Amalrich) war ein ungestümer, treuloser Fürst, aber ein Freund der Templer. Er war bei den syrischen Baronen unbeliebt, verdankte seinen Thron dem Patriarchen von Jerusalem, Aimerich.
Amalrichs Augenmerk ging gleich zu Anfang seiner Regierung auf Ägypten – dort bildete sich eine dem Königreich Jerusalem gefährlich werdende Macht.
Aber ich in Ägypten gab es innere Unruhen, die Macht der Kalifen war gebrochen, das Land von einem Wesir verwaltet. Also schien die Zeit günstig für einen Angriff auf Ägypten - die erste grosse Schlacht wurde auch gewonnen.
Nurredin, (Kalifat Damaskus) wiederum wollte die Schwäche Ägyptens ebenfalls ausnutzen. Er sandte seinen Neffen Saladin mit einem Heer, um Ägypten unter seine Kontrolle zu bringen.
Saladin rechnete nicht mit der Stärke des christlichen Heeres, welches unter der Führung der Templer den Sedschuken eine fürchterliche Niederlage beibrachte. Nur mit Glück konnte er entkommen, da er im Schlaf überrascht wurde und alle seine Waffen, auch sein Schwert, zurücklassen musste. Das war für ihn eine grosse Schmach und er schwor den Templern ewige Rache.
Saladin hatte bald Gelegenheit, diese Rache auszuüben. Er belagerte die Burg Harem, welche die Christen 5 Jahre zuvor den Sedschuken abgenommen hatten. Der Übermut über den Sieg in der vorausgegangen Schlacht liess die Ritter und Templer übermütig werden. Als sich das muslimische Heere vermeintlich von der Belagerung der Burg zurückzog, stürmten die Ritter hinter her und wurden in ein sumpfiges Gelände gelockt – alle syrischen Fürsten gerieten in Gefangenschaft, von 60 Tempelrittern blieben nur 7 am Leben,
Nun musste der Grossmeister Bertrand von Blancfort in einem Brief dem König Ludwig von Frankreich berichten, dass die Eroberung Ägyptens einen Rückschlag erlitten hatte – ja, dass es Nurredim und Saladin gelungen war, die Kalifate Ägyptens und Damaskus zu einigen.
Dieser Zustand, drücke ihn, Bertrand, deutlich nieder, zumal Jerusalem und Antiochia in einem desolaten Zustand sei. Der Kaiser von Byzanz habe wohl seine Hilfe angeboten, aber nur deshalb, um Jerusalem und Antiochia für sich zu übernehmen. Die syrischen Barone schliessen eigenmächtige Vereinbarungen und Tributzahlungen mit den Muslimen, aus Angst, ihre Besitzungen ganz zu verlieren, worauf Amalrich selbst 12 dieser Verräter aufhängen liess.
Die Hilfe aus dem Abendland kam nicht – Bertrand starb mit vielfachen Sorgen belastet am 9. August 1165…. Im Gegensatz dazu erblühte der Orden im Abendlande, selbst deutsche Fürsten machten grosse Schenkungen. In Süddeutschland erhielten die Templer durch den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach die Güter Otmanshart im heutigen Dachau.
Auf den Grossmeister Bertrand folgt bei einigen Schriftstellern Andreas von Montbar, der Onkel des Bernhard v. Clairvaux, einer der Mit-Ordensgründer. Aber Bernhards Geist herrschte nicht mehr im Orden, als dass man seinen Onkel als GM gewählt hätte, auch war er bereits viel zu alt, als dass er bei den wirren Zuständen Syriens zum Meister des dort tätigen TO passend gewesen wäre.
Bertrand starb im August 1165 – genannt wurde 1166 Philipp von Naplus als GM, der die Nachfolge antrat. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Andreas Montbar diese kurze Zeit als GM „überbrückte“, zumal er auch nicht in Syrien anwesend war.

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1165 – 1170
Philipp von Naplus wurde in Sichem in Samaria geboren, also von pullanischem Geschlechte. Er gehörte zu den reichsten und angesehensten syrischen Baronen, da er auch mit der Tochter des Königs Fulco verheiratet war und die Schlössere KRAK und Montroyal in seinem Besitz waren.
Erst nach dem Tode seiner Gemahlin wurde er Tempelritter und nach Bertrands Tod unter dem Einfluss seines königlichen Gebieters, Amalrich, von dem Konvente zum Meister gewählt.
Der König war ihm sehr zugetan, zumal er die Politik der syrischen Barone sehr gut verstand und darauf Einfluss nehmen konnte.
Noch immer war Ägypten das Wunschziel einer Eroberung. Obwohl Nurredin und sein Neffe Saladin die beiden Kalifate Kairo und Damaskus im Kampf gegen die Christen einigen konnte, gab es unter den ägyptischen Emiren immer noch solche, die das nicht wollten.
So kam es zu einem geheimen Bündnis der ägyptischen Emire mit dem König von Jerusalem im Kampf gegen Damaskus, ganz im Sinne der Templer, die ja zuvor schon durch Nasireddins Auslieferung eine Verbindung mit Ägypten eingingen.
Alexandria, welches durch Saladin bereits erobert war, wurde nun erneut von ägyptischen und christlichen Truppen belagert, vorneweg die Templer. Den belagerten Truppen Saladins wurde das Angebot gemacht, sich aus Alexandria zurückzuziehen, ohne dass es zu weiterem Blutvergiessen kommen werde.
Nun schien der Weg für Amalrich frei, sich den Reichtum Alexandrias einzuverleiben, wobei jetzt die Hospitaliter intervenierten und das Bündnis mit Ägypten unterliefen. Der Grossmeister des Ordens der Hospitaliter führte ein Leben der Freigebigkeit und Prunksucht, wobei er – Gilbert von Sailly – sich und den Orden bei König Amalrich mit 100.000 Goldgulden verschuldete.
Also wechselte Amalrich zusammen mit den Hospitalitern die Seiten und unterstützten Damaskus. Das war wiederum gegen die Interessen der Tempelritter. Es kam zum Streit zwischen Templern und Hospitalitern.
Das hielt Amalrich und die Hospitaliter nicht davon ab, mit unbändiger Roheit in das Land Ägypten einzufallen und am 3. November 1168 die Stadt Pelusium dem Erdboden gleich zu machen: morden, brennen, rauben.
Nun wendete sich der Kalif von Kairo in seiner Not an den Kalifen Nurredin aus Damaskus - was für ein unglaubliches hin und her. Das Hilfsangebot nahm Nurredin gerne an, wollte nun er die Reichtümer Ägyptens für sich.
Nun verbündete sich Ägypten mit Damaskus gegen die Christen – das war der Anfang vom kommenden Ende Jerusalems. Die syrischen Barone verkannten die Situation nicht, dass sie nun in der Zange zwischen Ägypten und Damaskus waren, selbst das Meer war durch die ägyptische Flotte beherrscht.
Das einstmalige Angebot des Kaisers aus Byzanz nahmen sie nicht an, aus Angst, dieser könnte ihren Einfluss schmälern.
Jetzt wurde er doch noch zur Hilfe gerufen und Griechen und Franken gingen auf Heerzug nach Ägypten und lagerten vor Damiette . Und schon gab es wieder Streitigkeiten im Christenheer:
der griechische Feldherr Andronicus konnte es nicht ertragen, dass Amalrich den Oberbefehl führte, und die Franken murrten, dass der Kaiser ihren Sold nicht bezahlte. Zuletzt behaupteten die Griechen, König Amalrich sei von Saladin bestochen – so löste sich das ganze Heer wieder auf und zog unverrichteter Dinge wieder ab…..
Amalrich verlor in den Augen der Christen an Achtung, der Grossmeister des Hospitaliter-Ordens Gilbert von Sailly musste sein Grossmeistertum niederlegen (er zog gegen den Willen der Templer nach Ägypten) von den syrischen Rittern folgten nur noch sehr wenige ihrem König Amalrich.
Das Verhältnis zwischen dem Tempelorden und dem König Amalrich hatte sich aufgrund des Ägypten Feldzuges schlagartig ins negative verändert. Der Grossmeister des Ordens, Philipp von Naplus saß zwischen 2 Stühlen zwischen König und Orden. Naplus war dem König als sein Förderer verpflichtet, da er ihn Grossmeister gemacht hatte.
Amalrich wollte über den GM Philipp von Naplus auf den Konvent einwirken, welcher sich aber jegliche Einmischung verbot und misstrauisch gegenüber ihrem eigenen Grossmeister wurde.
Philipp von Naplus war ein syrischer Eingeborener, Vasall des Königs, war mit vielen syrischen Baronen verwandtschaftlich verbunden und konnte dem Orden in dessen Opposition zum König nicht folgen.
Er geriet dadurch in eine missliche Lage und musste, wie zuvor der GM der Hospitaliter Gilbert von Sailly , der Grossmeisterwürde entsagen.
Zu seinem Nachfolger wurde Otto von St. Amand gewählt
Die syrischen Fürsten und Amalrich wandten sich jetzt vom Abendlande ab und dem Kaiser von Byzanz zu. Am 10. März 1171 begab sich der König von Jerusalem nach Byzanz, der einstmalige GM Philipp von Naplus begleitete ihn dorthin. Er stand noch weitere 10 Jahre im Dienste des Amalrich, als er im Jahre 1181 verstarb.

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1171-1179
Unter diesem Großmeister begann der Orden ein mächtige ritterliche Vereinigung auf seiten des Papstes zu werden und seine Berühmtheit nebst großem Reichtum erlangen. Es beginnt die Blütezeit des Ordens.
(Aber es finden hin und wieder Ereignisse statt, die seine Herrschsucht und Ausartung erkennen lassen)
Der Orden hatte mit Abdankung des GM Philipp von Naplus die Zuneigung von König Almerich verloren. Aber ohne den König von Jerusalem konnten die Templer nicht die Politik betreiben, die ihnen vorschwebte. Zudem war Philipp von Naplus mit all den Geheimnissen des Ordens vertraut und konnte dadurch sehr viel Sand in das Getriebe schütten und dem Orden viel Schaden zufügen.
Die willfährigen Hospitaliter standen dem Königshaus näher und zogen bisher den grössten Nutzen aus dem Zwiespalt zwischen TO und König.
Daher wählte der Konvent mit grösstem Bedacht seinen neuen Grossmeister Otto von St. Amand. Er war der königliche Mundschenk und vom König gut gelitten – er wurde sogar während der Abwesenheit des Königs zum Verweser des Reiches Jerusalem bestimmt.
1171 kam Herzog Heinrich der Löwe mit vielen sächsischen Völkern (Braunschweig, Mecklenburg, Schwerin, Lübeck) ins gelobte Land. Die Templer empfingen ihn mit Freuden, der GM Otto von St. Amand begrüsste ihn in seiner Eigenschaft als wirtschaftlicher Reichsverweser des Königtums Jerusalem.
Für die Ausschmückung der Grabeskirche und zur Ausschmückung des Ordenssitzes der Templer schenkte er reichlich Silber, welches auch zum Kauf von Ländereinen verwendet wurde.
Die Templer wussten es aber zu verhindern, dass sich Heinrich der Löwe, der natürlich gekommen war um Waffentaten zu vollbringen, an keiner Schlacht beteiligen konnte – sie hielten sich mit Kämpfen jeglicher Art in dieser Zeit zurück. Deshalb begab sich Heinrich nur 1 Jahr später (1172) auf den Heimweg und brachte nach Braunschweig sehr viele kostbare Reliquien mit, die er in Byzanz erworben hatte.
In Syrien kehrte dennoch kein Frieden ein. Fürst Toros von Kilikien starb 1171 und sein Bruder Malich, ein aus dem Tempelorden ausgestossener nichtsnutziger, vom Raube lebender Mensch, bemächtigte sich des Fürstentums. Er wusste um die Verbindungen der Templer zu den ägyptischen Herrschern, also verbündete er sich mit deren Gegnern, den Muslimen aus Damaskus, Nurredim.
Unter dessen Schutz bot er den Templern die Stirn und zog alle ihre Güter ein, die sich auf seinem Landstrich befanden.
Sich einen solchen Feind zu schaffen, sollte sich aber recht bald rächen. Die Tempel –Ritter wurden immer mehr zu den gefürchteten Kämpfern in ganz Syrien. Selbst die nicht weniger gefürchteten Assassinen mussten für ihre Burgen im Libanon ein Schutzgeld von 2.000 Goldstücken bezahlen. Damit standen sie, sofern sie sich auf templerischen Land befanden, unter dessen Schutz….natürlich wieder einmal sehr zum Leidwesen der Hospitaliter, die aber später ebenfalls Schutzgelder gegenüber den Assassinen erhoben.
Um sich der lästigen Abgaben zu befreien sandte der Assassinen –Meister Sinan im Jahre 1173 einen Boten an König Almarich, mit dem Vorschlag, er wolle Christ werden, wenn ihn der König vom Tribut der Templer befreien würde.
Den Assassinen ging es in Wirklichkeit darum, durch den äußeren Schein der Bekehrung einen erneuten Zwist zwischen Templerorden und Königtum Jerusalem herbeizuführen. Mit dem König konnten sie irgendwann dann fertig werden, wenn die Templer aus dem Spiel genommen wurden. Und das gelang!
Der König nahm diesen Vorschlag an – er erbot sich sogleich, dem TO jenen Tribut von 2.000 Gulden zu zahlen….. die Templer wussten, dass der König niemals diesen Tribut für die Assassinen aufbringen wird. Er würde diese Summe einfach „anschreiben“ lassen, zu den vielen anderen, die er bereits dem Tempelorden schuldete..
Nach erfolgreicher Verhandlung trat der Botschafter der Assassinen, Bohäddewlet in Begleitung eines königlichen Geleitmannes seinen Rückweg an. Schon hatte er die Grafschaft Tripolis passiert, als der einäugige Tempelritter Walther von Mesnil aus einem Hinterhalte heraus den arglosen Assassinen niederhieb.
Die Templer konnten es nicht ertragen, dass die Unterhaltung mit dem König ohne ihr Zuziehen war, sie fühlten sich um den jährlichen Zins betrogen, da auch der König geizig war und der Grossmeister einer seiner Vasallen (Mundschenk und Reichsverweser) niemals diesen Betrag vom König hätte einfordern können.
Ritter Walther war offenbar der „Mann fürs Grobe“ in diesem Orden, denn er selbst war nach Aussagen der eigenen Brüder ein ungestümer und böser Mensch. Aber die Tat wurde nicht gegen den Willen des Grossmeisters Otto von St. Armand ausgeführt, denn dieser versuchte den Mörder der Strafe zu entziehen.
Als der König von der Mordtat erfuhr, war er außer sich, weil er den Übertritt der Assassinen zum Christentum durchaus für glaubhaft hielt und der Gesandte in friedlicher Absicht kam und als solche Gastrecht und das Recht auf unversehrte Rückkehr hatte. Dieses „Gesetz der Wüste“ wurde auf brutalste Art gebrochen und der König fürchtete Repressalien von Seiten der Assassinen .
Er forderte vom GM des TO die Auslieferung des Mörders Walther von Mesnil. Der GM Ottto vo St. Amand antwortete darauf stolz und heftig: „es sei dem Walther bereits eine Buße auferlegt worden und ihm befohlen, sich zum Papst zu begeben, wo weiteres über ihn verhängt werde. Jetzt verbiete er im Namen des Heiligen Vaters, dass jemand Hand anlege“
Durch diese Antwort wurde der König noch mehr aufgebracht. Er versammelte alle syrischen Barone um sich und gemeinsam forderten sie vom Großmeister die Herausgabe des Mörders. Als dies nicht geschah, liess er Ritter Walther mit grosser Waffengewalt aus dem Hause der Templer holen und ihn gefesselt nach Tyrus ins Gefängnis bringen. Der überraschende Tod Almarichs (11. Juli 1173) verhinderte eine weitere Verurteilung des Mörders, welcher darauf wieder seine Freiheit erlangte. Die Templer sahen das als eine Art vorweggenommenes Gottesgericht an und fühlten sich in ihrer Handlung bestätigt.
Am 15. Juli 1173 wurde Almarichs dreizehnjähriger Sohn, Balduin IV vom Patriarchen Jerusalems in der Grabeskirche gekrönt. Über die Verwaltung des Reiches, während Balduin IV minderjährig war, gerieten die syrischen Barone in heftigstem Streit. Der Senneschall des TO Milo von Plancy war gegen den Grafen von Tripolis, der dieses Amt anstrebte. Er wurde daraufhin kurzerhand in Akkon ermordet und der Graf von Tripolis wurde daraufhin einstimmig zum Reichsverweser ernannt.
Saladin war in diesen Zeiten nicht untätig, die syrischen Barone gerieten in grosse Besorgnis. Der Graf von Tripolis sollte ein Heer zusammenstellen und gegen Saladin führen.
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Statt dessen bot sich der Graf dem Sedschuken als Hilfe im Kampf gegen die ägyptischen Nachkommen Nurredins an, bzw. er garantierte ihm eine Nichteinmischung in diese Kämpfe, die nun Saladin gegen das Kalifat Kairo führte (welches letztendlich ein Bündnis mit dem TO hatte).
Sobald Saladin nach Ägypten aufbrach, fiel die gesamte Ritterschaft von Jerusalem mit den Scharen des Grafen von Tripolis in das Gebiet des Statthalters von Damaskus ein und eroberten die einst so prächtige Stadt Palmyra.
König Balduin IV litt an Lepra, der Graf von Tripolis sah nur seinen eigenen Vorteil, die Ritterorden waren zu stolz und zu mächtig um ihm und dem jungen König zu gehorchen. Sie hatten ihre eigenen Pläne, sie genossen im Abendland grosses Ansehen und geboten über so große Reichtümer, als dass sie hier im Morgenland eine untergeordnete Rolle einnehmen wollten.
Der Orden war u.a. in England so angesehen, dass König H,einrich II. von England den Wunsch äußerte, dass er und seine Frau Eleonore gemeinsam in der Tempelkirche zu London begraben werden wollten.
Heinrich II hatte die Ermordung des Erzbischofs von Canterburry, Thomas von Becket, befohlen, weil dieser ihm wegen der Heirat der Eleonore von Aquitanien öffentlich rügte, da Eleonore vormals die Frau des französischen Königs Ludwigs war.
Er musste daraufhin dem Papst geloben, entweder 3 Jahre nach Pälastina zu gehen um dort gegen die Muslime zu kämpfen, oder nach Spanien, um gegen die Mauren zu streiten, und dann zusätzlich noch 200 Mann im Orient zu unterhalten.
Jetzt stellte Heinrich die geforderten 200 Mann unter das Kommando der Templer, denen er sehr zugetan war. zusätzlich übergab er Templern und Hospitalitern gemeinsam eine hohe jährliche Apanage treuhänderisch zur Aufbewahrung.
Der Patriarch von Jerusalem hatte dem Orden nichts mehr zu sagen, der TO konnte nur in Rom beim Papst verklagt werden, wo aber auch hier der Orden in allen wichtigen Ämtern seine Tempelbrüder sitzen hatte.
Der Erzbischof von Tyrus, Wilhelm, tadelte den Missbrauch, den die Templer trieben, da sie überhaupt keine Grenzen mehr kannten und sich als die Herren über das gesamte heilige Land aufspielten – sehr zum Leidwesen der Hospitaliter.
Der Orden hatte nach 50 Jahren seines Bestehens die meisten großen Besitzungen in den Ländern des Okzidents und Orients. Die Zahl der stationierten Ritter in Syrien war verhältnismäßig gering: 300 Tempelritter, wobei der Orden eine grosse Zahl von Turkopolen (leicht bewaffnete Eingeborene) und Hunderte von Handwerkern, Huf- und Waffenschmiede, Bäcker, Schneider, Stallmeister und tausende Pferde unterhielt.
Alles zeugte im Orden von Macht, Reichtum, Hoheit, Selbständigkeit, daher war er im Laufe der Zeit sowohl dem Staate als auch der Kirche lästig, was sich aber noch nicht so arg herausstellte, solange er im Orient seinen Hauptsitz hatte.
Die im Orient erwirtschafteten Gewinne aus den großen Besitzungen wurden aber nicht für das Heilige Land verwendet, sondern dienten einem hochadeligen, genussreichen Leben und zum Ankauf von Burgen und Ländereien im Okzident.
Diese Macht hat der Orden bis an sein Ende bewahrt – jetzt war seine Blütezeit, denn Papst Alexander III. begünstigte ihn besonders. Durch ihre hohe und sichere Stellung wurden die Templer auch dazu verleitet, den Klerus zu beschämen, zu dem er äußerst anmaßend war. Auch das führte letztendlich zu seinem langsamen, aber sicheren Ende.
Der Klerus beschuldigte die Templer, dass sie Kirchen an sich gerissen hätten, Exkommunizierte wieder aufnahmen, sogar den Zehnten von den Bischöfen fordern. Das war ein grober Verstoss gegen das Kirchenrecht – der Papst nahm das nicht zur Kenntnis.
Aber auch der Orden der Hospitaliter wuchs ungebrochen. Im Jahre 1179 hatte er bereits 14.130 Mitglieder. Zwischen beiden Orden herrschte daher große Eifersucht, denn beide Orden bewegten sich in denselben Formen, nach derselben Weise, mit denselbem Mitteln zum gleichen Zwecke.
Die Eifersucht ging vornehmlich aus der beiderseitigen Stellung zueinander hervor, namentlich in Syrien, wie aus ihren Privilegien, gemeinsamen Kriegsruhm, aber auch aus der verschiedenen Nationalität hervor:
Der Hauptstamm des Tempelordens war französisch, der der Hospitaliter italienisch.
Beide stritten sich um die Frage: wem soll das Regiment des Landes im Kriege und im Frieden anheimfallen. Die Hospitaliter betonten, dass ihr Orden der wesentlich
ältere sei und die Stifter des Tempelordens letztendlich vorher den Hospitalitern angehört hätten.
Die Templer machten dagegen geltend, dass sie durch den Heiligen Bernhard und durch die Unterstützung der Päpste mehr Rechte und Verdienste hätten, als die Hospitaliter.
Anstatt dass beide Orden zusammenhielten und gemeinsam das Heilige Land im Kampf gegen die Muslime unterstützten, bekämpften sie sich gegenseitig und schlossen Bündnisse mit den gegnerischen Kriegsparteien (Templer mit Ägypten, Hospitaliter mit Damaskus)
1179 mussten jedoch auf dem Laterankonzil beide Orden einen Einigungsvertrag abschließen. Der beginnt mit folgendem Text:
„Ich Bruder Otto von St. Armand, ein demütiger Meister der Brüderschaft des Tempels, und ich Roger Dumoulin, Meister des Hospitals zu Jerusalem, bekennen, dass wir nach dem Willen Gottes und des Papstes Alexander III. , dem wir nächst Gott allein zu gehorchen gehalten sind, mit Rat und Willen unserer Kapitel einen festen Frieden und eine liebe Eintracht hiermit schließen“
Beide Orden sollten ab sofort in steter Liebe und Achtung zueinander verharren, denn obgleich 2 Orden der Form nach, seien sie doch nur EINER durch die Liebe.
Es gebot Eile zu dieser Einigung, denn Saladin war in das Reich Jerusalem eingebrochen und hatte alles mit Furcht und Schrecken erfüllt. Der junge König nebst dem Reichsverweser befand sich in Askalon. Hier vernahmen sie, das feindliche Heer plündere das gesamte Land. Sie brachen von dort mit einer kleiner Schar auf, dem Heer des Saladin entgegen.
Der Meister Otto stieß mit 80 Tempelrittern aus Gaza zu ihnen, sodaß sich die Gesamtzahl der Ritter auf 379 belief. Die Spuren der Verwüstung ringsherum entzündeten deren Kampfeslust. Unweit von Ramalah bekamen sie das Lager zu Gesicht. Der leprakranke Balduin stieg von seinem Wagen, fiel nieder und betete für Beistand. Solch eine Regung begeisterte alle Ritter. Sie schworen, bis zum Tode im Kampfe auszuharren.
Sie stürmten unvermutet auf Saladins großes Heer mit solch unwiderstehlicher Tapferkeit, dass die Türken bald in grösster Verwirrung die Flucht ergriffen. Saladin hielt bis zuletzt aus, wobei die Leibwache aus 1000 auserlesenen gelb gekleideten Mamelucken Mühe hatten, ihn zu retten. Die meisten von ihnen wurden erschlagen, die Würdenträger in Saladins Heer wurden gefangen genommen und später gegen 60.000 Goldstücke ausgelöst.
Zum Dank für ihre Tapferkeit gestattete der junge König den Templern, ein festes Schloss am Jordan, an der Jakobsfurt zu bauen. Kaum war die Burg vollendet, so zog der junge König in das umliegende Land und raubte den dort ansässigen Hirten die Viehherden. Zu spät sah er, dass diese von Saladins Kriegern beschützt waren.
Umringt von dessen Kriegern gelang es ihm mit grosser Not zu entkommen, wobei viele seiner Weggefährten den Tod fanden. Saladin brannte das neue Schloß der Templer nieder, was wiederum zu Plünderungen der Christen in Sidon führte.
Saladin umringte auch dieses mal die beutegierigen Christen und vernichtete das Christenheer bis auf wenige Überlebende. Die angesehendsten Ritter, darunter auch der Grossmeister Otto von St. Amand mit 80 weiteren Tempelrittern gerieten in Gefangenschaft.
Saladin schlug einen Gefangen-Austausch vor, aber Otto lehnte das ab. Für die Loskaufung eines Tempelritters aus der Gefangenschaft durfte nur ein Gürtel, Messer oder sonst eine Kleinigkeit gegeben werden.
Otto wusste von Haus aus, dass der Konvent der Templer niemals einen Austausch der Gefangenen vornehmen würde – er wusste aber auch, dass dies sein Todesurteil war. Er wurde im Gefängnis hingerichtet.
Ein neues christliches Heer sollte diese Schmach bereinigen. Der reiche Graf Heinrich von Troyes stellte dafür die finanziellen Mittel bereit. Aber auch hier gewann Saladin die Schlacht an der Jakobsfurt und erschlug dabei auch das Restkontingent der noch verbliebenen Tempelritter. Die Überlebenden ließ er entweder verbrennen oder im Jordan ertränken. Glück hatte der, der enthauptet wurde.
Das war ein harter Schlag gegen den Tempelorden. Neuer Ersatz musste aus den abendländischen Komtureien herbeigerufen werden. Da das neue Kontingent ausschliesslich aus dem Abendlande kam, wurde der nachfolgende Grossmeister aus dieser abendländischen Ritterschaft gewählt

8
1180 – 1184
Arnold von Toroge war von Geburt Spanier. Er wurde nach dem Tode von Otto zum
nächsten Grossmeister ernannt, die päpstliche Bulle an ihn wurde 1181 ausgestellt.
Die Zustände im Königreich verschlimmerten sich ständig. König Balduin, dessen Lepraerkrankung ihn nicht mehr regierungsfähig machte, argwöhnte, dass ihn die Barone und Fürsten von Syrien absetzen wollten. Übereilt gab er seine Schwester dem Ritter Veit von Lusignan an Ostern 1180 zur Ehe, welcher sie, wie einige Zungen behaupteten, geschwängert hatte.
Veit von Lusignan war von vornehmer Geburt, stattlich und tapfer, aber arm, gutmütig bis naiv und mit beschränkter Einsicht. Deshalb auch nicht geschickt genug, die schlauen, selbstsüchtigen Pullanen zu beherrschen.
Jedermann, nur nicht die Tempelherren (aus dem anfänglichen Orden „Arme Ritter Christi…“ wurden nun die reichen Tempelherren) war mit dieser Wahl unzufrieden, weshalb Veit einen schweren Stand bekam und sich die syrischen Verhältnisse noch verschlimmerten.
Balduin bat den Sultan um einen Waffenstillstand – Saladin gewährte diesen. Das gab auch ihm Zeit, die Verhältnisse in Damaskus zu ordnen. Nur dem Grafen von Tripolis, dem ehemaligen Reichsverweser, gestattete er keine Waffenruhe, suchte ihn heim und verwüstete sein Land, während der Graf voller Furcht auf seiner Burg zu Arca saß.
Die Templer wie die Hospitaliter eilten dem Grafen nicht zur Hilfe, um nicht den Unmut Saladins auf sich zu ziehen. Sie verharrten ebenso in ihren Burgen, bis Saladin auch dem Grafen von Tripolis Waffenstillstand gewährte und nach Damaskus weiterzog.
Ausgerechnet der königliche Statthalter jenseits des Jordans, Fürst Rainald brach 1182 diesen Waffenstillstand, in dem er auf Beutezug die Karwanen der Muslime überfiel, worauf Saladin erneut mit seinem Heere aufzog.
Zahlreiche Scharen seines Heeres liess er über den Jordan setzen und begann das Land furchtbar zu verwüsten, wobei sehr viele Templer umkamen. Hierauf zog sich die christliche Ritterschaft zusammen und lagerte an der Quelle Sephoris zwischen Nazareth und Hattin.
Von dort zogen sie gegen den Sultan, der mit 20.000 Reitern ins Schlachtfeld zog. Das christliche Heer bestand aus 700 Reitern, von welchen noch vor Beginn der Schlacht aus Verzagtheit die Flucht ergriffen.
Man kann es gar nicht glauben, aber die Schlacht wurde von den Christen gewonnen – gegen diese Übermacht. Saladin wurde von einem Pfeil am Auge verwundet und kehrte mit seinem Heer nach Damaskus zurück. Dort stellte er mit den sarazenischen Fürsten Syrien und Mesopotamiens ein grosses Heer auf, blieb aber erst einmal in Damaskus und wartete den weiteren Schachzug der Christen ab.
Diese machten wieder einmal die üblichen Beutezüge und Eroberungen, die strategisch unbedeutend waren. Die syrischen Barone wussten, dass Saladin in nächster Zeit erneut anrücken werde, konnten aber keinen Entschluss fassen, wie sie dem begegnen wollen. Für die Templer und deren Grossmeister war das eine unrühmliche Zeit.
Eine Art Reichstag wurde 1183 in Jerusalem einberufen –alle syrischen Fürsten waren durch die vielen Schlachten und Unglücksfälle an ihrem Vermögen stark heruntergekommen. Die einzigen, die bisher noch nichts an Vermögen eingebüsst hatten waren die Ritterorden.
So fasste man den Entschluss, im Reiche Jerusalems eine Vermögenssteuer auszuschreiben, aber niemand wagte es, die reichen Güter der Ritterorden in Syrien und die noch reicheren im Abendlande zu verwenden, obwohl diese eigentlich von der Uridee her dem Heiligen Land bestimmt waren.
So verrückt war der Standpunkt dieser ritterlich-mönchischen Vereine, so fremdartig ihre Bestimmung, so furchtbar ihr Ansehen, dass niemand diese naheliegende und natürliche Hilfe in öffentliche Erwägung zu ziehen wagte.
Kaum war dieser ungenügende Ausweg, Geld zu beschaffen, eingeschlagen, als Saladin von einem Kriegszuge nach Mesopotamien zurückkam. Balduin verlor durch seine schreckliche Krankheit nahezu das Augenlicht und den Gebrauch seiner Füße und Hände. Er übergab daher seinem Schwager, dem beschränkten Veit von Lusignan die Regierung, ein neues Unglück für dieses beklagenswerte Land.
Mit Widerstreben gehorchten die Barone, alle waren des Kampfes überdrüssig und fürchteten die Macht Saladins. Das christliche Heer war durch zahlreiche Pilgerscharen unter dem Grafen Heinrich von Brabant verstärkt, es bestand aus 1.300 Reitern und mehr als 15.000 Fuss-Soldaten.
Veit führte dieses Heer bis nahe an Saladins Heer heran, der sofort den Kampf anbot. Allein die Widerspenstigkeit der Grafen, die argumentierten, das Heer des Saladin sei zu zahlreich, um es zu besiegen, sorgte dafür, dass die Christen ihr Heer abzogen und Saladin das Gelände überliessen.
Mittlerweile schafften es die syrischen Barone auf den König Balduin einzuwirken, dass er die Befehlsgewalt dem Veit von Lusignan entzog und selbst wieder zu übernehmen.
Balduin entzog ihm das Kommando und krönte seinen 5jährigen Neffen, Sohn seiner Schwester Sybille und des Markgrafen Wilhelm von Montferrat zum König. Zum Reichsverweser wurde der bereits früher amtierende Graf von Tripolis ernannt. Er bekam aber nicht die Befehlsgewalt über das Heer. Trotzdem waren die Grossmeister der Ritterorden mit dieser Wahl sehr unzufrieden.
Für den Templerorden lief es im Abendlande aber zunehmend besser. Kaiser Friedrich I. söhnte sich mit Papst Alexander III. aus und erstellte eine Urkunde, welcher er sie seines besonderen Schutzes versichert.
Gewiss wirkte der Gönner des Ordens, Papst Alexander III. auf den Kaiser ein, da sich die deutschen Kaiser ansonsten sehr wenig um die Templer kümmerten. Den Templern war aber an dieser Urkunde viel gelegen, sie konnten sich damit auch in Deutschland festsetzen, wozu die kaiserliche Förderung sehr hilfreich war.
König Heinrich von England vermachte in seinem Testament beiden Ritterorden enorme Mengen an Silber, zur Verteidigung des Heiligen Landes. Das kam nie dort an, es wurde im Abendland investiert, wo mit dem Reichtum auch die Selbstsucht, die Hab-und Genuss-Sucht im Orden weiter anstieg. Sie hausten auf ihren Komtureien im Überfluss und fragten nicht nach der Hilfsbedürftigkeit Palästinas und machten sich jetzt schon verhasst.
Der Grossmeister Arnold von Toroge begleitete seinen Amtskollegen der Hospitaliter auf das Konzil zu Verona, welches der neue Papst Lucius III einberief. Hier starb der Grossmeister des Tempelordens – er hatte wenig Gemeinsamkeit mit der Entschiedenheit seines Vorgängers, daher wuchs auch die Macht des Konvents.

9
1185 -1189
Nach dem Tode von Arnold von Toroge bemühte sich der Reichsverweser Graf Raimund sich dem Konvent der Templer geneigt zu machen. Er wollte die Würde des Reichsverwesers mit der eines Grossmeisters vereinigen.
So sehr er sich aber bemühte, sich dem Konvente geneigt zu machen, so wenig gelang ihm dies. Deshalb wählte man in beharrlicher Opposition gegen den Grafen dessen erklärten Feind Gerhard von Ridefort zum Meister.
Ridefort war früher Hausmarschall des Königs Balduin IV gewesen und wollte als solcher die Erbin des Schlosses Botron heiraten, um so in den Besitz einer Burg zu gelangen. Allein der Lehnsherr von Botron, Graf Raimund, verweigerte die Einwilligung in diese Heirat, worauf Gerhard, voll Missmut dem ehelichen Leben entsagend, in den Orden der Templer trat und fortan des Grafen persönlicher Feind blieb.
Durch diese Feindschaft entstand dem Land grossen Schaden. Sie brachte wenige Jahre später Jerusalem in Saladins Hände, was die Templer wenig kümmerte.
Am 16. März 1185 war König Balduin IV gestorben. Der Graf von Tripolis entwickelte als bestellter Reichsverweser während der Minderjährigkeit Balduins V. eine rege Tätigkeit und schloss mit Saladin einen Waffenstillstand, welche Barone und Ritterorden billigten, da das Land eine große Hungersnot befiel.
Zum Unglück des Grafen starb Balduin V. schon im August 1186. Alsbald erwachte die alte Feindschaft der Gegenpartei, an deren Spitze Gerald von Ridefort und der Senneschall Joscelin standen. Gerhard dürstete auf Sättigung seiner Privatrache, auch wenn dabei das Reich untergehen sollte.
Balduin war in Akkon gestorben. Die Templer überführten seinen Leichnam nach Jerusalem, der Graf von Tripolis begab sich nach Tiberias und wollte von dort zu den Trauerfeierlichkeiten nach Jerusalem reisen.
Die listigen Templer nutzten die Abwesenheit des Grafen und setzten sich in Besitz von Akkon und Berytus. Gleichzeitig luden sie den Grafen Veit von Lusignan mit dessen Gemahlin Sybille zur Trauerfeier nach Jerusalem ein.
Kaum war der Leichnam beigesetzt (in Abwesenheit des Grafen von Tripolis, der davon nicht informiert wurde) wurde die Frau des Grafen Veit, Sybille, mit Unterstützung der Templer zur Königin und ihr Mann zum König gewählt. Nur die Hospitaliter waren gegen diese Wahl, weil sie den Betrug am Grafen von Tripolis erkannten.
Auch der Mutterorden der Templer, die Zisterzienser waren gegen dieses Betrugsverfahren – sie sandten 2 Zisterzienseräbte an den Patriarchen von Jerusalem und an die Grossmeister der beiden Ritterorden. Beim allmächtigen Gott mögen doch die Beteiligten ohne Vorwissen des Papstes, des Kaisers und der Könige von Frankreich und England den Grafen Veit von Lusignan nicht krönen.
Die Äbte hatten die Botschaft kaum ausgerichtet, da wurden die Tore der Stadt Jerusalem geschlossen, Fürst Rainald (ein Freund der Templer) und der GM Gerhard führten die Gräfin in die Kapelle des heiligen Grabes. Dort erhielt sie vom Patriarchen die Reichinsignien überreicht.
Die Hospitaliter blieben der Krönung fern – für sie verstoss diese Krönung gegen Eid und Pflicht, da zuvor alle Stände ihre Einwilligung geben müssten. Beide Grossmeister hatten je einen symbolischen Schlüssel der Stadt Jerusalem, der zu den wichtigsten Insignien gehörte. Die Hospitaliter weigerten sich, den ihren herauszugeben, somit war ein Krönung ohne vollständige Insignien unmöglich.
GM Gerhard und der Patriarch eilten in das Haus der Hospitaliter und drangen solange auf den Meister ein, bis dieser ihnen widerwillig den Schlüssel vor die Füsse warf und versicherte, er habe an diesem Unternehmen keinen Teil.
Beide eilten zur Grabeskapelle zurück, die Krönung wurde fortgesetzt und der Patriarch sprach: „Du bist nun Königin, doch das Weib bedarf eines Mannes. Wähle, wer soll mit dir die Regierung teilen; dort auf dem Altare steht noch eine Krone“
Diese setzte Sybille ihrem Mann Veit von Lusignan auf das Haupt – so wurde er zum König von Jerusalem.
Da die Stadt während dieser Zeremonie gesperrt war, erfuhr das Land und die Barone nebst Rittern erst im nachhinein, wer da zum König von Jerusalem gekrönt wurde. Es gab einen Aufschrei unter den Baronen, einen unfähigeren König als Veit von Lusignan hätte man nicht wählen können - ganz im Sinne des Tempelordens, die gerade deshalb ihn zum König machten. Dies trug entscheidend zum Fall Jerusalems 1187 bei – was den Orden aber nicht anfocht.
Der betrogene Graf von Tripolis begab sich ohne Huldigung des neuen Königspaares nach Tiberias. Der Grossmeister Gerald riet dem willenlosen König, den Grafen dort selbst zu belagern, da er ihm nur schaden wolle. Daraufhin reiste Lusignan nach Damaskus zu Saladin (!!) um dessen Hilfe bei der Belagerung des Grafen einzufordern. Diese erfolgte prompt!! Türkische Reiter rückten in Tiberias ein.
Die Zustände in Jerusalem verschlimmerten sich. Der Patriarch selbst, Heraklius, war ein lüsterner Mensch, der nicht einmal den Schein des klerikalen Lebens um sich verbreitete. Ihn fand man in Hurenhäusern genauso oft wie bei Trinkgelagen.
Der Tempelritter Robert von St. Alban aus England, war von diesem Verhalten so angewidert, dass er sein Gelübde, dass er dem Tempelorden gab, brach, zu Saladin überging und zum Islam konvertierte.
Er heiratete eine Verwandte des Saladin, wurde Heerführer und rückte 1185 gegen Jerusalem an, um dieser Stadt der Zwietracht und Wollust ein Ende zu machen. Er verwüstete ganze Landstriche von Montroyal bis Jericho und Naplus, bis ihn die christliche Ritterschaft vertrieb.
Durch solche und andere Vorgänge war die öffentliche Meinung gegen die Templer sehr eingenommen. Man erkannte, dass die heftige Rachsucht Gerhards und das selbstsüchtige, eigenmächtige Wesen des templerischen Konvents vieles an dem Unglück des Landes verschuldete. Jetzt erinnerte man sich auch, wie die Templer schon vor 40 Jahren das christliche Heer vor Damaskus schändlich verkauft hatten.
Alles Unglück, das damals König Amalrich in Ägypten erfahren hat, hatten sie verschuldet – und nun setzten sie dem unfähigen Veit v. Lusignan auch noch die Krone auf, um durch ihn als Marionette über das ganze heilige Land zu herrschen. Veit wurde mit dem TO als Kreatur der herrschsüchtigen Tempelherren gleichgesetzt.
Saladin erbot zu dieser Zeit überraschend einen 3jährigen Waffenstillstand an, den Veit auf Zureden der Templer annahm. Fürst Rainald, ein unbesonnener Mensch, störte die Waffenruhe kurz darauf, indem er Saladins Mutter, welche mit ansehnlicher Begleitung und Schätzen durch sein Land zog, beraubte. Auf Saladins Forderung, Genugtuung zu leisten, antwortete dieser provokant: „Muhamed möge ihnen helfen“.
Da schwor ihm der Sultan den Tod und sammelte ein riesiges Heer gegen Jerusalem.
Nun machte sich die Feindschaft des Grafen Tripolis zu den Templern bemerkbar. Um schnell mit seinem Heer nach der anderen Seite des Jordans durchzustoßen, bat Saladin den Grafen von Tripolis, durch dessen Land ziehen zu dürfen. Aus Angst, bei Ablehnung selbst belagert zu werden, stimmte der Graf zu. Saladin versprach, auf dem Durchzug nichts zu beschädigen, nichts zu rauben.
Sobald nun der ungestüme Gerhard von Ridefort diese Schreckensbotschaft vernommen hatte, sandte er Eilboten an alle benachbarten Burgen und Städte und berief einen Kriegsrat ein. Auch die Hospitaliter schlossen sich dem am. Als erstes zogen sie gegen das von den Türken geplünderte Nazareth. Die Türken befanden sich gerade auf dem Rückzug, als die Templer und Hospitaliter mit 140 Rittern und 500 Mann Fußvolk angriffen.
Die Ritter setzten mit ihren Pferden zum Kampfe an und entfernten sich dadurch von ihrem Fussvolk zu weit. Dieses wurde im Kampf von den Türken in kürzester Zeit niedergehauen, die Reiterschaft umzingelt und die meisten ebenfalls erschlagen. 60 Templer wurden getötet, der Rest kam in Gefangenschaft. Der Grossmeister der Hospitaliter blieb ebenfalls auf dem Schlachtfeld.
Der Grossmeister der Templer entkam mit 2 weiteren Templern durch die Schnelligkeit ihrer Rosse. Nichtsdestotrotz setzte er das falsche Gerücht in Umlauf, die Schlacht gewonnen zu haben. Das veranlasste viele Bürger von Nazareth, diese Stadt zu verlassen. Dabei gerieten sie in die Gefangenschaft der Türken.
Das alles hat den Grossmeister Gerhard von Ridefort nicht gerade ruhmreich aussehen lassen. Um diese Schmach vergessen zu machen und um Saladin die Stirn zu bieten, schlug Gerhard vor, das den Templern und Hospitalitern gemeinsam anvertraute Geld des König Heinrich II von England, an den König Lusignan zu übergeben, damit er damit Truppen (Söldner) anwerben konnte.
So wurde ein neues Heer zusammengestellt, bestehend aus 2.000 Rittern, sehr vielen Bogenschützen und 20.000 Fuß-Soldaten.
Saladin rüstete ein nicht minder zahlreiches Heer, sandte eine starke Schar über den Jordan bis nach Accon und verwüstete das Land zwischen Nazareth und Tiberias furchtbar.
Fünf Wochen lagerten nun schon die Christen bei Sephoria, einer grossen Oase, die Menschen und Pferde mit reichlich Wasser versorgte. Aber als jetzt Saladin vor Tiberias stand, sandte Graf Raimunds Gemahlin, die sich in der Stadt befand, einen Hilferuf. Der Graf riet in dem zusammengerufenen Kriegsrate von der Hilfeleistung ab, weil er wusste, dass ein Zögern die Türken ermüde, da diese das Christenheer zum Kampf erwarteten.
Im Lager von Sephoria gäbe es ausreichend Wasser und es wäre besser, die Türken hier zum Kampf zu erwarten, als gegen sie durch die Wüste zu ziehen. Hier hätten sie Kühle, Nahrung, Wasser und könnten diesen Vorteil nutzen.
ALLEN leuchtete dieser Weise Rat des Grafen Raimund ein – nur nicht dem Grossmeister des Tempelordens, Gerhard von Ridefort!!
Ungestüm unterbrach er des Grafens Rede mit der gehässigen Bemerkung: „man merke noch den Wolf im Schafskleide“. Raimund liess sich davon nicht beeindrucken. Er entgegnete, er liesse lieber Tiberias samt seiner dort wohnenden Gattin im Stich, als dass er ungestüm ein ganzes Heer opfere. Und das würde man, wenn es nun dieses sichere Lager verlassen würde.
Gegen Mitternacht begab sich Gerhard zum König und redete ihm ein, dass der Graf Raimund ein Verräter sei, der nicht will, dass er, König Veit, eine grosse Schlacht gegen Saladin gewinnen könnte. Wenn er jetzt nicht sofort aufbräche um gegen Saladin zu ziehen, würde das ewige Schmach nach sich ziehen. Die Templer würden lieber ihr Ordenskleid wegwerfen, als diese Schmach zu erdulden.
Er erinnerte den König daran, dass er die Krone nur dem Tempelorden zu verdanken habe und er sich nun auch dafür erkenntlich zeigen solle, indem er den Befehl zum Aufbruch gebe. Der König folgte diesem Rat – das Heer wurde in Bewegung gesetzt.
Wegen der übergrossen Hitze und des gebirgigen Weges war der Zug überaus beschwerlich. Es fehlte an Wasser, die Angriffe der Türken wurden mehr als lästig. Schon um 9 Uhr des nächsten Morgens konnte das Heer vor Ermattung, Durst und unaufhörlichen Angriffen der Türken nicht mehr weiter.
Der Graf Raimund, dessen Rat so schändlich übergangen wurde, gab jetzt den schlechten Rat, bei der Hitze zu lagern und am nächsten Morgen den Kampf zu suchen. Aber allein die Lagerstätte war felsig, unfruchtbar, wasserleer und ohne Schutz vor den glühenden Sonnenstrahlen. Leider befolgte der König diesen Rat.
Es folgte eine schreckliche Nacht. Die Sarazenen schlossen das Lager ein, steckten das niedrige Gebüsch und Sträucher in Brand, so dass die Christen vor Hitze, Rauch und Durst und steter Angst vor den feindlichen Angriffen ganz erschöpft waren.
Sonnabend, am 5. Juli 1187 brach für die Christen der schrecklichste Morgen an. Sie rückten zwar geordnet zum Kampfe aus, aber der Feind nahm den Kampf nicht an. So verharrte das Heer im Stillstand bei sengender Hitze --- beschwerlich bewegte es sich gegen Mittag zum Berge Hattin, von wo sie auf den See Genezareth sehen konnten, der aber für sie in unerreichbarer Ferne lag.
Jetzt begannen die Sarazenen heftiger zu drängen, der felsige Boden erschwerte den schwer gepanzerten Rittern und Rossen den Kampf. Gleich beim ersten Anzeichen der Schlacht gingen fünf Ritter von des Grafen Raimunds Heere zu Saladin über… die schilderten ihm dann auch noch den schrecklichen Zustand des christlichen Heeres, was Saladin bewog, sofort anzugreifen.
Die Überläufer mehrten sich (es waren bezahlte Söldner aus dem Geld des König Heinrichs – sie kämpften für Geld und daher waren sie ohne Ehre), da keine andere Rettung möglich schien. Durch diesen Verrat geriet das ganze Heer in furchtbare Verwirrung. Allein die Templer, Hospitaliter und Turkopolen kämpften tapfer, bis sie sich des Feindes Übermacht nicht mehr erwehren konnten.
Das Fußvolk, was unter dem Befehl des Königs stand, wagte es nicht, den Berg hinabzusteigen um an den Kämpfen teilzunehmen. Die Ordnung löste sich auf, die Sarazenen liessen einen furchtbaren Pfeilregen auf das Christenheer nieder.
Graf Raimund erhielt Befehl zum Angriff. Er sprengte gegen die Sarazenen an, aber diese öffneten den Korridor, weil sie wussten, dass er mit Saladin im Einverständnis gestanden hatte und sein Land zum Durchmarsch der Sarazenen freigegeben hatte. Auf diese Art gelang dem Graf Raimund und seiner Ritterschaft die Flucht.
Als die übrigen Ritter sahen, dass ein grosser Teil der anderen Ritter so entronnen war, verliess sie der Kampfesmut. Sie sahen sich eingeschlossen von den sarazenischen Reitern, die leicht bekleidet nur mit ihren Bogen ein Pfeilregen nach dem anderen abschossen. Das Fußvolk wurde hingemetzelt, 230 Tempelritter kamen im Kampf ums leben, die übrige Ritterschaft musste sich ergeben, so auch König Veit, Fürst Rainald, Markgraf Bonifaz von Montferrat, der Senneschall Joscelin und sein Grossmeister Gerhard von Ridefort.
Saladin empfing die gefangenen Fürsten in seinem Zelte mit Achtung. Er ließ den König Veit neben sich setzen und ihm ein kühles Getränk reichen. Als dieser den Becher weiter an Fürst Rainald gab, da gedachte der Sultan, dass nach arabischer Sitte jeder Gastfreund des Lebens sicher sei und sprach zum König:
„DU reichtst ihm den Becher, nicht ICH.“ Hierauf wurden die Gefangenen an einen anderen Ort geführt und außer Rainald erhielt jeder von ihnen Speis und Trank. Saladin redete den Rainald grimmig an „Siehe, durch Muhameds Hilfe bin ich Sieger, sterben musst Du auf der Stelle, so Du nicht des Propheten annimmst, denn ich habe geschworen, Dich Deines Friedensbruches wegen zu töten“
Rainald erwiderte „Durch solche Niederträchtigkeit erkauft sich kein Christ sein Leben“ -- da zog der Sultan sein Schwert und hieb ihm die Schulter ab. Die übrigen Türken töteten ihn und warfen seinen Leichnam vor das Zelt.
Die christlichen Fürsten einschl. des Königs Veit gerieten bei diesem Anblick ins Fürchten – doch Saladin beruhigte König Veit und sprach „Es ist nicht Sitte bei den Verehrern Muhameds, dass ein König den anderen umbringe. Es befinden sich aber unter euren Rittern noch mehr Friedensbrecher und Mörder“
Die geistlichen Ritter (Hospitaliter und Templer) wurden sofort hingerichtet, weil er in ihnen die grössten Feinde erkannte. Eine Ausnahme bildete der Grossmeister Gerhard von Ridefort, der am Leben blieb. Die übrigen Gefangenen erwartete ein hartes Leben in der Sklaverei. Deswegen gaben sich einige als Templer aus, um nicht diesen langsamen Tod sterben zu müssen. Die übrigen vornehmen Gefangenen führte Saladin nach Damaskus, darunter den GM Gerhard.
So war nun die ganze Streitmacht Jerusalems vernichtet. Tiberias und Akkon wurden den Sarazenen übergeben . Für Graf Raimund von Tripolis begann eine schwere Zeit. Ihm hing der Makel des Verrates an und er wusste nicht, ob er sich dem Sultan ganz hingeben sollte oder nicht. Eines Morgens fand ihn seine Ehefrau tot im Bett.
Ascalon und die Templerburg überstanden als einzige Festung die Angriffe der Türken. Daraufhin zog im August 1187 Saladin nach Askalon und tauschte diese gegen die Freilassung des Königs Veit zu Lusignan ein. Alle anderen um Jerusalem liegenden Städte und Burgen, selbst der legendäre KRAK fielen Saladin trotz tapferen Kampfes zu. Bethlehem wurde von den Hospitaitern noch gehalten.
Gern hätte Saladin durch Verhandlungen auch die Stadt Jerusalem eingenommen. Er versprach den Bürgern freies Geleit oder unbehelligtes weiterwohnen in der Stadt. Die Bürgerschaft ging aber darauf nicht ein. Zu dieser Zeit befanden sich nur noch 2 Ritter in der wehrlosen Stadt. Am 20. September 1187 schlug Saladin mit seinem grossen Heere sein Lager vor Jerusalem auf und begann des nächsten Tages den Kampf. Die Belagerten kämpften mannhaft einen aussichtslosen Kampf.
Der Statthalter, Ritter Balian, sah sich genötigt, mit Sultan Saladin Verhandlungen
zu führen. Jetzt forderte Saladin eine hohe Summe Lösegeld für das viele Volk, was in dieser Stadt lebte. Der Hospitaliter-Orden hatte noch eine Restsumme des in Treuhand zu verwaltenden Geldes von König Heinrich II. Er bot diese Summe als Lösegeldzahlung an. Auch die Templer waren bereit einen Teil des „englischen“ Geldes herauszugeben, wobei die Hospitaliter ihnen vorwarfen, das meiste davon unterschlagen zu haben.
Saladin ermässigte mehrmals die Summe des Lösegeldes und erliess dem grössten Teil der Bevölkerung das Lösegeld komplett. Am 3. Oktober 1187 zog Saladin feierlich in Jerusalem ein.
Wie hatte es soweit kommen können?
Die Zwietracht zwischen dem Gossmeister der Templer, Gerhard von Ridefort und dem Grafen Raimund von Tripolis hatte den grössten Anteil am Untergang Jerusalems. Der unfähige König Veit hörte auf Gerhards Rat, den Grafen in Tiberius anzugreifen, worauf dieser dem Sultan Saladin freien Durchgang durch sein Land gewährte. Er rief buchstäblich die Türken in das Land, das sich nach der Schlacht von Hattin nie wieder erholte.
Aber Saladin´s Heer wäre zu schlagen gewesen, wenn man Raimunds Rat, am Quell Sephoris zu verweilen, befolgt hätte. Diese Niederlage bei Hattin hatte der Templerorden unter seinem Grossmeister Gerhard ganz alleine zu verantworten. Schmach über die Templer! Die große Feindschaft zwischen den beiden Ritterorden gewann neue Nahrung, denn die Hospitaliter verloren ebenso viele Ritter samt ihrem Grossmeister durch diese falsche Einschätzung, die den Verlust des gesamten Christenheeres zur Folge hatte.
Jerusalem ist gefallen!!
Dieser Ruf würde nun durch ganz Europa schallen --- und der Fall Jerusalems wurde ausschließlich durch das Versagen des Tempelordens ermöglicht!!!
Da bei Hattin das ganze Konvent der Templer (wieder einmal) geblieben oder in die Gefangenschaft der Türken geraten war und dann getötet wurden, der GM Gerhard noch in Gefangenschaft verweilte, so wählten die noch wenigen übrigen Brüder den Ritter Terricus zum Großkomtur und damit zum Stellvertreter des inhaftierten Gerhard.
Er berief aus den Komturen des Abendlandes eine neue Ritterschaft nach Palästina und hatte bereits entsprechende Schreiben an die abendländischen Könige und an den Papst verfasst.
Sein Bericht musste Entsetzen hervorgerufen haben. Das Christenheer vollständig niedergemetzelt, das Konvent und 230 Templer getötet, das Heilige Kreuz verloren gegangen, der Grossmeister und der König gefangen und der Graf von Tripolis ein Feind, der den Templern das Leben schwer mache.
Er schrieb an den König von England und bat um Hilfe. Das gesamte Abendland durchzuckte ein tiefer Schmerz bei der Nachricht von der Schlacht bei Hattin.
Noch im gleichen Jahr erlaubte der Papst den Templern, eine Kollekte in Ungarn zu sammeln – welch ein Hohn!
Der König von England und Frankreich nahmen sofort das Kreuz und stellten ein abendländisches Heer auf. In vielen Gemütern des Abend-Landes entzündete sich eine neue Begeisterung für das Heilige Land. Auch in Italien zeigte sich eine gewaltige Aufregung. Papst Urban III. ward von der Nachricht über den Fall Jerusalems so ergriffen, dass er wenige Tage später starb.
Alles rüstete sich, in Frankreich, England, Italien, Dänemark, Friesland, Sizilien, zumeist aber in Deutschland, wo Kaiser Friedrich I. mit vielen Geistlichen und Weltlichen das Kreuz nahm – somit war der folgende Kreuzzug der gewaltigste, welchen das Abendland je unternahm. In allen Ländern wurde hierfür eine eigene Steuer erhoben, den „Saladin-Zehnten“.
Und dann kamen alle diese Bemühungen ins Stocken, als im August 1188 die Könige von Frankreich und England miteinander in den Krieg gerieten. Es war ein kurzer, dennoch menschen- und zeitraubender Krieg zwischen diesen beiden Kontrahenten. König Heinrich starb 1189 kurz vor Friedensschluss. Aber die Hilfe für das Heilige Land verschob sich dadurch um längere Zeit.
In Palästina herrschte allgemeine Mutlosigkeit, nur Antiochien, Tyrus und Tripolis befanden sich noch in den Händen der Christen. König Veit von Lusignan kam aus seiner Gefangenschaft in Damaskus nach Tripolis zurück. Diese Stadt wurde nun zum Mittelpunkt der christlichen Macht. Hier befanden sich neben dem König, seine Königin, der Grossmeister Gerhard von Ridefort und all jene Barone, die mit dem König aus der Gefangenschaft entlassen wurden oder durch Übergabe ihrer Burgen die Freiheit erkauften.
Der Patriarch und der Tempel-Grossmeister rieten dem König, eiligst nach Tyrus zu ziehen, da der Markgraf Conrad diese Stadt gehalten hat und sie nun für sich beanspruchte. Denn Conrad war nicht gewillt, das, was er mit seinem Schwert erobert hatte, dem unfähigen Veit und den Templern zu überlassen.
Er verwehrte daher dem König samt dessen Kriegsschar den Eingang in die Stadt, worauf Veit vor Akkon zog, um es zu belagern. Ein kühnes Unternehmen, bei nur 700 Rittern, die Veit aufbieten konnte.
Die Nachricht von der Belagerung Akkons durch Veit traf den Sultan hart und beunruhigte ihn sehr. Der Besitz von Akkon war für die Türken sehr wichtig.
Am 28. August unternahmen sie den ersten Sturm auf die Stadt und er wäre auch gelungen, wenn nicht das falsche Gerücht vom Herannahen des Sultans das Unternehmen gestört hätte.
Bald kam Saladin doch vorbei und umlagerte das Christenheer. Die Christen bekamen jedoch Unterstützung – von 50 Schiffen kamen 1.200 Dänen, Friesen, Engländer und Flanderer, um die sich die Templer reihten.
Die Belagerung wurd nun mit allem Eifer fortgesetzt und immer mehr wurde Akkon eingeschlossen. Saladin griff einige male aber vergeblich an. Nachdem sich immer mehr Pilger und Soldaten dem christlichen Heer anschlossen, ging Veit in die Offensive und bot einen offenen Kampf dem Sultan an.
Die Muselmänner erwarteten den Angriff in disziplinierter Ordnung – die Schlacht begann um 9 Uhr morgens – das Christenheer schien die Oberhand zu gewinnen, auch dank den Templern, die mit unglaublicher Wucht eine Bresche nach der anderen in die Reihe der Muselmanen schlugen. Da reißt sich ein Pferd im christlichen Lager los, darüber entsteht ein grosses Getümmel, Verwirrung und das Gerücht, der rechte Flügel der Christen fliehe. Zugleich machen 5.000 muslimische Kämpfer einen Ausfall aus Akkon.
Saladin sammelt seine Truppen aufs Neue, greift die Templer in deren Rücken an und diese müssen, da keine weitere Unterstützung erfolgt, unterliegen. Der Grossmeister, eingedenk, dass er mit vielen falschen Entscheidungen im Orden schuldig war, kämpfte als tapferer Ritter bis er stark verwundet wurde. Saladin liess ihn auf der Stelle erwürgen, weil er den Schwur gebrochen hatte, nach seiner Freilassung nicht mehr gegen ihn zu kämpfen.
Viele der angesehensten Ritter wurden getötet – mit großer Not hielt Veit von Lusignan mit seinen Rittern die vordringenden Türken auf, so dass den noch lebenden Christen die Flucht gelang.

10
Graf Walther von Spelten
1189 - 1191
Der Landgraf von Thüringen, Ludwig der Wilde, stand bei den Templern in großem Ansehen. Zudem wurde der Deutsche Kaiser Friedrich I (Barbarossa) mit seinem mächtigen Heere erwartet, und so war es politisch sinnvoll, einen Deutschen zum nächsten Grossmeister des Tempelordens zu wählen. Die Wahl fiel auf Walther, Graf von Spelten, welcher sich schon längere Zeit im heiligen Land aufhielt und dem Konvent der Tempelritter angehörte.
Der Orden wollte durch diese Wahl den Deutschen Kaiser für sich einnehmen (was die Johanniter argwöhnisch zur Kenntnis nahmen).
Das christliche Heer, welches in der Schlacht um Akkon sehr hohe Verluste erlitt, wurde ständig durch neue Kreuzfahrer und Pilger ersetzt, sodass nun Akkon gänzlich eingeschlossen und ein Graben um das Lager von einem Ende des Meeres bis zum anderen gezogen werden konnte.
Im Heere Saladins brach eine Seuche aus. Zusätzlich erreichte Saladin die Nachricht, dass Kaiser Friedrich I mit seinem Heer in Konstantinopel eingetroffen ist. Der Sultan war bekümmert und sehr betroffen, wusste er doch, dass die mächtigsten Fürsten des Abendlandes mit gewaltigen Heeren vor Akkon erscheinen und diese Stadt fallen wird. Er setzte also alles daran, sein Heer und seine Flotte aufzurüsten, um diesem Ansturm abzuwehren.
Die Stellung des christlichen Heeres um Akkon herum war folgende:* Genueser, Johanniter, der Markgraf von Tyrus, Graf Heinrich von Kampanien, Graf Veit von Dampierre, Graf von Brienne, Graf von Bar, Robert von Dreux, Theobald von Clermont, Hugo von Gournai, Otho von Tresoni, Florentius von Haugi, Valchelin von Ferrara, der Bischof von Salisbury mit den englischen Rittern, Odo von Ham, der Bischof von Cambrai, der Graf von Touraine, König Veit mit seinen Brüdern Gottfried und Aimerich von Lusignan**, Hugo von Tiberias mit seinen Brüdern Otto und Wilhelm, der gesamte Orden der Tempelritter, Jakob von Avesnes, Dann die Deutschen, Friesen,Pisaner und Lombarden.
*diese Namen finden sich in alten Aufzeichnungen in den Chroniken der jeweils beteiligten Adelshäuser. Die Autoren, welche über die Geschichte der Templer schreiben, vergessen oft dabei, dass es nicht nur die Templer waren, die ihr Blut im Orient liessen.
** der Name und das Geschlecht von Lusignan wird an anderer Stelle noch ausführlicher dokumentiert - dieses Geschlecht entstammt dem portugiesischen Adel und hat eine alte Geschichte, die mit der Gründung des Templer-Ordens zusammenhängt.
Dieses riesige Heerlager stand im November 1189 vor Akkon und verweilte dort bis zum Frühjahr 1190!!
Akkon wurde ausgehungert und dieses riesige christliche Heer stand kurz vor der Einnahme der Stadt. Aber wie so oft vor früheren großen Schlachten, gefiel einigen beutegierigen Christen und Baronen nicht, dass sich der Angriff auf das türkische Lager hinzog , sodass eine große Schar aus diesem Heere eigenmächtig und ohne Befehl am 26. Juli 1190 einen Angriff auf das Heerlager von Saladin unternahm, der ebenfalls den Christen gegenüber lagerte.
Die Türken wichen scheinbar zurück und ließen die Christen plündern. Als diese, beladen mit großer Beute zu ihrem Heere zurückkehren wollten, überfiel sie der Feind und richtete unter ihnen ein großes Blutbad an.
Zwischenzeitlich kam Herzog Leopold von Österreich mit vielen Deutschen Rittern, namentlich aus KÖLN als Vorhut des Kaisers Friedrich I (Barbarossa) vor Akkon an. Man erwartete sehnsüchtig die Ankunft des Kaisers, der mit 100.000 Streitern, darunter 50.000 Rittern aus Deutschland loszog.
Dieses riesige Heer mit Nahrungsmitteln zu versorgen war auf dem langen Weg von Deutschland ins Heilige Land fast unmöglich. Krankheiten und Mangel an Lebensmitteln nahmen zu. Die eigenen Pferde wurden geschlachtet, so groß war der Hunger. Die Größe des gewaltigen Heeres schmolz auf wenige zehntausend.
In den unwegsamen Gebirgen von Kilikien wurde der Hunger zusätzlich durch allergrößte Hitze ergänzt und zu einer wahren Tortur für das ganze Heer.
Am Sonntag, den 10. Juli 1190 versuchte Kaiser Barbarossa mit seinem Pferd den Fluss Kalykadnus zu durchschwimmen …. Die reißenden Wellen warfen ihn vom Pferd und er ertrank. Hierauf wurde als neuer Heerführer Herzog Friedrich von Schwaben ernannt.
Diese Nachricht erreichte das vor Akkon liegende Christenheer. Deutsche und französische Ritter lagen schon vorher stets miteinander in Streit. Nun brach er erneut aus, als Friedrich von Schwaben mit seinem Rest- Heer vor Akkon ankam und die Befehlsgewalt einforderte. Er war von den franz. Rittern nicht gern gesehen, der Streit entzündete sich weiter, da die Franzosen die Befehlsgewalt über das gesamte Heer behalten wollten
Das türkische Heer vor der Stadt Akkon wich jedem Kampf aus, die Belagerung von Akkon zog sich, eine Seuche bereitete sich im Lager der Christen aus, an der auch am 20. Jan. 1191 Friedrich von Schwaben starb --- 10.000 Christen erreichte das gleiche Unheil.
Zu allem Unglück kam es zu einer Streitfrage, wer der rechtmäßige König von Jerusalem sei. Der Deutsche Markgraf Conrad forderte die Krone von Jerusalem, da die Königin Sybille und deren Tochter gestorben waren.
Die Franzosen standen zu Veit und die TEMPLER unterstützten ihn. Die JOHANNITER hielten zusammen mit den Deutschen Rittern zu Conrad. Das führte letztendlich dazu, dass sich die Deutschen Ritter nach den Regeln der Templer zu einem eigenen Orden zusammenschlossen (Deutscher Ritterorden). Sie entnahmen nicht nur die Regeln der Templer hierzu, sie verwendeten auch das Tatzenkreuz der Templer (schwarz) auf ihren Bannern. Dies führte zu weiteren Streitigkeiten.
Dem Heer vor Akkon fehlte letztendlich ein tüchtiger Oberbefehlshaber. König Veit war unfähig, der Landgraf von Thüringen (Templer!) , der Herzog von Schwaben und viele tüchtige und angesehene Fürsten waren tot, der Markgraf von Tyrus und Graf Heinrich von Troyes waren unbeliebt --- WER also sollte dieses Heer nun führen???
Ende 1190 kam mit der Ankunft der Könige von England und Frankreich Belebung in das Geschehen. König Richard Löwenherz, ein Templerfreund, der den portugiesischen Templern dabei half, die Festung zu Tomar gegen die Sarazenen zu verteidigen, vereinigte sich in Lissabon mit seiner Flotte und der Flottenabteilung des Robert von Sablé, um mit vielen Tempelherren aus Portugal ins Heilige Land nach Akkon vorzustossen.
Auf seiner Seereise eroberte er so „nebenbei“ Zypern, das er als sein Eigentum nahm und von dort aus einen Umschlagplatz für Güter und Waren, Waffen und Pferden für Akkon machte.
Doch der Streit zwischen Deutschen und Franzosen ging weiter. Die Italiener, Genueser, Pisaner und Venetier hielten zu Veit als König von Jerusalem. Die Templer, die von Anfang an zu Veit hielten, kamen in eine schwierige Lage, war doch ihr Großmeister, Graf Walther von Spelten, ein Deutscher!!
Der französische König stand zum Deutschen Markgraf Conrad. Er lag ja noch bis vor kurzem mit England in einem erbitterten Krieg und der geschlossene Frieden war mehr als brüchig – die Templer berührte das nicht. Sie waren unabhängig vom König von Frankreich und nur dem Papst unterstellt. Ein Dilemma!
Markgraf Conrad machte jedoch einen verhängnisvollen Fehler. Er verwehrte dem englischen König Richard Löwenherz (wohl wissend, dass er den König von Frankreich an seiner Seite hatte) mit dessen Heere den Zugang zum Lager von Akkon. Es gab jetzt gleich 4 unterschiedliche Interessenlager, die sich alle feindlich gegenüber standen:
Italiener gegen Deutsche - Deutsche gegen die Franzosen - Templer gegen Markgraf Conrad - Der franz. König nahm Partei für Conrad und überwarf sich dabei mit dem englischen König Richard Löwenherz….Dieser war so ungestüm und trotzig, dass er sogar die Freundschaft zu Saladin suchte!! (wird gerne in der Historie verschwiegen)
Mittlerweile wurden die Befestigungen Akkons immer mehr zerstört, die Zufuhr von Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern war durch die Seeblockade der Christen gestoppt und es herrschte so große Not und Hunger, dass selbst die muslimischen Türken in das Lager der Christen flüchteten und sich durch Verleugnung ihres Glaubens dort Aufnahme verschafften.
Bereits am 7. Juli 1191 wollten sie die Stadt übergeben. Saladin, der außerhalb der Stadt und in großer Entfernung zum Christenheer sein Lager aufgestellt hatte, befahl den Emiren der Stadt, sich mit allen noch vorhandenen Kostbarkeiten über das Meer durchzuschlagen – was den Beteiligten als unmöglich erschien. Sie sandten Kuriere aus, die mit den Christen die Übergabe Akkons verhandeln sollten.
Das Übergabe-Angebot war: Die Stadt wird mit allen Schätzen und sonstigen Besitztümern, allen im Hafen liegenden Schiffen und allen christlichen Gefangenen übergeben. Die Besatzung zieht mit all ihren Frauen und Kindern ab. Die Emire bleiben als Geiseln in der Stadt, bis Saladin das in der Schlacht bei Hattin eroberte heilige Kreuz ausliefert.
Zudem waren 200.000 Byzantiner in Gold zu bezahlen, und weitere von Saladin gefangene 200 Ritter und 1.500 andere Christen auszuliefern.
Nach Übergabe der Stadt bezogen die Templer mit dem König von Frankreich ihr ehemaliges Haus und König Richard Löwenherz die Burg von Akkon. Insgesamt hatte die Belagerung Akkons 200.000 Christen das Leben gekostet, die Bevölkerung Akkons nicht eingerechnet.
Sechs Erzbischöfe und Patriarchen, 12 Bischöfe und 40 Grafen sowie 500 Barone waren mit ihren Rittern und Soldaten ums Leben gekommen. Auch der Großmeister der Templer, Graf Walther von Spelten, büßte im Laufe dieser zahlreichen Gefechte sein Leben ein. Für den Templerorden bot sich dadurch die Möglichkeit, die bestehenden Feindschaften zwischen dem König von England durch Wahl eines neuen Großmeisters, zu beenden.
Die Wahl fiel auf Robert de Sablé, einem Weggefährten und Freund des englischen Königs Richard Löwenherz. Damit übernahmen Templerorden und Richard Löwenherz die Befehlsgewalt im Orient (was wiederum den Johannitern sehr missfiel)

11
1191 - 1193
Auch nach der Einnahme von Akkon dauerte der Streit unter den Kreuzfahrern fort. Der Streit zwischen König Veit und dem Markgrafen Conrad um die Königskrone entbrannte immer heftiger. Richard Löwenherz und die Orden der Johanniter und Templer übernahmen das Schiedsgericht. Diese setzten fest, dass König Veit die Krone Jerusalems auf Lebenszeit behält, nach seinem Tode aber die Krone an die Nachkommen des Markgrafen Conrad fallen wird.
Zudem erhielt Conrad den erblichen Besitz von Tyrus, Sidon und Berytus. Gottfried von Lusignan, der Bruder von Veit, die Grafschaft Joppe.
König Philipp II von Frankreich kehrte in seine Heimat zurück. Bei seiner Abreise übertrug er dem Herzog von Burgund (NICHT* den Templern!!) den Befehl über die französischen Pilger und hinterließ einen Schatz, wofür das Jahr hindurch 500 Ritter und 10.000 Fußknechte im Heiligen Jahr unterhalten werden konnten.
*Dies ist bzgl. der späteren Zerschlagung des Templerordens 1307 durch Philipp IV erwähnenswert. Hatte sich da schon das französische Königshaus vom Templer-Orden innerlich „verabschiedet“? Vieles deutet darauf hin!
Denn…. Nachdem der franz. König abgereist war, richteten die Tempelritter ihr ganzes Streben darauf, sich dem König Richard Löwenherz, dem englischen Todfeind des Franz. Königs Philipp II, geneigt zu machen. Obwohl gerade Richard ein Mann war, der launisch, ungestüm und stolz war und allen seinen Gegnern Verderben brachte.
Diese Unterwürfigkeit der Templer führte dazu, dass sie den Flottenführer Richards, den Ritter Robert von Sablé zum Grossmeister ihres Ordens machten, obwohl dieser erst ein Jahr zuvor, während der Belagerung von Akkon, dem Templer Orden beigetreten war. Das MUSSTE den franz. König beleidigen! (Robert de Sablé, obwohl von Geburt kein Engländer, fühlte sich zu England mehr verbunden als zu Frankreich … die franz. Ritter nannten ihn deswegen auch den „Engländer“)
Der Ordensmarschall Hugo von Monte war Vorsitzender des Konvents im Outremer. Er besaß genaueste Kenntnisse aller templerischen Angelegenheiten und leitete den Orden durch die Wahl von Robert von Sablé in die Hände von Richard Löwenherz!!
Der Papst, welcher mit König Richard im Unfrieden lag, missbilligte diese Wahl von Robert von Sablé und hat diese nie bestätigt.
Richard nutzte durch sein rohes Verhalten und Ungestüm, seinem grausamen Jähzorn und leichtsinniger Wortbrüchigkeit der Entwicklung im Heiligen Land gar nichts. Im Gegenteil: die Gegnerschaft im christlichen Lager wuchs täglich.
Er geriet in tödliche Feindschaft mit dem Markgrafen Conrad, aber auch mit Saladin, bzgl. der festgesetzten und zugesicherten Bedingungen, die Richard für die Übergabe von Akkon an ihn versprach. Die er natürlich nicht einhielt und Saladin immer weniger den Worten Richards traute.
Saladin sah in den Templern die noch einzigen Ritter, die einen Wortbruch des Königs Richard von England verhindern konnten. Er bat daher um Vermittlung der Templer – sie sollten auf Richard einwirken, sein gegebenes Wort zu halten und die gefangen gehaltenen Muslime, welche auf sein Wort hin die Stadttore öffneten, nun endlich frei zu lassen.
Der Konvent der Templer beratschlagte sich und entschied, dass die Templer es sich nicht Richard verscherzen sollten, der eine Vermittlung oder Einmischung in seine Belange ablehnte.
Zweimal bat Saladin die Templer um Vermittlung, worauf diese ihm antworteten, er solle zusätzlich noch 600 weitere Christen und 100.000 Gold-Byzantiner übergeben. Bis dahin sollten alle muslimischen Gefangenen im christlichen Gewahrsam verbleiben.
König Richard wartete jedoch die Antwort Saladins gar nicht mehr ab, sondern ordnete noch am gleichen Tag die Hinrichtung von 2.600 türkischen Gefangenen an – im Angesicht des Lagers von Saladin.
Was nun folgte waren heftige Kämpfe. Saladin ließ keinen weiteren Tag vergehen, an dem er nicht das Heer der Christen angriff und ihnen große Verluste zufügte. Die Templer bildeten in diesen Kämpfen stets die Vorhut und ließen den größten Blutzoll. Als die Angriffe von Saladin immer größer und heftiger wurden, gaben sie, da sehr geschwächt und dezimiert, die Vorhut an Richard Löwenherz ab.
In den ersten September-Tagen des Jahres 1191 büßten die Tempel-Ritter so viele Pferde ein, dass sie nicht mehr am Kampf teilnehmen konnten!! Das brachte sie fast zur Verzweiflung, weil Ehrgeiz und Ruhmgier nicht ihre geringsten Fehler waren.
Am 7. September kam es zu einer blutigen Schlacht, an der die Templer keinen Anteil mehr hatten und welche Richard Löwenherz zusammen mit den Johannitern erfolgreich gewann. Für die Templer war das ein schmachvoller Tag – ohne Pferde nahmen sie die Nachhut ein.
Der Verlust sollte sich für den Templer-Orden noch erhöhen. Sie wurden am 6. November von der Leibwache Saladins überfallen, als sie ohne brauchbare Pferde zu Fuß gegen die anstürmenden Reiter Saladins antreten mussten. Bis Richard Löwenherz mit seinen Reitern das Lager der Templer erreichte, waren diese im schweren Kampf fast alle gefallen.
Richard versuchte, mit Saladin Friedensverhandlungen zu führen. Das erfuhr der Markgraf Conrad und intervenierte gegen Richard, sodass keine Verhandlungen zustande kamen. Saladin entnahm aus den Besprechungen mit Conrad, dass sich beide, Richard und Conrad, hassten. Das nutzte Saladin und spielte beide gegeneinander aus.
Den Winter 1191 nutzte Saladin zur Befestigung von Jerusalem. Am Neujahrstag 1192 verkündete Richard den Sturm auf Jerusalem. Doch Templer und Johanniter redeten ihm das aus!!! Bevor nicht andere Eroberungen gemacht würden, wäre es unzweckmäßig, Jerusalem einzunehmen, da es nicht verteidigt werden könne. Zudem würden die Pilger, sobald Jerusalem erobert sei, ihren Zweck der Reise erfüllt sehen und nachhause zurückkehren. Das „Kapital“ ginge verloren…..
Das gesamte Heer machte, vor Jerusalem stehend eine Umkehr, um Askalon einzunehmen. Dieser veränderte Plan schuf im gesamten Christenheere große Unzufriedenheit und Empörung. Richard überwarf sich mit dem Herzog Leopold von Österreich, der den Oberbefehl des deutschen Heeres nach dem Tod von Kaiser Barbarossa und des Herzog von Schwaben übernahm. Im Streit kam es soweit, dass Richard dem Herzog Leopold die Befehlsgewalt über dessen Heer streitig machen wollte.
Herzog Leopold und der Herzog von Burgund verließen daraufhin das Lager und hielten sich von Richard getrennt. Zu allem Verdruss gerieten die Italiener, Pisaner und Genueser in großen Hader. Die Ritter aus Pisa verdrängten die Ritter Genuas aus Akkon, was wiederum den Markgrafen Conrad veranlasste, den Genuesern zu Hilfe zu eilen. Das wiederum erzürnte Richard Löwenherz, welcher wiederum gegen Conrad zog.
Dieser zog sein Heer ab und überließ Richard die Herrschaft über Akkon. Die geistlichen Ritterorden, Templer und Johanniter, zogen von der eroberten Stadt Askalon zur nächsten Stadt, Tyrus, die sie einnahmen und komplett plünderten.
Aus England erhielt Richard schlechte Nachrichten. Sein Bruder John ließ sich als König ausrufen. Zuvor wollten jedoch alle Barone Syriens geklärt wissen, wer König von Jerusalem werden solle. Sie wollten alle, dass die Krone an den Markgrafen Conrad geht – sehr zum Verdruss von Richard.
Doch dazu sollte es nicht kommen. Zwei gedungene Mörder, Assassinen, ermordeten den Markgrafen Conrad am 28. April 1192. Alle Umstände deuten darauf hin, dass der/die Auftraggeber Richard Löwenherz und König Veit waren.
Heinrich von Champagne sollte nach Wahl der Barone zum neuen König von Jerusalem ausgerufen werden. Diese Wahl wurde von Richard gebilligt, sah er doch in Heinrich den Mann, der die französischen und englischen Ritter während seiner Abwesenheit vereinigen könne. Richard wollte nach Klärung des engl. Thronanspruchs zurück ins heilige Land reisen.
Den „entthronten“ König Veit* (Guido von Lusignan) fand Richard damit ab, dass er ihm die Insel Zypern überließ. Diese Insel hatte der Templer-Orden vom König von England gleich nach ihrer Eroberung in Verwahrung übernommen, mit 100 Rittern besetzt und im Jahre 1191 vom König erkauft. Jetzt mussten sie Zypern gegen Rückerstattung des bezahlten Kaufpreises an König Veit übergeben …. Die Templer sind zu dieser Zeit wahrhaft Marionetten des Königs von England gewesen. Niemals hätten sie Zypern aufgeben dürfen. Sie waren ab da nur noch geduldete Gäste ohne Machtanspruch.
Diesen Entschluss sollten sie später noch sehr bereuen, aber ihr Großmeister war dem Engländer sehr untertan und er tat alles, um Richards Gunst zu erhalten!!
Zypern war zu dieser Zeit ausschließlich mit Griechen bevölkert. König Veit wollte nicht nur griechische Untertanen haben. Er bevölkerte die Insel mit Pullanen (Abkömmlinge von christlichen Vätern und syrischen Frauen) und so begann das jerusalemische Königreich allmählich in ein zypriotisches überzugehen.
Vor seiner Abreise wollte König Richard nun doch noch eine bedeutende Tat tun und Jerusalem letztendlich einnehmen. Er führte das christliche Heer noch einmal bis zu 4 Meilen vor die heilige Stadt. Und wieder, kurz vor dem Sturm auf Jerusalem, befragte der wankelmütige König die Templer und Johanniter, ob nicht etwas leichteres und zweckmäßigeres unternommen werden könnte.
Hierauf wurde ein Ausschuss von 5 Templern, 5 Johannitern, 5 Franzosen, 5 syrischen Baronen ernannt, deren Ausspruch man sich unterwerfen wollte. Und dieser erklärte, ein Beutezug nach Ägypten sei ratsamer und lohnender, als Jerusalem einzunehmen. Dagegen hatten nur die 5 Franzosen (Angehörige des Königshauses gestimmt – ein weiteres Indiz, dass die Templer keinerlei Rücksicht auf den König von Frankreich und dessen Interessen nahmen.
Vor allem der Herzog Hugo von Burgund zeigte erneute Feindschaft gegenüber Richard, was das ganze Unternehmen, die Eroberung Ägyptens, lähmte. Diese Streitereien unter den Christen nutzte Saladin und belagerte die Stadt Joppe, welche erst kurz zuvor von den Christen erobert wurde. Obwohl die Stadt mit 5.000 Kriegern bewaffnet war, musste die Besatzung sie übergeben – der Ansturm Saladins konnte nicht gestoppt werden.
Richard hatte sich bereits aus dem Heiligen Land verabschiedet, als ihn der Hilferuf aus Joppe erreichte. Er stürmte mit seinem Heer auf Joppe vor und vereitelte die Übergabe an Saladin, der sein Heer von der Stadt weg verlegte.
Saladin erteilte seiner Leibwache den Auftrag, Richard aus dessen Heerlager zu entführen – was in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1192 unternommen wurde, letztendlich aber scheiterte.
Dennoch war das Glück ihm nicht hold. Er erkrankte an einem starken Fieber und musste in Joppe gepflegt werden. Saladin rückte nun wieder mit noch größerem Heer gegen Joppe an. Richard sandte Boten nach Cäsarea, wo die franz. Ritter verweilten und bat um Unterstützung -- die Antwort war ein NEIN. Er war bei ihnen unbeliebt und verhasst.
Selbst die Templer kamen seinem Hilferuf nicht nach und rieten ihm, nach Hause zurückzukehren. Der Stern des Großmeisters Robert von Salé erlosch im Konvent der Templer. Sie erkannten, dass sie mit ihrer fast hündischen Gunstbezeugung gegenüber Richard die Reputation und die Ehre dieses Ordens stark beschädigt hatten.
Als Richard diese allgemeine Missstimmung bemerkte, versuchte er, mit Saladin einen billigen Frieden zu schließen. Ihn hielt nichts mehr in diesem „heiligen“ Land, er wollte nur ungeschoren weg.
Saladin bestimmte die Friedensverhandlungen – er bot freie und ungestörte Pilgerung nach Jerusalem an. Desweiteren sollten Akkon, Cäsarea und Joppe bei den Christen verbleiben, Askalon musste dagegen geschliffen werden.
Nach diesem Friedensvertrag rief Richard den Großmeister der Templer, Robert von Sablé zu sich. „Ich weiß, wie unbeliebt ich bin und kann ohne Gefahr des Todes oder der Gefangenschaft mein Reich nicht erreichen, wenn ich nicht heimlich in verborgener Hülle reise. Ich will daher, als einer deiner Brüder gekleidet ein Templerschiff besteigen und auf diesem in die Heimat zurückkehren“
Robert von Sablé kam diesem Wunsch entgegen, er war ein treuer Vasall des Königs. Sodann legte Richard die Kleider eines templerischen Servienten an und legte in aller Stille auf einem kleinen Templerschiff von Akkon ab.
Die Templer wussten, dass er die Verweigerung ihrer Hilfe bei der Belagerung von Joppe durch Saladin niemals vergessen würde und hatten nichts Gutes von Richard (trotz ihrer Hilfe bei seiner Flucht) zu erwarten. Um seiner Rache vorzubeugen machten sie die Abreise von Richard bei vielen seiner zahlreichen Feinde bekannt … mit dem Erfolg, dass Richard Löwenherz am 21. Dezember 1192 in die Hände seines bittersten Feindes, des Herzog Leopold von Österreich, geriet. Dieser übergab ihn am 23. März 1193 an den deutschen Kaiser Heinrich IV., in dessen Gefangenschaft er bis zum 4. Februar 1194 verblieb.
Robert de Sablé verstarb am 23. September 1193. Wusste er vom Komplett seiner Tempelbrüder gegen Richard Löwenherz? Sein Tod kam sehr überraschend und blieb weitgehend ungeklärt.

12
1193 - 1198
Mächtige Fürsten des Abendlandes erschienen in den letzten Jahren im Heiligen Land – was den Templern in ihrem Streben nach Macht nicht besonders gefiel. Die Politik der Templer war darauf ausgerichtet, zuerst dem mächtigen deutschen Kaiser Barbarossa zu gefallen und den deutschen Grafen von Spelten zu ihrem Großmeister zu machen. Danach erschien Richard Löwenherz, um dessen Gunst zu erhalten, sie seinen Adjutanten und Freund /Vasall Robert von Sablé zum Großmeister ernannten (obwohl dieser erst 1 Jahr zuvor dem Orden beitrat).
Nach Abreise von Richard Löwenherz fühlte sich der Konvent wieder „frei“ und erinnerte sich daran, dass der Orden ein französischer Ritterorden ist. So trat nun der französische Geist unverhüllt auf und der Konvent wählte aus der französischen Ritterschaft ihren Großmeister, auch schon deshalb, um dem misstrauisch gewordenen König Philipp II einen neuen Beweis von Zuneigung zu geben.
Der Tempelmeister von Frankreich, Gilbert Roral (Erail) wurde zum neuen Großmeister gewählt und erhielt am 26. Mai 1194 die Bestätigung von Papst Cölestin III (im Gegensatz zu Robert de Sablé, der nie vom Papst als Großmeister bestätigt wurde).Gilbert war in der Provence geboren und beteiligte sich mit großem Mut, Einsatz und Erfolg am Kampf gegen die Muslime in Spanien. Er war 1190 bis 1193 stellvertretender Meister im Westen (der Großmeister war Meister des Ostens)
Schon immer hatten die Templer Geld an Könige und Barone in Syrien verliehen. Aber ihre Bedeutung als „Bankiers des Mittelalters“ erlangten sie durch die Erfindung einer komplizierten Buch- und Rechnungsführung , welche den bargeldlosen Finanztransfer von Westen in den Osten und umgekehrt ermöglichte.
Am 3. März 1193 war der große Feind des Reiches Jerusalem, Saladin, gestorben. Seinem Fahnenträger befahl er, sein wollenes Hemd wie eine Fahne vor seinem Sarge herzutragen und dabei auszurufen: „Saladin, Asiens Beherrscher nimmt von seinen Ländern und Schätzen nichts mit als dieses Gewand“
Das „heilige“ Land war nach so langen und vielen Kriegen nahezu entvölkert. Allein die Templer und Johanniter hatten überaus zahlreiche und sehr reiche Besitzungen. Beide Orden verloren ihren ursprünglichen Zweck und hegten die Meinung, ihre Bestimmung sei eine mächtige Ritterschaft im Abendlande. Dazu verwendeten sie die Reichtümer des Orients – sie plünderten alles, was ihnen habhaft werden konnte und ein großer Teil davon ging ins Abendland. (…und NICHT in den Aufbau irgendeiner Infrastruktur im heiligen Land. Es wurde ausgebeutet, nicht aufgebaut!)
Templer wie Johanniter glaubten, die Barone des Landes leicht einschüchtern zu können und erhoben Anspruch auf deren Burgen. Sie argumentierten, dass sie durch Aufopferung im Kampf sehr viel Blutzoll bezahlt haben und ihren Anspruch auf „Vergütung“ daraus ableiteten.
Die enteigneten Barone beschwerten sich beim Papst als oberster Gebieter über die Templer. In vielen vorgebrachten Fällen wurden die Anliegen der Barone positiv beschieden und der Orden musste so manche Burg an den ursprünglichen Besitzer zurückgeben oder im nachhinein einen Kaufpreis hierfür bezahlen.
Da von den Templern kein weiterer Impuls ausging, irgendetwas im heiligen Land zugunsten der Pilger zu verändern, versuchte Papst Cölestin III den deutschen Kaiser Heinrich VI zur Teilnahme eines Kreuzzuges anzufachen. Die Begeisterung des Kaisers hielt sich in Grenzen.
Dennoch wagten sehr viele deutsche Pilger (bewaffnete Heere) den langen Weg nach Jerusalem. Darunter die Erzbischöfe Conrad von Mainz und Hartwich von Bremen, Bischof Conrad von Würzburg, die Bischöfe von Halberstadt, Zeitz, Verden, Würzburg, Passau und Regensburg, die Herzöge von Österreich, Kärnten, Brabant, Walram, Graf von Limburg, Pfalzgraf Heinrich am Rhein, Landgraf Hermann von Thüringen, Graf Adolf von Holstein, Marschall Heinrich von Kelten.
Es waren DEUTSCHE Pilger, die dem heiligen Land einen neuen Impuls geben wollten – sehr zur Verdrossenheit der Templer und der syrischen Barone. Sie sahen im Anmarsch des deutschen Adels das Ende ihrer Unabhängigkeit und die Abhängigkeit vom deutschen Kaiser. Selbst die bis dato noch verbliebenen französischen und italienischen Ritter nahmen die Neuankömmlinge nur widerwillig bzw. gar nicht auf. Sie mieden den Umgang mit Ihnen und kündigten allen im Krieg stehenden Muslime den Waffenstillstand an. Damit erstickten sie jegliche geplante militärische Aktion im Keim … das Heer des deutschen Adels war zur Untätigkeit verdammt. Die Deutschen bemerkten zu ihrem größten Verdruss die Vertraulichkeit der syrischen Barone und der Templer mit den „Ungläubigen“. Das Land war unter ihnen aufgeteilt, jegliche Art von Pilgeraufmarsch störte den reibungslosen Handel. Niemand wollte diese „Fremden“ … sie waren jedermanns Feind und unerwünscht!
Zu allem Ungemach fiel im September 1197 aus ungeklärter Ursache der König von Jerusalem und Graf Heinrich von Champagne aus einem Fenster des Palastes. Es entstand Verwirrung und Zank darüber, wer sein Nachfolger werden sollte. Die französischen Pilger und Ritter zogen nach dem Tod ihres „Franzosenkönigs“ in ihre Heimat zurück … die Verteidigung des heiligen Landes beruhte nun auf den deutschen Wallfahrern. Wo waren die Ordens-Ritter?
Die Templer setzten sich durch und empfahlen König Amalrich von Zypern als neuen König, den Bruder und Nachfolger Veits. Damit war Amalrich von der Gunst der Templer abhängig, deren Macht wuchs, wohingegen die des Reiches immer mehr zerfiel.
Die Deutschen eroberten nun doch noch die eine oder andere Stadt unter dem Heerführer Heinrich von Brabant. Sie eroberten u.a. für König Amalrich die Stadt Sidon, die er sodann als Hauptsitz seines Reiches erkor. (Der König von Jerusalem war ja nur ein wertloser Titel, da die Stadt seit 1187 in den Händen der Muslime war).
Im Winter starb in Deutschland der Kaiser Heinrich VI. Viele Deutsche Ritter zogen in ihr Heimatland zurück, enttäuscht, dass es mit den Pullanen, Templern, Johannitern keine Einigung gab, Jerusalem erneut zu erobern … aus Eigennutz ließen es diese Parteien nicht zu, dass es dazu kommen sollte. Ihnen war die Eroberung der Küstenstädte mit ihrem Zugang zum Meer und den Handelswegen wichtiger als Jerusalem, welches finanziell keine große Beute versprach.
Aber auch andere geplante militärische Aktionen der Deutschen Ritter gegen die Muslime wurden von den Ordensrittern und Baronen unterbunden, so dass die meisten Deutschen zurück in ihr Land kehrten. Sie brachten keine guten Nachrichten über das Verhalten der Templer im Orient, die ihre Macht im Heiligen Land mit niemanden teilen wollten.
Der Großmeister Gilbert starb im Jahre 1198 (andere Quellen 1200). Das genaue Datum ist nicht bekannt.

13
Terricus
1198 - 1201
Terricus, welcher schon nach dem Tod des Grossmeisters Arnaud von Toroge Großkomtur gewesen war, vielleicht sogar Komtur von Jerusalem war, gelang nun auch zur großmeisterlichen Würde.
Ein Mann von reicher Erfahrung, großer Geschäftskenntnis und vielem Ansehen im und außerhalb des Templerordens wurde von Papst Innocenz III am 15. Juli 1198 als neuer Großmeister bestätigt. *
* Viele Schriftsteller lassen fälschlicherweise einen Pontius Rigaldus als Meister folgen, der aber von den Verfassern aus dem 12. Jahrhundert nicht genannt wird. Er ist entweder in der kurzen Vakanz nach Gilbert Großkomtur oder Großkreuzritter gewesen. Überhaupt wird die Reihenfolge der Meister von jetzt an sehr unsicher, weil keine größeren Pilgerfahrten mehr stattfanden und der Tempelorden still vor sich hinlebte. Die Geschichte des schwachen Reiches Jerusalem war tatenarm. Zudem galten im Tempelorden die Meister immer weniger,weil der Konvent alles leitete und somit die Großmeister wenig oder gar nicht genannt wurden.
Die Tempelritter fühlten sich nun seit über einem halben Jahrhundert in ihrer Bedeutsamkeit groß und stolz. Ihr Großmeister war auch stets einer der ersten Barone im Reich Jerusalems. Bei allen wichtigen Verhandlungen und öffentlichen Unternehmungen wurden sie zu Rate gezogen.
Ein Tempelritter kam stets aus adeligem Hause und so wurde diese Ritterschaft hochadelig und mächtig, angesehen im Abendland wie auch in Syrien. Ja, diese Ritterschaft war gefürchtet. Kein Fürst wagte es, ihr Ansehen in Frage zu stellen. Dazu kam, dass der Orden vom Papst begünstigt wurde, ihn mit vielen Vorrechten bedachte und die mächtigsten Fürsten ihm ihr Vertrauen, ihre Achtung und ihre Gunst erwiesen.
In den Urkunden nannten sich die Templer „Knechte Christi“ – „arme Ritterschaft des Herrn“. Der Großmeister gab sich das Prädikat „Demütiger“. Aber in Wirklichkeit waren sie nicht nur „Brüder des Tempels“, sondern die TempelHERREN. Der würdige Bruder Humbert rief ihnen zu „Was hilft es, die Sarazenen zu besiegen und von Lastern besiegt zu werden“…
Im März 1198 hatten die meisten Pilgerfürsten die Heimfahrt angetreten. Pullanen und die geistlichen Ritterorden sahen keinen Kreuzzug gern, erstere um in Ruhe und Frieden mit den Sarazenen zu leben (in Jerusalem lebten unter dem Islam sowohl Christen und Juden frei und ohne Konfessionszwang), letztere wollten recht schnell die Reichtümer des Orients einsammeln und sie ins Abendland bringen, um dort ihr Leben reich fortzuführen.
Nachdem die Deutschen das Land verlassen hatten, schloss der neue König Amalrich einen Waffenstillstand mit Malek al Adel, dem Nachfolger des Saladin.
1199 sprach der Bischof von Sidon den Bann über den Orden der Tempelherren aus, weil er 1.300 Byzantiner, welche der Bischof von Tiberias früher geliehen aber nicht zurückzahlen wollte, einforderte.
Papst Innocenz III, ein Freund der Templer, schlichtete diesen Streit und hob den Kirchenbann wieder auf.
Um diese Zeit beschwerte sich Leo, König von Armenien, bei Innocenz über die Templer, denen er 20.000 Byzantiner bezahlt hatte, um ihm gegen die Sarazenen beizustehen. Sie haben dieses Versprechen nicht gehalten – im Gegenteil. Sie verbündeten sich mit Boemund, den Grafen von Tripolis und machten dem Neffen Leos, Rupinus, den Besitz des Fürstentums Antiochiens streitig. Da sie die Bürgerschaft Antiochiens auf ihre Seite brachten, musste König Leo das Fürstentum aufgeben. Auch hier wandte sich König Leo an den Papst. Dieser wünschte, dass König Leo die Burg Gaston räumen und sie den Templern übergeben solle und seine Ansprüche einer einberufenen päpstlichen Delegation vortragen möge. Die Templer verbanden sich mit dem Grafen von Tripolis und den Johannitern, um Rupinus zwischenzeitlich das ganze Land abzunehmen, so dass es zu keiner weiteren Untersuchung durch die päpstliche Delegation kommen sollte.
Papst Innocenz III schonte die Templer, wann immer er konnte. Er sah sie als einzige, die in der Lage sein würden, das Heilige Land zurückzuerobern. Er ging sogar so weit, dass er der Geistlichkeit eine Steuer aufsetzte und verordnete, dass dieses gesammelte Geld an die Templer ginge, die damit tüchtige Krieger ausrüsten sollten.
Auf eigene Kosten ließ Innocenz ein Schiff bauen und mit vielen Lebensmitteln, welche andere Wohltäter für das Heilige Land aufbrachten und spendeten, ausstatten. Ein Tempelritter Martin, ein Johanniter Raimund und ein Mönch Johann sollten das Schiff nach Syrien geleiten (1200). Das Schiff kam bei Messina in einen Sturm , die Ladung drohte zu verderben. Daher verkauften sie Schiff und Ladung und kamen mit diesem Geld nach Palästina. Damit konnte ein neuer (kleiner) Kreuzzug unter Führung der Templer begonnen werden – der aber niemals stattfand.
Zwischen 1200 und 1201 mag Terricus verstorben sein. Genaue Daten hierüber gibt es nicht.

14
1201 - 1207
Einige Autoren erwähnen Philipp erst als Meister im November 1202. Sie lassen dann 1204 einen Theodat von Bersiac folgen. Dieser wird aber in den alten Urkunden nie erwähnt. Auch in der Bestätigungsbulle des Papstes Innocenz III findet sich kein Grossmeister dieses Namens. Es ist überhaupt sehr schwierig, aus dieser Zeit ganz genaue Angaben über die jeweiligen Grossmeister zu machen.
Philipp du Plessis war aus einer edlen Familie aus Anjou und daher den französischen Interessen ergeben. Wir wissen von ihm wenig zu sagen, da er aus dem inneren Kreis des Konvents kam und es zu seiner Zeit relativ friedlich im Orient zuging. Wenn es keine grossen Kriegstaten zu verkünden galt, schweigt die Geschichte des Ordens.
Venezianische Seefahrer und französische Ritter-Söldner unternahmen einen Beutezug gegen Konstantinopel – das berührte das Heilige Land und die Templer sehr wenig. Am 12. April 1204 eroberten diese „christlichen“ Pilger/Raubritter Konstantinopel und wählten am 9. Mai den Grafen Baldouin von Flandern zum Kaiser des neuen lateinischen Kaisertums.
Diese Erhebung meldete Baldouin dem Papste in einem Schreiben, welches Barochius, der Meister der Templer in der Lombardei, überbrachte. Daraus ersehen wir, dass offenbar auch Tempelritter bei der Eroberung von Konstantinopel teilnahmen, welche dieser Barochius befehligte. Denn da die Venezianer federführend diesen Kreuzzug betrieben, so lag es den lombardischen Templern nahe, sich anzuschliessen.
Auch muss der Tempelmeister Barochius die Zuneigung des Kaisers Baldouin besessen haben, da dieser ihm für das Tempelhaus zu Mailand kostbare Geschenke übersandte. Edelsteine, Silber, Samtgewänder und kirchliche Roben, dazu Ringe, goldene Kreuze und ein Stück Holz aus dem Heiligen Kreuz von Golgatha.
Auch für den Papst brachte Barochius Geschenke von Kaiser Baldouin aus dem geplünderten Konstantinopel mit.
Die Templer in Syrien hatten dagegen ganz andere Probleme. König Leo von Armenien, der sich durch die Templer betrogen, getäuscht und beraubt sah, kündigte ihnen den Krieg an. Er fiel über alle ihre Güter her, raubte und vernichtete sie. Der Schaden für den Orden war ungewöhnlich hoch. Er schleifte auch 2 Templerburgen und schleppte deren Besatzung unter harter Behandlung in Gefangenschaft.
Der Papst verfügte über König Leo den Kirchenbann. Die Fürsten von Antiochia wurden nach Tripolis zu Friedensverhandlungen vorgeladen. Philipp du Plessis und der Johanniter Alfons von Portugal nahmen daran teil. Die Abgeordneten von Antiochien blieben aus – es blieb den Templern und Johannitern nichts anderes übrig, sich mit König Leo gütlich zu einigen, um einen Bürgerkrieg zu verhindern.
Leo stimmte einem Waffenstillstand zu. Der Bischof der armenischen Kirche schrieb darauf an Papst Innocenz und beschuldigte die Templer, dass diese ursächlich diesen Krieg begonnen haben. Er bat den Papst, den König Leo und dessen Bevölkerung gegen die Anmaßungen der Tempelherren zu beschützen. Er bat den Papst um Entsendung eines unparteiischen Richters. Am römischen Hof waren aber auch die Templer zuhause – es kam daher nie zu einer ernsthaften Untersuchung der Vorfälle, ganz im Sinne der Tempelherren.
Mit den Sarazenen lebten jetzt die syrischen Fürsten in friedlichen Verhältnissen. Für König Almarich waren daher die französischen und flanderischen Ritter, welche nach Konstantinopel gezogen waren, mehr als lästig. Die Ritter nahmen regen Anteil an den Auseinandersetzungen zwischen König Leo und den Templern. Es kam auf beiden Seiten zu blutigen Kämpfen.
Der Grossmeister Philipp bewog den französischen Grafen von Perches zum Kampf gegen König Leo von Armenien. Die flandrischen Ritter schlossen sich auf Zureden der Johanniter dem Heer König Leos an. Es kämpften 2 christliche Orden mit ihren Rittern gegeneinander.
Trotzdem waren sich Templer und Johanniter im November 1203 wieder darin einig, einen Raubzug des König Almarich gegen Malek al Adel zu unterstützen. Auf diesem Raubzug befanden sich wie gewöhnlich die Tempelritter im Vorderteil des Heeres, die Johanniter sicherten nach hinten. Es waren für alle Beteiligten erfolgreiche Raubzüge und sie brachten große Beute nach Akkon zurück.
Am 1. April 1205 starb König Almarich. Das Land ohne Regenten war schutzlos, sodass die Ritterorden schwer zu kämpfen hatten. Sie hätten leicht mit ihren geraubten Schätzen ein ganzes Heer aus dem Abendland herbeirufen können, so vertrauten aber auf einen Waffenstillstand mit Malek al Adel, der bis 1206 gelten sollte.
Um weiteres leichtes Geld zu machen, förderten die Templer den Aberglauben unter den Pilgern. In Damaskus (dort lebten koptische Christen) wurde ein Marienbild verehrt, aus deren Brüsten ein ölartiger Saft ausfloß. Dieses holten die Templer herbei und boten Tropfen dieses Saftes für horrendes Geld feil. Reliquien waren schon immer die grösste Einnahmequelle der Tempelherren!!
Der Waffenstillstand mit Malek al Adel wurde von Seiten der Templer nach 1206 nicht mehr verlängert. Die Johanniter waren für eine Verlängerung. Auch der Sultan war dafür. Doch der Klerus war auf Seite der Templer – man beschloss den Kampf, da Malek al Adel sich weit weg in anderen Teilen des Reiches aufhielt und die Städte unbefestigt waren. Es lockte reiche Beute, und nur darum ging es im Heiligen Land.
Am 13. September 1207 sah sich Papst Innocenz, der bis dato immer zu den Tempelherren hielt, genötigt, ein Schreiben an den Großmeister Philipp zu senden:
„ Der Kardinäle und Bischöfe wiederholte Beschwerden über grosse Vergehen deiner Brüder müssen uns sehr betrüben, da sie uns und der Kirch Ärgernis, den Seelen Gefahr und Deinem Orden Nachteil bringen. Deine Brüder stehen von Gott und der Lauterkeit ihres Ordens ab, sind so voll frechen Stolzes, dass sie selbst die Kirche, welche nicht nachlässt, den Tempelrittern Gutes zu erzeigen, beschmutzen. Sie wagen zu behaupten, dass bei ihrer Ankunft an interdicierten Orten alle Kirchen geöffnet und der Gottesdienst darin gefeiert werden dürfe, so dass die Wirkung des Interdikts gänzlich gelähmt wird. Sie fröhnen dem Geize und dämonischen Lehren, lassen jeden gemeinen Menschen um geringen Preis an ihrer Bruderschaft teilnehmen. Sie nehmen teil an der Welt, wie es Religiösen nicht ziemt, ergeben sich der Völlerei, ihr Ordenskleid ist eine heuchlerische Lüge. Viel Schändliches verschweigen wir, um nicht härtere Strafen verhängen zu müssen. Da wir es gut mit Euch meinen, vertraue ich Deiner Klugheit, dass Du als ein rechtlicher Mann und für das Wohl Deines Ordens eifernd, deine Ermahnung erteilst, sich vom Bösen abzuwenden. Widrigenfalls, so Euch solchen Frevels wegen in der Folgezeit Böses zustoßen sollte, messet es nicht aus, sondern Euch selbst bei. Namentlich befiehl, dass sie unsere Legaten ehren, die sich sehr über Deine Tempelbrüder beklagen“
Da Innocenz ein eifriger Gönner dieses Ordens war, und diesen so strafte, können wir hieraus dessen inneres Verderben erkennen und wie sehr er das Ansehen der Kirche missachtete. Aber der Orden war reich und mächtig und …..überaus nützlich!!
Nachfolger des verstorbenen Königs Amalrich wurde der Franzose Graf von Brienne. Den Templern war der „Franzose“ nicht genehm, stand er doch zu nah am französischen Königshaus. Sie befürchteten Einflussnahme auf ihre Privilegien. Da der Waffenstillstand mit Malek al Adel abgelaufen war, wollten Johanniter, Deutschritter und die syrischen Barone diesen verlängern, um den Frieden noch für längere Zeit zu gewahren. Anders die Templer. Sie verhinderten den Abschluss eines neuen Waffenstillstandes und sorgten dafür, dass der von ihnen ungeliebte König gleich nach seiner Ernennung ins Schlachtfeld musste.
Er konnte aber keinen entscheidenden Sieg auf dem Schlachtfeld herbeiführen, zumal ihn Templer und Johanniter mit ihren Rittern gar nicht unterstützten. Sie wollten einen schwachen König, damit sie ihre Interessen im Orient weiter verfolgen konnten.
Anders verhielten sich die Templer in Europa, namentlich in Spanien und Portugal. Die abendländischen Templer kämpften heldenhaft gegen die Mauren und zeigten gerade in den Jahren 1209 – 1212 großen Eifer und Tapferkeit, was Kaiser Otto IV. dazu bewog, ihnen seinen kaiserlichen Schutz zu versichern.
Der König von Aragonien, Peter II, war mit den Leistungen des Ordens so zufrieden, dass er dem Meister von Portugal, Peter von Montaigu, die Stadt Tortosa am Ebro schenkte.
Der Tempelmeister von Aragon, Wilhelm von Montedon (Monredon) war dem Papst Innocenz III persönlich bekannt und von ihm sehr geschätzt. Im Jahre 1216 errichteten die Templer von Salamanca ein Schutzbündnis mit dem Orden San Jago von Compostela und den in Kastilien wohnenden Johannitern.
Neben Frankreich war der Orden am reichsten in England. Dass die Templer König Richard verraten hatten, hat dieser nie erfahren, da er schon 1199 starb. Aber, dass sie mit seinem Bruder John (Johann ohne Land) Verträge gegen ihn schlossen, das wusste und verzieh er ihnen, wie er auch seinem Bruder vergab. Die Templer zu strafen, schien selbst einem Richard Löwenherz zu gefährlich.
König John kam in päpstlichen Bann, der König von Frankreich sollte diesen Bann vollziehen und England einverleiben. Der Könige von Frankreich schickte 2 Tempelherren, die König John klarmachten, dass er keinen Schutz durch die englischen Templer erwarten durfte und dass es besser wäre, seine Krone dem Papst zu Füssen zu legen. Er könne dann England als römisches Legat und als zinspflichtiges Lehen vom römischen Stuhl übernehmen.
Da König John 20.000 Silberbarren den Templern zur Aufbewahrung gegeben hatte, forderte er diese von ihnen zurück, sodann würde er sich dem römischen Stuhl beugen. Die englischen Barone, aufgebracht über diese Johanns Sch.ändlichkeit und sklavischen Sinn,erpressten von ihm hieraufhin die MAGNA CHARTA.
Am 15. Juli 1215 unterschrieb der Tempelmeister von England, Amalrich, den Freiheitsbrief, zusammen mit allen Bischöfen und Baronen. Die Macht des Ordens nahm im Abendland stetig zu. Die deutschen Fürsten u.a. Herzog Otto von Lüneburg übertrug ihm seine gesamten Güter unter der Bedingung, dass er und seine Nachkommen teil an der Tempel-Bruderschaft haben.
Breitete sich der Orden im Abendland immer mehr aus, zeigte er sich im Orient nachteilig für das Heilige Land. Wiederum sah sich der Papst genötigt, die Templer jetzt sogar mit einem Bann zu drohen, sollten sie die Interessen der Kirche im Orient nicht würdig vertreten und nun endlich den Kreuzzug auf Jerusalem beginnen. Er forderte beide Orden auf, ihm, dem Papst, mitzuteilen, wie gross die Macht und die Bedrohung des Sultans Malek al Adel ist. Alle 3 Parteien, Templer, Johanniter und die syrischen Barone berichteten dem Papst, dass die Macht der Sarazenen gebrochen sei. Der Sultan würde sich durch eine jährliche Tributzahlung an den Patriarchen von Jerusalem den Frieden erkaufen und die Stadt Jerusalem für alle Pilger öffnen.
Niemand wollte einen Kreuzzug oder eine Eroberung Jerusalems in Angriff nehmen. Die Zerrüttung war groß. Fürsten und Barone wurden durch Assassinen ermordet, die Auftraggeber nie ermittelt.
Auf dem großen Laterankonzil 1215 erschienen beide Ordensmeister nicht, und auch dieses Konzil brachte keinen Kreuzzug zustande. Die Unruhen mit den Katharern, der Streit zwischen Friedrich II von Staufen gegen Otto dem Welfen, der Krieg zwischen Frankreich und England, die vielen Fehden in Italien, der Kampf der Spanier und Portugiesen gegen die Mauren – all das nahm die Kräfte des Abendlandes so sehr in Anspruch, dass man dem Morgenlande nur eine tatenlose Teilnahme widmete.
Die Templer sammelten zwar fleißig Gelder, scheinbar zur Hilfe des Heiligen Landes, aber im Abendlande herrschte der allgemeine Verdacht, dass grosse Summen unterschlagen wurden und nie dafür verwendet wurden.
100 Jahre vor der Zerschlagung des Tempelordens (1312) wurden bereits die Weichen für den Untergang des Ordens gestellt.
Im Jahre 1217 muss dann auch der Grossmeister Philipp von Plessis gestorben sein – ebenfalls 100 Jahre später starb der letzte Grossmeister, Jacques de Molay auf dem Scheiterhaufen….

15
1217 - 1219
Wilhelm, Vizdom von Chartres war schon vor Jahren (1203) mit französischen Kreuzfahrern nach Syrien gekommen. Er stand dem Konvent der Templer sehr nahe. Neue Kreuzzüge gegen die Muslime im Heiligen Land unterstützte auch dieser Großmeister nicht. Der Frieden bzw. Waffenstillstand mit den Sedschuken hielt und das Land war, abgesehen von einzelnen Kämpfen diverser Gruppierungen, befriedet. Jerusalem war für die Pilger zugänglich – so sah es der Waffenstillstand vor. Warum sollte er mit neuen Kreuzzügen gestört werden?
Diese „politische Einsicht“ waren den Hütern des christlichen Glaubens in Europa nicht bekannt bzw. für sie nicht nachvollziehbar. Im August 1217 hatte der König von Ungarn, Andreas, einen Kreuzzug mit 15.000 Kriegern angetreten und sollte nach Verordnung des Papstes mit dem König von Jerusalem und den 2 Großmeistern der Ritterorden zusammentreffen. Ob dieses Treffen dann stattgefunden hat, ist nicht verbrieft. Wohl aber das Schreiben, welches der Großmeister Wilhelm an den Papst Honorius III. schrieb. Darin lässt er verlauten, dass die Situation im Heiligen Land friedfertig ist und keinen Kreuzzug benötigt.
Wohl sei aber das große Kreuzheer mit seinen vielen Pferden und Lebensmitteln eine willkommene Hilfe, da Syrien nicht an tüchtigen Kriegern, wohl aber an Pferden und Lebensmitteln Mangel habe.
Damit der König von Ungarn sein Heer nicht umsonst ins Heilige Land geführt hat, versammelten sich die Heere der Templer, Johanniter, der syrischen Barone und der „Pilger“-Fürsten am Jordan, wo sich gegenüber Malek al Adel mit seinem Heer befand und lagerte. Er wich beim Anblick des Christenheeres zurück - die Ordensritter sahen keinen Anlaß, ihn zu verfolgen und zum Kampf zu stellen. Statt dessen führten auch sie das gesamte Christliche Heer zurück.
Der Großmeiste des Templerordens, Wilhelm, lag nach Rückzug nach Akkon dort sehr krank zu Bett und überließ es dem Großmeister der Johanniter, Guarin von Montaigu, so zu verfahren, wie er es für richtig halte. Daraufhin gab dieser am 3. Dezember 1217 den Befehl, dem Heer der Sedschuken nachzueilen und sie zum Kampf zu stellen. Der Kampfplatz war von den Christen sehr ungünstig gewählt, mussten sie doch eine Anhöhe besteigen, auf der das Heer der Sedschuken lagerte.
Nach einem kurzen, leidenschaftslos geführten Kampf, in dem sehr viele Templer und Johanniter verwundet wurden, zog sich das Herr wieder nach Akkon zurück. König Andreas hatte genug gesehen, um die Entscheidung zu treffen, im Januar 1218 das Heilige Land mit seinem Heer zu verlassen. Die Templer und Johanniter hatten es durch ihre gezielte Passivität geschafft, auch diesen kleinen Kreuzzug schnell zu beenden.
Statt dessen bauten sie ihren Bezirk Akkon weiter aus. In Cäsarea entstand eine der größten Festungsanlagen direkt am Meer. Das sollte der Templersitz für die nächsten Jahre werden (1118 – 1187 Jerusalem, bis 1191 Antiochien, bis 1217 Akkon und nun das „Pilgerschloß“ bis 1291). Es war ein stattlicher Bau, einer der größten, der je vom Orden erbaut wurde. Ein Palast, eine Kapelle, viele Gebäude für Menschen und Pferde. Dieses wunderbare „Schloß“ war sechs Meilen vom Berge Tabor entfernt, die Araber nannten es „Atslits“. Es glich nach Umfang und Lage dem sächsischen Köngistein, übertraf es aber an Baulichkeiten und Pracht. Fischteiche, eine Anstalt von Gewinnung des Meersalzes, Wälder, Wiesen, Gärten, Weinberge. Hier wohnte der Templerkonvent mit seinen vielen Rittern und Servienten. Die großen Generalkapitel wurden hier gehalten.
Diese Burg („Pilgerschloß“) beherrschte mit ihren gewaltigen Felsenzinnen die Ebene von Akkon bis zum Berge Tabor, nebst der Meeresküste. Es war der Mittelpunkt des gewaltigen Ordens der Tempelherren in den Zeiten ihrer Blüte - bis 1291.
Es kamen zahlreiche Deutsche Ritter (friesische und kölnische) nebst Niederländern, die das Kontingent in Akkon erhöhten und die sich unter den Befehl der Templer stellten. Diese erkannten, dass ein dauernder Waffenstillstand bzw. Frieden nur gewährleistet werden kann, wenn der Hauptsitz der sarazenischen Macht, Ägypten, erobert wird. Zudem lockten die Schätze dieses Landes – viele male wurde versucht, diese Schätze zu erobern. Mit wenig Erfolg.
Damiette, die ägyptische Stadt am Nil, sollte nun mit Hilfe der Kölner, Friesen und Niederländer erobert werden. Auch der Herzog von Österreich, nebst Johannitern unterstützten die Templer bei dieser Raubfahrt. Am 1. Juli 1219 unternahmen 4 Schiffe einen gemeinsamen Angriff auf Damiette, das mit 300 Soldaten befestigt war.
Die beiden Schiffe des Herzogs von Österreich und das der Johanniter zerbrachen ihre Fallbrücken, sie sanken und Dutzende Kämpfer fanden den Tod im Nil. Nur die Schiffe der Friesen und Kölner (also der Deutschen!) schossen mit ihren Wurfgeschossen die Türme der Stadt nieder.
Der Tempelmeister aus Köln, Oliverus, welcher den besten und noch bestehenden Bericht dieser Belagerung geliefert hat, erbaute mit Hilfe eines Kriegsbaumeisters ein Kriegsfahrzeug, in dem sie durch Balken und Taue zwei große Schiffe miteinander verbanden. Auf diesen Schiffen errichteten sie 4 hohe Masten und auf deren Spitzen ein hohes turmähnliches Gebälk, über welches sich ein netzartiges Pfahlwerk zum Schutze gegen die Wurfmaschinen breitete. Unter diesem Turm baute man eine mit Tauen befestigte leiterartige Fallbrücke an, welche, ebenfalls durch Netzwerk geschützt, 40 Ellen über das Schiff hinausreichte.
Die Belagerten antworteten mit griechischem Feuer! Es wirkte sehr schnell und war schwer zu löschen. Erst nach einer Stunde gelang es den Christen, das Feuer zu löschen und jetzt entbrannte ein wütender Kampf – die Deutschen und Friesen drangen auf der Fallbrücke in die Stadt ein, man kämpfte mit Äxten, Schwertern, Lanzen, eisernen Haken, Keulen, Ankern, Eisenstangen oder sonst mit allem, was aufzutreiben war. Nach über 25 Stunden durchgehenden Kampfes übergab die geschwächte Besatzung den letzten Turm an den Herzog von Österreich.
Die Christen sprengten die großen eisernen Ketten, die über den Nil gespannt waren und jedes Durchkommen eines Schiffes verhindern sollte. Der Fall von Damiette verbreitete Schrecken in ganz Ägypten.
Im September 1219 kamen sodann viele französische Ritter in das Lager, darunter auch der erkrankte Großmeister Wilhelm, der verhindert zu Akkon das Bett hüten musste. Die Deutschen sahen ihr „Werk“ als getan und zogen zurück in ihre Heimat, die französischen Ritter füllten ihr Kontingent wieder auf. Im Abendland kam das Gerücht auf, dass der Tempelorden die gesammelten Gelder für die Kreuzzüge für eigene Belange verwendeten und nicht dafür, Jerusalem zurückzugewinnen (das war ja auch die Wahrheit!). Papst Honorius III stellte das öffentlich in Abrede und sandte zum Beweis dafür den päpstlichen Legaten Pelagius ins Heilige Land.
Pelagius, Bischof von Albano, war ein herrschsüchtiger Mann, der die Oberbefehlsgewalt über das ganze christliche Heer, einschl. der Ritter des Tempelordens forderte. Das Heer zerfiel in Parteien – die Templer standen zwar zum Legaten (was blieb ihnen anderes übrig, der Papst war ihr oberster Herr), aber das Fehlen der Eintracht brachte keine Unternehmung zustande. Stillstand im Kampf gegen die Sedschuken!
Zu allem kam im November 1219 ein Wintereinbruch, eine ungewöhnlich raue Jahreszeit begann. Die Nilschwemme, bedingt durch 3 Tage Dauerregen, überschwemmte die Heereslager, Menschen, Tiere, Zelte, Lebensmittel, Kriegsmaterial – alles was sich im Lager befand, führten die Fluten hinweg. Die verbliebenen, feuchten Lebensmittel verdarben, mangelhafte Ernährung führte zu Seuchen – namentlich wütete der Aussatz, gegen den die Ärzte kein Mittel kannten. Ein plötzlicher Schmerz entstand in den Füßen, stieg dann in die Beine und Schenkel, das Zahnfleisch faulte, Zähne fielen aus, Hüften und Schienbeine wurden schwarz, faulten ab und nach langen unsagbar großen Schmerzen starb der Kranke. (Antonius-Feuer?)
Erst die warme Frühlingsluft brach die Kraft dieser Krankheit. Ein Drittel des gesamten Kreuzheeres wurde dahingerafft, darunter auch der Großmeister Wilhelm von Chartres, der erst vor wenigen Monaten von schwerer Krankheit genesen, dieser Seuche nicht zu widerstehen vermochte.
Doch die Schlacht auf dem Nil ging grausam weiter. Ein großes Schiff der Templer wurde vom Nil an das Stadtufer gerissen, die Feinde drängten mit Übermacht herbei, versuchten Schiff und Mannschaft an Land zu ziehen. Eine sarazenische Galeere enterte das Templerschiff, so dass es zwischen 2 kämpfende Truppen eingekeilt war.
Die verzweifelten Templer bohrten das Schiff an, da ihnen jeder Ausweg zum Entrinnen genommen war. „Die Kämpfer würgten sich noch im Wasser“ berichtete ein Überlebender dieser Schlacht. Die verbliebenen Friesen und Kölner (10 tapfere Männer) griffen mit einem kleinen Segelschiff die Brücke der syrischen Galeere an. Die Franzosen nannten dieses Schiff „den heiligen Märtyrer“, weil sie ihm den sicheren Untergang weissagten. Sie eroberten die Brücke und zerstörten die Galeere unter dem Jubel des christlichen Heeres.
Erst jetzt konnten auch die verbliebenen Tempelritter ihrem toten Großmeister gedenken. Wilhelm von Chartres konnte aufgrund seiner Krankheit und sehr frühen Todes nur sehr wenig für seinen Orden tun.

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16
1232–1244
Hermannus Petragoricemsis, Hermant de Perigord, Hermann von Perigord, Hermann de Pierre-Grosse war ein Sohn des Grafen von Perigord (Haus Perigord). Ab 1205 war er Meister der Templerordensprovinzen von Apulien und Sizilien. Nach der Rückkehr des Kaisers Friedrich II. zog dieser alle Templerbesitztümer in Apulien und Sizilien ein, so dass die Stelle des Provinzkomturs überflüssig wurde. Die Templerverluste in Italien wurden durch erhebliche Gebietserweiterungen im Osten des Okzidents ausgeglichen, ebenso erhielten die Templer Unterstützung in Portugal in den Jahren 1228 und 1229, da sie im stetigen Kampf gegen die Mauren standen. Auch in Frankreich und England war der Templerorden stark vertreten und eine gewaltige Macht gegenüber den Mächtigen. Der Erzbischof Hubert von Canterbury hatte bei den Templern eine bedeutende Summe hinterlegt um den in Gefangenschaft geratenen Heinrich III. auszulösen. Diese Summe wurde dann 1232 genutzt um Heinrich III. freizubekommen. Im selben Zeitraum verbreitete sich der Tempelritteroden in der Mark Brandenburg. Begünstigt wurde der Orden durch den Bischof Lorenz von Lebus, so dass er auch Küstrin erhielt. Gregor IX. bestätigte gegenüber dem Orden auch den Wegfall des Zehnten zugunsten des Templerordens. Im selben Zeitraum kam der Tempelritterorden auch verstärkt nach Böhmen und machte sich dort mit Unterstützung der höchsten Kreise breit. Im Jahr 1243 finden sich dann die Templer ebenfalls in Mähren wieder, begünstigt durch den Herzog Friedrich den Streitbaren von Österreich. Ein Bruder des Herzogs wurde auch als Hauskomtur von Mähren bestätigt.
In Palästina war augenscheinlich Ruhe eingekehrt, doch wurden nun die beiden Ritterorden der Templer und Hospitaliter/Johanniter aktiv gegen das Fürstentum Antiochien, dass aus den Friedensverhandlungen ausgeklammert worden war. Genau ist nicht bekannt ab wann Armand de Perigord Großmeister wurde, die Zahlen weisen auf 1230 und 1232 hin. Jedenfalls in diesem Zeitraum übernahm der gemäßigte Perigord den Templermeisterposten. Im Jahr 1230 begannen die Hospitaliter/Johanniter eine Fehde gegen den Fürsten von Hamas Thakieddin, da dieser ihnen ihre jährliche Tributzahlung von 1000 Goldstücken versagte. In Absprache mit dem Großmeister des Hospitaliterordens beteiligte sich Armand de Perigord mit seinen Templern ebenfalls an der Auseinandersetzung. So wurden 500 Ritter und 2500 Fußknechte zusammengezogen, bei denen sich auch syrische und zyperische Verbände befanden. Diese Streitmacht verwüstete die Region Hama, so dass sich der Fürst von Hamas wieder bereiterkläre den Tribut zu zahlen. Danach lösten sich die Truppen bis auf die Templer auf. Nachdem aber immer wieder Händel zwischen dem König Haiton von Armenien und den Templern ausbrachen und er diesmal einige Templer hatte aufhängen und zu Tode schinden lassen, entschied sich der Templergroßmeister dazu sich mit dem Fürsten von Antiochien zusammen zu tun und gegen Haiton vorzugehen. Dieser aber bekam noch rechtzeitig die Nachricht über den bevorstehenden Kriegszug gegen ihn und so bot er dem Templergroßmeister gegen eine sehr beträchtliche Summe an den Frieden zu halten. Am 01. September 1230 erfolgte in Anagi die Versöhnung zwischen Papst und Kaiser, so dass ab jetzt die Reibereien und Feindseligkeiten gegen die kaiserlichen Ritterorden und Staathalter aufhören mussten. Der neue kaiserliche Staathalter in Jerusalem Richard musste sich gegen neue Feindseligkeit der Muslime wehren und so wurde dem Papst wie auch dem Kaiser der neuerliche Angriff zugetragen. Der Papst sprach sich mit dem Kaiser ab eine große Streitmacht und die benötigten Gelder zusammenzulegen.
Auf Anordnung des Statthalters und des Papstes sollte die Waffenruhe weiterhin eingehalten werden bis die christliche Streitmacht aufgestellt worden war, doch die Templer waren sofort nach Ausbruch der Kampftätigkeiten aktiv gegen die Muslime vorgegangen. Der Templerorden fügte sich nur schweren Herzens den Anordnungen und grollte vor allem dem Kaiser, da dieser ihnen die enteigneten Güter noch nicht zurück gegeben hatte. 1231 sandte der Papst den Bischof von Modena zu Friedrich um diesen zu ermahnen die Güter wieder zurück zu geben. Der Kaiser aber führte erhebliche Beschwerde gegen die Tempelherren an mit der Begründung, dass die ganze Verteidigung de Heiligen Landes ausschließlich in seinen Händen lag. Außerdem würden die Templer nicht den Anweisungen des kaiserlichen Staathalters im Outremer Folge leisten. Weiterhin führte Friedrich aus, dass die erworbenen Templergüter unrechtmäßig angeeignet worden waren, so dass er noch an seinem Sterbebett angewiesen hatte nur die Templergüter zurückzugeben, die durch die jeweiligen Ritter rechtmäßig erhalten worden waren, alle anderen Güter sollte die kaiserliche Verwaltung behalten. Im Outremer jedoch führte der kaiserliche Staathalte mit harter Hand und Disziplin die Verwaltung durch, die von den Ritterorden und den syrischen Baronen nicht gewohnt war. So entschieden sich die Barone dazu, ebenfalls wie die Ritterorden Bruderschaften aufzubauen und gestärkt mit einem vernünftigen Zusammenhalt gegenüber den Muslimen und dem Kaiser dazustehen. So entstanden die Bruderschaften von Hadrian, Andreas und Jakobus zum gegenseitigen und gemeinsamen Schutz der Ritterschaft und der Bürger des Heiligen Landes. Der zyprische Statthalter Johann von Ibelin, Vormund des Königs Heinrich von Zypern, unterstützte diese Zusammenschlüsse und rückte mit einem Heer nach Syrien vor um den kaiserlichen Staathalter zu bekriegen. Johann von Ibelin lagerte mit 43 pullanischen Rittern bei Berytus um sich hier mit dem Patriarchen Gerold und den Großmeistern der Hospitaliter/Johanniter und Templern zur Aussprache zu treffen und eine mögliche Lösung für einen Frieden zu finden. Doch unverrichteter Dinge kehrten die Verhandlungsführer nach Akkon zurück und auch Johann von Ibelin provozierte in der Hauptkirche, bei seinem Beitritt zur Bruderschaft des Hadrians, erneut eine Auseinandersetzung indem er mehrere kaiserliche Frachtschiffe die im Hafen lagen besetzte und gegen kaiserliche Beamte vor ging.
Diese Auseinandersetzungen wurden durch den Patriarchen und die beiden Ritterorden offiziell nicht unterstützt, jedoch wurde auch der kaiserlichen Seite nicht wirklich tatkräftig geholfen. Der Papst bestrafte den Patriarchen damit, dass der Patriarch von Antiochien zum apostolischen Legaten ernannt wurde anstelle des Patriarchen. Außerdem wies der Papst daraufhin Frieden zu wahren. Doch dies lag nicht im Interesse der Templer und der pullanischen Barone, so dass diese zwar nicht offiziell gegen den forschen kaiserlichen Statthalter vorgingen, ihm aber unter der Hand so viel wie möglich Schwierigkeiten bereiteten. Die Templer hatten es indes geschafft im selben Zeitraum die Pilgerreise von Marseilles nach Palästina auf Schiffen des Templerordens durchführen zu lassen. Ein besonderes Ereignis traf die Templer in jenen Jahren unvermittelt und zwar beschwerten sich die Zisterzienser offiziell beim Papst über den Orden.
1233 wollte die Bürgerschaft von Marseilles den beiden Ritterorden die Pilgerfahrten nicht mehr alleine zur Verfügung stellen, sondern sich selber am lukrativen Geschäft beteiligen. Doch die umtriebigen Templer schafften es einen Vergleich mit der Bürgerschaft zu erreichen um für beide Orden jährlich auf zwei Schiffen 1200 Pilger ins Heilige Land zu transportieren. Da der Kaiser der Feind beider Ritterorden war kamen die beiden Orden 1234, im Todesjahr des Hospitaliter/Johanniter Großmeisters zu einer Übereinkunft, in welcher sie sich gegenseitig versicherten in keine Feindseligkeiten gegeneinander mehr einzutreten und bei Streitigkeiten zwischen den Orden ein unparteiischer Schiedsrichter entscheiden sollte.
Der neue Legat von Syrien, Erzbischof Dietrich von Ravenna, versuchte eifrig wieder die Einheit im Heiligen Land wiederherzustellen. So wies er die Bruderschaft des heiligen Hadrian an sich aufzulösen und als diese sich weigerte rief er1235 das Interdikt über Akkon aus. Die gesamte Ritterschaft und alle Bürger wurden mit dem Bann belegt, so dass erst ein Jahr später diese Auseinandersetzung beigelegt wurde. In Rom selber versuchte der Papst um große Unterstützung für das Heilige Land und einen neuen Kriegszug unter den Herrscherhäusern zu werben, doch allgemein war ein gegenseitiger Argwohn vorhanden, der alle Bemühungen zunichtemachte. 1236 sandte der Papst einen vertrauten Tempelritter nach England um allen Pilger und Regierenden die sich für das Heilige Land stark machten um ein Entgelt zu bitten und den Kreuzzugsgedanken aufrechtzuhalten. Doch der Argwohn war groß das diese Gelder für den Kampf gegen den Kaiser verwendet werden würden und nicht für das Heilige Land. Während diese Templertruppe äußerst gewalttätig und hinterhältig war bei der Eintreibung dieser Gelder, es wurde sogar Lösegeld erpresst aus der Gefangenschaft im Kerker heraus, stellte sich immer mehr heraus, dass der Orden überhaupt nicht diese Gelder in das Heilige Land investieren oder gar dem Papst zur Verfügung stellen wollte, sondern sie für Ordenszwecke zum Gedeih des Tempelritterordens verwendete.
Im Jahr 1237 verstarb der Sultan von Haleb und so endete der 1230 geschlossene Waffenstillstand abrupt. Die Feindseligkeiten flammten daher sofort nach dem Tod des Sultans in großer Härte auf. Im Juni 1237 belagerten die Muslime die Templerfestung Bagras am antiochischen See gelegen. Gleichzeitig machte sich eine Templertruppe unter dem Befehl des Komturs von Antiochien Wilhelm de Montferrat auf um die Gegend rund um die Burg Darbesak zu plündern und zu verwüsten. Einige abgefallene oder gefangene Christen informierten den Komtur, dass die muslimische Miliz von Haleb unterwegs war um ihn zu vertreiben. Der Templerkomtur erlaubte allen die nicht weiter kämpfen wollten sich zurückzuziehen und so kam es zu einem schweren Kampf zwischen der aus der Burg angreifenden Muslime und der muslimischen Miliz aus Haleb gegen die Templer. Zur Unterstützung griff der Großmeister Armand de Perigord mit seinen Tempelrittern ein und es wurden weit über 3000 Muslime durch die vereinten Christen erschlagen. Der Komtur Wilhelm selber fiel tapfer im Kampf nachdem er 16 Feinde getötet hatte und auch der Bannerträger Reginald de Argenton wurde regelrecht zerfetzt von den Muslimen denen er sich tapfer entgegengestellt hatte. Der Großmeister selber konnte mit neun Rittern fliehen, während auf dem Schlachtfeld 100 Tempelritter, 300 Armbrustschützen und eine große Anzahl an Söldnern zu Fuß getötet zurück blieben. Viele dieser Ritter und Knechte gerieten in muslimische Gefangenschaft. Diese Niederlage war seit langem eine der schwersten für den Tempelritterorden und das ausgeblutete Syrien, wobei mit der Niederlage versuchte wurde im Okzident Mitleid und Teilnahme zu generieren. Doch der Kaiser blieb gegenüber dieser Niederlage für Christenheit unberührt und kalt abweisend. Die Wut und Trauer unter den Templern und Hospitalitern/Johanniter war im Okzident so groß, dass aus beiden Orden zahlreiche Ritter herbeiströmten um gegen die Muslime vorzugehen.
Doch trotz aller Begeisterung und Rachegedankens kam kein neuer Kreuzzug zustande, da der Mißbrauch mit den Kreuzzugsgeldern noch in Erinnerung war und die Herrschenden nicht bereit waren Menschen, Material und Finanzmittel für das Heilige Land zu investieren. Mittlerweile war es sogar soweit, dass sich reiche Kreuzfahrer ihre Verpflichtungen abkaufen konnten. In Syrien selber sah es 1238 furchtbar aus, der Patriarch von Antiochien lag im Streit mit dem Kathokikus von Armenien, Die Stiftsherren des heiligen Grabes trieben Betrug, indem sie Orte zeigten und für heilig erklärten, die nichts Heiliges an sich hatten. Die beiden Ritterorden machten Gebrauch vom Asyl indem sich Mördern und Verbrechern Zuflucht gewährten und der Papst sie dafür rügte. Als im Jahr 1239 der König Thibaut von Navarra mit vielen französischen Pilgern in Akkon ankam wäre es eine günstige Gelegenheit gewesen die unter sich zerstrittenen Muslime erfolgreich zu bekämpfen. Jedoch war es wieder einmal so, dass jeder Baron gegen den anderen agierte und es somit zu keiner einheitlichen Führung kam. Unter dem Befehl des Herzogs von Burgund entschieden sich etliche französische Barone dazu einen Kriegszug gegen Ägypten zu starten. Daran beteiligten sich auch die beiden Ritterorden und so kamen diese Verbände bis nach Jaffa, als ihnen zugetragen wurde, dass eine 1000 Mann starke muslimische Streitmacht sich bei Gaza aufhalten sollte. Daraufhin wurden die Templer aktiv und überschritten nachts den Bach Rhinolorura, ohne auf den Ratschlag des Grafen von Joppe zu achten vorsichtig zu agieren, lagerten sorglos am 13. November 1239 in einem von Sandhügeln umschlossenen Tal. Der Emir von Gaza hatte ebenfalls Kunde bekommen von diesem starken christlichen Kontingent und aktivierte erhebliche Truppen und zog den Christen entgegen. Daraufhin zogen sich der Graf von Joppe und der Herzog von Burgund zurück und überließ den ausgesandten Truppenteil seinem Schicksal. So wurden die Resttruppen unter dem Grafen de Bar und Montfort, trotz ersuchter Hilfeleistung an den Herzog von Burgund vernichtend geschlagen.
In Frankreich war der König äußerst ungehalten über das Verhalten der beiden Ritterorden und so wurden alle im Tempel hinterlegten Gelder dem Templerorden entzogen, so dass auch zukünftig keine Geldunterstützungen mehr an den Tempelritterorden fließen sollten. Der König von Navarra wäre liebend gerne hinter den abrückenden muslimischen Streitkräften hinterhergeeilt um sie zu vernichten und dadurch zu rächen, doch die erfahrenen Ordensritter der beiden Ritterorden widersprachen ihm , da sie wussten wie beschwerlich ein übereilter Kriegszug in der Wüste war. Durch diese Niederlage beflügelt griff der Sultan David, Sohn des Moaddham, von Damaskus Jerusalem an und schleifte alle Befestigungen der Stadt nachdem sie geplündert wurde. Einen weiteren operativen Vorteil konnten die Muslime nicht verbuchen, da sie durch innere Streitigkeiten behindert wurden. Der Papst Gregor IX. hatte zwischenzeitlich am 20. März und 24. März 1239 Kaiser Friedrich II. abermals mit dem Kirchenbann belegt, da er die Rechte der Kirche, wie sie der Papst für den ganzen Okzident vorgeplant hatte, nicht einhalten wollte. Der Papst hatte neun Gründe für den Kirchenbann aufgeführt, wobei der wohl wichtigste der war, dass der Kaiser die für die beiden Riterorden vorgesehenen Gelder, diesen noch nicht zur Verfügung gestellt hatte, sondern sie für sich selber verwenden wollte. Die Gegenbegründung des Kaisers lautete, dass die beiden Ritterorden wohlweislich ihr Vermögen zurückhielten mit dem sie das Heilige Land unterstützen könnten, vorrangig der Orden der Tempelherren und sie mit ihren Soldaten eine Beeinträchtigung der fürstlichen Macht darstellten. Der Kaiser hielt bis zu seinem Tode gegen den Papst und letztendlich die Tempelritter an, so dass er dem Orden auch ihre sizilianischen und apulischen Güter entzog und sich selber vereinnahmte. 1240 ließ der Kaiser dem Meister der Templer-Lombardei eine ernsthafte Warnung zukommen, in dem er diesen darauf hinwies die päpstlichen Spendengelder nicht unter der Hülle kaiserlicher Boten zu befördern.
In Syrien wie bereits vorher angemerkt bekämpften sich die Muslime auf das Heftigste gegeneinander. Jedoch verhielten sich der König von Navarra, die syrischen Barone und die Ritterorden ruhig ohne diese günstige Zeit für einen Kriegszug zu nutzen. Im Gegenteil war es sogar soweit, dass der Sultan von Hama von seinen muslimischen Feinden hart gedrängt wurde und dem Großmeister Hermann von Salza versprach, bei christlicher Hilfestellung zum Christentum zu wechseln. Daraufhin zogen die Streitkräfte der Christen von Akkon Richtung Hama um zu beschützen. Letztendlich stellte sich aber heraus das der Sultan die Christen nur getäuscht hatte und das Christenheer unverrichteter Dinge zurückkehren musste nach Akkon. Auf dem Rückmarsch lagerte das Christenheer bei der Quelle von Sephoria, als eine Gesandtschaft des Sultans Ismail von Damaskus um ein Bündnis gegen ihre Widersacher Sultan Eiub von Ägypten bat. Dieses Abkommen wurde geschlossen, so dass das Christenheer bei Askalon oder Joppe lagern sollte und dafür im Gegenzug die Festungen Safed, Belfort und die ganze Provinz Tiberias erhalten sollten. Bei Askalon kam es dann zur gemeinsamen Schlacht, wobei die Truppen Sultans Ismails zu den Muslimen überliefen und über das Christenheer herfielen. Diese Schlacht verloren die christlichen Scharen haushoch. Der Vertrag war vornehmlich durch die Templer und Deutschritter geschlossen worden, während sich die Hospitaliter/Johanniter aus den Verhandlungen herausgehalten hatten. Daher schlossen diese Frieden mit dem Sultan Eiub zu schließen, so dass alle Gefangenen gegenseitig ausgetauscht wurden und Sultan Eiub die Abtretung der von Ismail zugesagten Gebiete bestätigte.
Der König von Navarra und etliche französische Pilgerritter jedoch kannten den geschlossenen Vertrag nicht an, blieben in Joppe und hielten ihr Bündnis mit dem Sultan von Damaskus und den Deutschherren aufrecht. Die Templer jedoch hielten mit etlichen Kreuzfahrern zum Bündnis mit Eiub und kehrten nach Akkon zurück. Die Festung Safed aber wurde mit hohen Kosten der Templer wieder als Bollwerk aufgebaut. Gerade in diesen wilden Zeiten übernahm der Graf de Soissons als Verweser des Königreichs die Regierungsgeschäfte. Doch die tatsächliche Macht lag in den Händen der Familie Ibelin. Dadurch herrschte ein noch größeres Chaos in Syrien vor, dass auch noch zunahm als König Thibaut mit seinen Pilgern in den Okzident zurückkehrte. Im selben Zeitraum kam der Graf Richard von Cornwallis mit etlichen Pilgerrittern ins Heilige Land und setzte sich vorläufig in Akkon fest. Aber auch er hatte keine Möglichkeit die stetigen Streitereien im Heiligen Land zu beenden. Da er bei den Hospitalitern/Johannitern untergekommen war unterstützte er natürlich deren Bündnis-ausrichtung. Die Templer versuchten ihn wie auch den Sultan von Damaskus sich gefügig zu machen, doch erhielt zu den Hospitalitern, sowie zum Herzog von Burgund und dem Grafen von Joppe. Dadurch wurde der Frieden zwischen den Kriegsparteien erst einmal geschlossen. Während seines Aufenthaltes in Joppe schlug Graf Richard allen Orden und Verbündeten vor Askalon durch den Bau einer gewaltigen Festung zu schützen. Ebenso kaufte Richard 1241 eine große Anzahl an gefangenen Rittern und Knechten aus der muslimischen Knechtschaft frei. Bei seiner Abreise aus dem Heiligen Land überließ der Graf Richard die Burg bei Askalon nicht den Templern, ebenso wenig die verfügbaren Gelder für den Ausbau der Anlage, sondern übereignete alle Werte dem kaiserlichen Statthalter. Dies sollte als Strafe an die Templer gedacht sein. Als Richard das Heilige Land verlassen hatte wurden die Templer wieder aktiv und intrigierten gegen das ägyptische Bündnis mit großer Heftigkeit. Es führte dann soweit, dass die Templer Akkon und die darin wohnenden Feinde belagerten, sie vom Nachschub abschnitten und auch Begräbnisse außerhalb der Stadt nicht erlaubten. Da die Deutschherren es mit dem gebannten Kaiser Friedrich hielten, sich aber grundsätzlich aus dem Händel der Templer und Hospitaliter/Johanniter heraushielten mussten sie kleinbeigeben und Akkon verlassen. Damit endete der Zusammenhalt und das gegenseitige Bündnis der Templer und Deutschritter.
Nachdem der Kaiser immer tiefer in den Kampf gegen den Papst hineingezogen wurde ließ sein Interesse an der Situation im Outremer deutlich nach. So wurde neben dem kaiserlichen Statthalter, der Graf de Soissons sowie etliche kampfstarke Ritter- und Kampfverbände aus Syrien abgezogen. Die Regierungsgeschäfte übernahmen Balian von Ibelin und Phillip de Montfort. Die Templer hielten am Bündnis mit dem Sultan von Damaskus fest und als auch immer mehr sysrische Barone sich dem Bündnis anschlossen erhielten 1243 von Sultan Ismail das ganze Land Tiberias einschließlich Jerusalem zugesprochen. Dieser Vereinigung schlossen sich letztendlich auch die Hospitaliter/Johanniter an. Der Sultan hielt sich treu und strikt an die Übereinkunft mit den Templern und es ging soweit das der Sultan die Templer über ein Komplott der Muslime beim Ausbau der Festung Safed informierte. Die Templer reagierten sofort und brutal, nahmen 1000 Gefangene um sie nach Akkon zu führen und dort hinzurichten. Gegen den Sultan Ejub kam es auch wieder zum Kampf als er mehrere tausend Mann gegen Templerbesitzungen führte. Diese reagierten sofort und vernichteten die Heerschar mit äußerster Tapferkeit vollständig. Diese Niederlage schmerzte den Sultan erheblich und so sah er sich nach Verbündeten Söldner um die ihn unterstützen konnten. Der kampfgewohnte Stamm der Charismer, mit 15000 Reitern, bot sich dazu an und so führten diese massiven Überfälle auf christliche Gebiete aus. Der Ruf der Templer hatte aber im Okzident durch ihre Hinterhältigkeit gelitten, so dass ihnen nicht einmal geglaubt wurde hinsichtlich der Wiedereroberung Jerusalem. Genauso wenig wie die Nachfrage nach Pilgerverstärkungen für das Heilige Land. Die Charismer fielen über Syrien her und plünderten Tiberias wie auch Jerusalem. Schreckliche Zerstörungen hinterlassend blutete das Heilige Land wieder einmal auf das Fürchterlichste aus. Wer nicht ermordet und missbraucht wurde ging als Beute in die Sklaverei. Zeitgleich trat aus Ägypten eine muslimische Armee unter Emir Rokreddin Bibars gegen das Outremer an und vereinigte sich mit den Scharen der Charismer. Daraufhin sammelten die Templer ihre Verbündeten, unter anderem auch die Scharen des Sultans Ismails aus Damaskus vor Akkon um mit den drei Ritterorden und den Muslimen gemeinsam am 03. Oktober 1243 aus Akkon über Cäsarea nach Joppe zu marschieren. Während der ersten Kämpfe zeigten sich die muslimischen Mannschaften als wenig zuverlässig und so musste jeder Operation gegen die Feinde mühselig vorbereitet werden. Fürst Ibrahim riet daher verständlicherweise dazu der Sturm der Charimser in Joppe abzuwarten und dann loszuschlagen, auch im Hinblick auf die unzuverlässigen Muslime. Am 17. Okzober 1243 kam es dann zur großen Schlacht zwischen den verfeindeten Parteien der aber vorerst ausgeglichen am Abend beendet wurde. Am 18. Oktober 1243 kam es dann zur Entscheidungsschlacht bei Kaita in der Nähe von Gaza. Auf der linken Schlachtreihe standen die Hospitaliter/Johanniter, in der Mitte die Templer und syrische Barone und rechts die Muslime. Gleich zu Schlachtbeginn flohen die Muslime und verursachten in der Schlachtreihe ein großes Durcheinander. Die geistlichen Ritterorden wurden fast vollständig vernichtet, so blieben bei den Templern fast der komplette Konvent mit 312 Rittern und 324 Turkopolen auf dem Schlachtfeld zurück, nur 4 Ritter und 14 Knechte konnten entkommen. Bei den Hospitalitern wurden 325 Ritter und 224 Turkopolen getötet und bei den Deutschrittern wurden 400 Mann vernichtet, 3 Deutschritter konnten dem Gemetzel entkommen. Bei den Templern kam erschwerend dazu das der Großmeister Armand de Perigord in feindliche Gefangenschaft geriet. Phillip de Montfort entkam mit 100 syrischen Rittern nach Akkon.
1246 wurde der Sultan Ismail aus Damaskus durch Sultan Ejub vertrieben und die Charimser wurden zum Großteil aufgerieben und verschwanden von der historischen Bildfläche. Die chaotischen Verhältnisse im Outremer führte dazu, dass sich die überlebenden und verstreuten Templer in Akkon trafen um einen Ersatz für den gefangenen Großmeister zu schaffen. Dazu wurde Richard de Burres, Meister von Safed, zum vorläufigen Großmeister gewählt. Dieser traf die Anweisung für alle Templerkomtureien schleunigst Ersatz in das Heilige Land zu entsenden. Der 1245 eintreffende Ersatz wurde mit Hilfe König Ludwigs IX. von Frankreich mit erheblichen finanziellen Mitteln ausgestattet. Obwohl Templer wie Hospitaliter/Johanniter versuchten mit erheblichen Mitteln den Templergroßmeister sowie viele der gefangenen Ritter beider Orden freizukaufen. Doch der Sultan Ejub hasste beide Orden bis in seine tiefste Seele und verweigerte jegliche Verhandlungen, im Gegenteil verwies er die Gesandtschaft aus seinem Reich. Auch Verhandlungen über die muslimischen Gefangenen scheiterten mit dem Kaiser, da es auch da zu keiner Einvermehmlichkeit führte. Laut historischen Dokumenten soll der Templergroßmeister dann im Jahr 1247 in der Gefangenschaft gestorben sein.

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1245–1247
Richardus de Bures war vermutlich Großmeister oder aber auch nur Stellvertreter. Über ihn ist nur sehr wenig bekannt und das Wenige kann nicht wirklich verifiziert werden. Die damalige Situation im Templerorden war äußerst unübersichtlich aufgrund der massiven Verluste. Richard de Bures war vielleicht mit den Herren von Bures-sur-Yvette (Île-de-France) verwandt. Gelegentlich wird auch angegeben, er stamme aus der Ballei Bure-les-Templiers (Côte-d’Or), der ersten Ballei des Templerordens in Frankreich. Bevor Richard die Führung des Ordens übernahm, war er 1241 Komtur der Ordensfestung Safed, die die Templer in diesem Jahr von Sultan as-Salih Ismail von Damaskus zurückerhalten hatten, und 1243 tritt er als Schiedsrichter im Namen des Ordens auf. 1244 hatten die Kreuzfahrer in der Schlacht von La Forbie eine verheerende Niederlage gegen die Ayyubiden erlitten. Der Templer-Großmeister Armand de Périgord war in der Schlacht in Gefangenschaft geraten. Da ein Großteil der Tempelritter ebenfalls gefallen war, fiel es wohl schwer die juristisch notwendigen Personen zu versammeln, um einen neuen Großmeister zu wählen. In dieser Situation übernahm Richard bis auf weiteres das Amt des Großmeisters. Seine genaue Stellung ist nicht präzise überliefert und in der Literatur umstritten. Richard starb wahrscheinlich 1247 in der Schlacht beim See von Tiberias gegen die Ayyubiden, in deren Folge Tiberias zerstört wurde.

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1247–1250
Guillaume de Saunhac, Guillaumer de Sonnat, Guillaume de Sennay, Guillaume de Sennar, Guillelmus de Sonayo war ein französischer Adliger aus der Region Rouergue. Vor seiner Wahl zum Großmeister war er Meister der Templer-Ordensprovinz Aquitanien. Nachdem der Templerorden durch die gewaltigen Verluste, die nur schwer auszugleichen waren, erheblich geschwächt dastand wurde 1247 Guillaume de Sonnac zum Großmeister gewählt. Sultan Ejub selber war auf großem Kriegszug 1247 und verwüstete Syrien aufs Neue. So belagerte er nun die Festung Askalon, die von den Hospitalitern/Johannitern gehalten wurde, wobei diese nach heftiger Gegenwehr eingenommen wurde. In Akkon selber herrschte große Zweitracht unter den christlichen Parteien. Der Herrscher von Zypern, Heinrich, war Herr über das Königreich Jerusalem, doch hatte er keinerlei Ansehen und Macht unter den syrischen Baronen. So machte sich König Ludwig IX. von Frankreich auf zum sechsten Kreuzzug um im Outremer für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Ebenso wurde der König von England, Heinrich III., durch den Papst, die Ritterorden und Gefolgsleute angespornt den Kreuzzugsgedanken in England frei entfalten zu lassen. Daher sandte ihm der Patriarch des Heiligen Landes etwas Blut vom Leibe Jesus zu. Somit wurde auch in England massiv für einen neuen Kreuzzug rekrutiert.
Im Frühjahr 1248 herrschte in Frankreich ein reges Treiben zur Vorbereitung auf einen neuen Kreuzzug und als am 28. August 1248 der König von Frankreich mit einer Flotte in See stach war es für die beiden Ritterorden wieder soweit, dass ein Herrscher aus dem Okzident wieder einmal seine Finger nach dem Heiligen Land ausstreckte und die beiden Orden wieder dabei waren ihre Freiheit und Politik zu verlieren. Am 17. September 1248 landete der König von Frankreich auf Zypern um dort sein Winterlager aufzubauen. IN dieser Zeit schrieben die beiden Großmeister der Ritterorden an den König und wiesen ihn daraufhin nicht Ägypten anzugreifen, da der Sultan Ejub mit massier Macht nach Syrien gekommen war um hier das Land zu erobern. Tatsächlich aber wollte der Sultan nur den Herrscher Haleb zurechtweisen. Das Ziel der beiden Ritterorden war klar erkennbar den König von Ägypten abzulenken, da mit den nun vorhandenen Kriegsmitteln der Christen ein erheblicher und harter Schlag gegen Ägypten geführt werden konnte und dadurch die muslimische Welt auseinanderbrechen konnte. Als der Sultan Ejub wieder nach Ägypten zurückgekehrt war ließ der hinterhältige Großmeister der Templer dem König ausrichten, dass der Sultan Frieden suchen wollte und keine Intension hätte ein Krieg ausbrechen zu sehen. Dem König war aber zugetragen worden was der hinterhältige Großmeister wirklich geplant hatte, nämlich schürte dieser beim Sultan das Verlangen danach gegen die Christen und das neue Pilgerheer vorgehen zu wollen. So wurden auf muslimischer Seite gewaltige Vorbereitungen für einen Krieg mit den Christen getroffen. Der König von Frankreich verbot daraufhin den Templern und Hospitalitern/Johanniter weiterhin mit den Muslimen zu verkehren und sich zurückzuhalten.
Im Okzident und vor allem in Spanien kämpften die Templer einen stetigen und tapferen Kampf gegen die Mauren und zeigten 1248 mit höchster Tapferkeit bei der Eroberung von Sevilla welche gewaltige Kampfkraft im Tempelritterorden steckte. Dafür erhielt der Orden die Stadt Frexenel als Geschenk, welche dann 1308 an die Stadt Sevilla verfiel. Osern 1249 wurden Attentäter in Zypern festgesetzt, die im Auftrag des Sultan Ejub den König töten sollten. Am 22. Mai 1249 fuhr dann das Kreuzritterheer von Zypern los und landete am 05. Juni 1249 auf ägyptischem Boden. Das Christenheer lagerte auf einer Insel Dschiseh, westlich von Damiette gelegen und vom Meer wie dem Nil abgegrenzt. Die für Muslime erfolgte diese Anlandung überraschend, so dass diese sehr geschockt waren von den gewaltigen christlichen Kräften. Durch diese Widrigkeit geschockt lösten sich die Streitkräfte des Sultans auf und so zog Ludwig am 06. Juni 1249 in Damiette ein, da keinerlei muslimische Kräfte sich dem Christenheer entgegen stellten. Und wieder zeigte sich auf christlicher Seite die Arroganz und Verblendung bei einigen leichten Eroberungen ohne den Blick auf das große Ganze zu haben. Von muslimischer Seite wollte man Frieden schließen, doch die Christen sahen sich schon im Besitz von ganz Ägypten und behaarten weiter auf einem Kriegszug. Das christliche Heer verblieb bis zum 20. November 1249 in Damiette und verhielt sich ruhig, anstelle die Unordnung unter den muslimischen Kämpfern zu nutzen und weiter vorzudringen. Die muslimischen Scharen sammelten sich und wurden von Tag zu Tag stärker, während das Christenheer immer weiter auf Verstärkungen wartete die ständig aus dem Okzident anreisten. Das Pilgerheer umfasste mittlerweile 60000 Mann mit 20000 Rittern und war nun doch so langsam Richtung FAriskur gezogen und auch dort untätig zu verweilen. Selbst als Sultan Ejub verstarb und sein Heißsporn von Sohn, Turanschah, das Sultanat übernahm bewegten sich die Christen nicht vorwärts. Am 06. Dezember 1249 zog das Christenheer endlich los auf ausdrückliche Anweisung König Ludwigs und um den Vormarsch zu verstärken übernahmen die Templer unter ihrem Großmeister und dem Marschall Reinald de Vichiers die Vorhut. Beide Kämpfer galten als erfahrene Kriegsleute denen man vollständig vertrauen konnte. Für den Vormarsch war vereinbart worden, dass keinerlei Kampfhandlungen mit den Muslimen zu erfolgen hatten, es sei denn es kam der ausdrückliche Befehl dazu. Am 20. Dezember 1249 kam es dann durch Zufall zu einer Kampfhandlung zwischen den Parteien als durch einen Zufall ein Templer von seinem Pferd, durch einen muslimischen Reiter, geworfen wurde. Daraufhin stürzten sich die Templer auf die Feinde und metzelten diese gnadenlos nieder. Am 21. Dezember 1249 lagerten die Christen am nördlichen Ufer des Kanals Aschmum, Mansurah gegenüber, genau am dem Ort an dem 1219 das Kreuzritterheer unterging. Die Christen verschwendeten eine Zeit und Energie in den Bau eines Damms durch den Kanal und mit dem Bau von Abwehranlagen zum Schutz der Bauarbeiter. Die Muslime hingegen griffen permanent das christliche Heer an und störten auf jede mögliche Art das Vorankommen der Kreuzfahrer. Auf Seite der Christen nahm die Stimmung immer mehr ab, da auch die Verluste bei diesen Auseinandersetzungen immer höher wurden.
Anfang 1250 ersuchte der Statthalter von Kahirah, Emir Husameddhin, durch die Überführung einiger in Gaza gefangenen Templern, Hospitaliter/Johanniter und anderer Zugehörigkeit, König Ludwig dazu zu bewegen mit seinem Heer gegen Husameddhins Feind Großwesir Fachreddin in Kahirah zu ziehen. Am 08. Februar 1250 begann das Heer mit der Überquerung des Kanals allen voran der heißblütige Graf Robert de Artois, Bruder des Königs Ludwig, sowie der kompletten Ritterschaft und der wichtigsten Waffentypen. Das Lager wurde durch den Herzog von Burgund, dem Fußvolk und der syrischen Ritterschaft bewacht, der Rest des Heeres setzte auf die feindliche Seite über. Da der Graf unbedingt Lorbeeren einheimsen wollte attackierte er mit seinen vorhanden Kräften ohne auf Verstärkung zu warten die muslimische Streitmacht. Zum Ärger des Templergroßmeisters wurde seitens des Grafen der Angriff weiter vorangetragen, obwohl die Templer den Grafen daraufhin gewiesen hatten, dass sie die Spitze der Vorhut einnehmen sollten und er sich mit dem Angriff zügeln sollte. Doch des Grafen Zügelhalter, der Ritter Forcald du Matle, war taub und schrie unverdrossen weiter: „Auf sie zum Angriff!“ Somit mussten sich die Templer dem unvermeidlichen geschlagen geben und griffen ebenfalls in den tobenden Kampf mit ein. Der Templergroßmeister, der in diesem Kampf ein Auge verloren hatte, riet ebenso wie der Seneschall Aegidius dazu den Kampf ruhen zu lassen und sich erst einmal auf die muslimischen Belagerungsmaschinen zu konzentrieren.
Doch der Graf von Artois wollte nicht hören und beschimpfte die Templer als Lügner und Heuchler und sah nicht von seinem Angriffsunterfangen ab. Voller Wut befahl der Großmeister dem Bannerträger das Banner zu entrollen und verwies darauf, dass sie alle heute in den Tod gehen würden nur weil wieder jemand seinem Ego nachgeben musste, denn geeint wäre das Christenheer unüberwindbar. So stürzten sich die Krieger in die Schlacht und warfen überraschenderweise die Muslime bis nach Mansurah zurück, drangen sogar in die Stadt und darüber hinaus weiter vor. Als sie schließlich erschöpft zurückkehrten stellten sie zu ihrem Erschrecken fest, dass die Stadt durch die Muslime wieder besetzt worden war und sie gegen eine Übermacht den Durchbruch suchen mussten. Die Ritter wurden bis auf drei Templerdarunter der Großmeister, vier Hospitaliter/Johanniter und drei Deutschherren alle vernichtet. Durch solche Aktionen während des Übersetzens wurde die christliche Streitmacht in arge Bedrängnis gebracht, so dass der König mit dem Hauptteil sich ebenfalls in den Kampf stürzen musste um die versprengten Teile wieder dem Hauptheer zu zuführen. Die Lage war für die Kreuzritter so dramatisch, dass sie fast noch in den Kanal zurückgetrieben worden wären. Aber auch auf muslimischer Seite waren schwere Verluste zu verzeichnen, u. a. war der gegnerische Befehlshaber Fachreddin gefallen, so dass sich die Auseinandersetzung beruhigte und Ruhe einkehrte. Am 09. Februar 1250 flammten die Kämpfe wieder auf und die Christen begannen eine Schiffsbrücke über den Kanal zu errichten um weitere Verstärkungen heranzuführen. Sinnvoller wäre bei dieser Gefechtslage allerdings ein Rückzug nach Damiette gewesen, doch der König wollte den augenscheinlichen Vorteil nicht aufgeben. Am 11. Februar 1250 kam es dann wieder zu neuen Kampfhandlungen, vor allem wurde der Lagerteil der Templer massiv angegriffen, so dass die Templer schwer unter Druck gerieten. Bei diesen Kämpfen verlor der Templergroßmeister sein anderes Auge und verstarb auf dem Schlachtfeld. Der Templermarschall Rainald de Vichiers übernahm die Kampfführung, während der Großkomtur des Ordens, Stephan de Outricourt, die Ordensführung übernahm. Bis März 1250 blieben die Kampfhandlungen aus und durch die schweren Verluste auf christlicher Seite musste der König von Frankreich schließlich den Abzug des Heeres anordnen. Zuerst wurden die Verletzten und Verwundete übergesetzt und durch Schiffe abtransportiert. Das Restheer aber marschierte ganze 30000 Mann stark über Fariskur Richtung Damiette. Doch kein einziger dieser Krieger erreichte die rettende Stadt. Nur der König und die höhere Adelsschicht wurden in der Gefangenschaft gehalten, während die restlichen Ritter in der Stadt hingerichtet wurden. Der Sultan forderte nun alle syrischen Burgen von den Baronen und den Ritterorden zurück, doch letztendlich wurde Damiette aufgegeben, 2000000 Taler gezahlt sowie ein zehnjähriger Friede beschlossen. Am 06. Mai 1250 wurde der König wie auch die höheren Adelsführer freigelassen und konnten wieder in christliche Gefilde zurückkehren. Der König Ludwig forderte nun von Templern eine Summe von 30000 Livres (200000 Taler) für sein restliches Lösegeld um die gesamte Summe zu begleichen. Die Templer jedoch sträubten sich logischerweise hinsichtlich dieser gewaltigen Summe. Und so kam es wieder einmal um des lieben Geldes Willen zum Streit. Aus diesen ganzen Abläufen lässt sich recht leicht erkennen, dass die Templer nicht wirklich bereit waren große Geldsummen für irgendwelche Lösegelder zu zahlen, wenn sie im Gegenzug nicht noch mehr Geld verdienen konnten. Trotz all dieser Vorkommnisse bestätigte Papst Innozenz IV. die Privilegien der Templer und auch der König von Frankreich hielt den treulosen Templern die Treue obwohl sie ihm so arg mitgespielt hatten.

19
1250–1256
Reinhard de Vichiers, Renaldus de Vicheris, Rainald de Vichiers war ein französischer Adliger aus Vichy in der Provence. Er trat dem Templerorden bei und diente ihm zunächst als Präzeptor in Akkon, dann als Komtur in Frankreich und schließlich als Marschall. Im letztgenannten Amt nahm er mit Großmeister Guillaume de Sonnac am Sechsten Kreuzzug unter König Ludwig IX. von Frankreich nach Ägypten teil. Nachdem der Großmeister bei den Kämpfen vor al-Mansura am 11. Februar 1250 gefallen war, übernahm Renaud als ranghöchster Templer die provisorische Führung des Ordens. Im Juli 1250 für die Wahl Renaud de Vichiers zum neuen Templer-Großmeister ein. Während der Anwesenheit König Ludwigs IX. im Heiligen Land scheint der Orden unter Renaud stark unter dem Einfluss des Königs gestanden zu haben. Im Jahr 1251 musste sich der Ordensmarschall Hugues de Jouy in Cäsarea vor dem König verantworten, nachdem er im Auftrag Renauds und ohne das Wissen des Königs ein Handelsabkommen mit dem Ayyubiden-Sultan von Damaskus, an-Nasir Yusuf, abgeschlossen hatte. Das Abkommen war politisch brisant, weil die Ayyubiden von Damaskus mit den Mamluken in Ägypten verfeindet waren und Ludwig IX. es vermeiden wollte, die Mamluken unnötig zu provozieren. Renaud musste den Marschall daraufhin aus dem Königreich verbannen.
In England hingegen herrschte König Heinrich III. und war in stetigen Geldsorgen. So lag sein Augenmerk auf dem reichen Klerus, sowie den reichen Ritterorden. Er versuchte durch etliche Intrigen und Übergriffe an diese Vermögenswerte heranzukommen, doch die Templer wie auch die Hospitaliter/Johanniter zeigten ihm deutlich seine Grenzen auf. 1253 kam es dann zum großen Knall zwischen dem König und den Ritterorden, als er diese bat beim Grafen von Gloverne für ihn Bürgschaft abzuleisten, da er dem Grafen gewaltige Geldsummen schuldete. Doch beide Orden lehnten ab und so verhielt sich Heinrich III. gegenüber den Ritterorden äußerst feindselig. Beachtenswert erscheint unsereins die Tatsache, dass die Tempelritter im Okzident arrogant und anmaßend auftraten und sich ihrer Macht durchaus bewusst waren. Und genau so gaben sie sich auch gegenüber ihren Verhandlungspartnern. Auch kam hinzu, dass sie eine massive Kampfstärke an adeligen Kriegern zur Verfügung hatten und sich, wenn es nicht anders ging, mit Waffengewalt holten was sie haben wollten. So geschehen im Jahr 1252 in Mähren als es um die Burg Eichhorn ging und sie sich diese aneignen wollten. Durch die Halsstarrigkeit der Templer kam es auch hier zu einem großen Gemetzel das dann letztendlich durch die militärische Stärke der Tempelritter zu ihren Gunsten entschieden wurde.
Die Situation im Outremer sah hingegen ganz anders aus. Durch die stetigen Auseinandersetzungen der beteiligten christlichen Seiten und der Uneinigkeit kamen keine großen Eroberungszüge zustande. Auf Seiten der Muslime aber begannen sich die Herrschaftsverhältnisse zu klären, so dass eher eine einheitliche Kriegsführung zustande kam. 1253 traf ein Heer aus Damaskus in Akkon ein um diese Stadt zu erobern, doch die Kräfte reichten nicht aus, so dass die Muslime sich auf Sidon konzentrierten und diese Stadt eroberten. Um König Ludwig von seinem Kriegszug gegen Nablus abzuhalten redeten die Ritterorden auf den König ein um ihn zum Wiederaufbau von Sidon zu bewegen. Während sich der König auf Sidon konzentrierte zogen die Templer mit den anderen Ritterorden und französischen Kreuzrittern gegen die Stadt Paneas. Doch der Angriff scheiterte an der in die Felsen gebauten Festungsmauern, so dass die christliche Seite erhebliche Verluste erlitt. Schließlich wurde der Angriff abgebrochen und die Christen kehrten nach Sidon zurück. Im Februar 1254 zog der König nach Akkon zurück und schiffte sich auf einem Templerschiff zur Rückkehr nach Frankreich ein. Der König mit seinen Rittern landete am 26. Juni 1254 in Hieres in Frankreich an, im Heiligen Land blieb Gottfried de Sergines als Verweser zurück um den Willen des Königs weiter voranzutreiben. Die Pilgerreise ins Heilige Land entwickelte sich immer mehr zu einem reinen Handelsunternehmen der Genuesen und Pisaner und Venezianer, während die Pilgerritter immer mehr abnahmen und reine Pilgerscharen ins Heilige Land zogen. Der Kreuzzugsgedanke rückte immer mehr in den Hintergrund, so dass die qualitativhochwertigen Kämpfer ausblieben.
1255 stellte der Sultan von Damaskus den syrischen Baronen einen zehnjährigen Waffenstillstand in Aussicht. In jenen Jahren wurde der Tempelritterorden durch Papst Alexander IV. massiv mit Zuwendungen und Freibriefen unterstützt. Warum das Ganze? Nun der Hohenstaufer Manfred hatte ganz Apulien unter seine Gewalt gebracht und lag mit dem Papst in einer heftigen kriegerischen Auseinandersetzung. Daher benötigte der Papst die Unterstützung der Templer in finanzieller und logistischer Art. Der Papst unterstützte die Templer in diversen Schreiben auf das Stärkste, so in einem Schreiben vom 05. Dezember 1255. Mörder, Verfemte und Landhinterzieher konnten im Templerorden ihre Sicherheit erhalten, wenn sie dem Orden beitraten. Der Papst sah über diesen personellen Verfall des Templerordens hinweg und ließ viele rechtswidrige Beitritte zum Templerorden ungeahndet. Mit Schreiben vom 07. Dezember 1255 bestätigte der Papst sogar ausdrücklich alle Privilegien die die Templer bisher erhalten hatten. In einer Bulle vom 08.12.1255 wurde durch den Papst sogar der Klerus aufgefordert vorrangig den Tempelritterorden zu unterstützen und alle Streitigkeiten mit ihm zu beenden. Mit päpstlicher Bulle vom 03. Januar 1256 wurden alle päpstlichen Prälaten ausdrücklich darauf hingewiesen den Templerorden im vollen Umfang zu unterstützen und auch die templerische Kollekte zu unterstützen. So durften fortan keine Begräbnisgebühren für verstorbene Templer erhoben werden, ebenso durften die Prälaten weder Viehfutter noch Vieh von den Templern eintreiben oder konfiszieren. Auch bei Bauten von Kirchen oder von Friedhöfen hatten die Prälaten sofort die Weihung zu geben ohne viel nachzufragen. Alle Vergünstigungen der Templer mussten von der Kanzel bekanntgemacht werden, sowie die Stellung von Geistlichen für die templerischen Gottesdienste. Sollte dem zuwider gehandelt werden wurde mit der Exkommunizierung gedroht. Genutzt wurden diese Privilegien von keiner der beiden Seiten aus erkennbaren Gründen. Am 18. Januar 1256 wurden alle Templerprivilegien bestätigt und mit päpstlicher Bulle vom 8. Februar 1256 wurden die Prälaten darüber informiert, dass sie zukünftig sich ihre Gastfreundschaft nicht mehr von den Templern bezahlen lassen mussten.

20
1256–1273
Thomas Beraud, Thomas Berardi wurde zum Großmeister nach dem Tod de Vichiers gewählt. Über seine Abstammung, seinem vortemplerischen Werdegang ist nichts überliefert. Es wird vermutet, dass er italienischer oder englischer Abstammung gewesen sein soll. Auch über seinen Werdegang im Tempelritterorden ist uns nichts überliefert, so dass wir nur wissen das er erfahren, willensstark und ausordentlich tüchtig gewesen sein soll und somit für den Orden in seiner kritischen Situation eine wahre Bereicherung wurde.
Das Outremer ging unaufhaltsam seinem Ende entgegen. Der ohnmächtige nominal den Königstitel von Jerusalem führenden König Hugo von Zypern konnte dem Heiligen Land keine neuen Impulse senden, ebenso war Papst Alexander IV. in die Auseinandersetzung mit dem Staufer Manfred gebunden und konnte sich nur begrenzt in die syrische Situation einmischen. Die Unterstützung des Papstes beschränkte sich auf finanzielle Zuwendungen für alle wichtigen syrischen Herrscher und für die hohen geistlichen Träger. In Akkon entbrannte ein großer Streit zwischen den Genuesern und Venezianern um die Kapelle St. Saba. Als sich die Piasenser den Genuesen anschlossen entbrannte ein bewaffneter Hader zwischen den Parteien das die Bevölkerung arg in Bedrängnis führte. Sie wie die Venezianer konnten sich nur unter den Schutz des Patriarchen begeben, der auf den starken Arm der Templer zählen konnte. Die Situation eskalierte soweit, dass es zu zwei großen Seeschlachten kam und die Genueser letztendlich aus Akkon vertrieben wurden. Und dem Schutz der Tempelherren konnten die Venezianer sich im Outremer festigen und bekamen unter Mithilfe der Tempelritter Kontakt zum zyprischen Statthalter Johann de Arsuf, dem Grafen Johann de Joppe und Fürsten Boemund von Antiochien, dem Oheim des zyprischen Königs. Die Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Parteien geriet in Syrien immer mehr auch unter Einbeziehung der syrischen Barone zu einem heillosen Durcheinander. 1258 wurde auf Anordnung des Papstes ein Vergleich geschlossen um die Streitereien nicht weiter zu verlängern. Die Auflösung des Heiligen Landes spitzte sich 1259 in einer blutigen Fehde zwischen dem Tempelritterorden und den Hospitalitern/Johanniternorden zu, der zu großen Verlusten führte. Am 11. August 1259 steigerte sich noch der Hass als Papst Alexander IV. den Hospitalitern erlaubte schwarze Waffenröcke zu tragen und in der Schlacht rote Waffenröcke mit einem weißen Kreuz. So eskalierte zu Akkon dann die Auseinandersetzung zwischen den Orden, so dass dort alle anwesenden Templer von den Hospitalitern erschlagen wurden. Bei diesen Kämpfen wurde auch der Großmeister der Templer verwundet, so dass er über eine lange Zeit vor sich hin kränkelte und durch den Marschall der Templer ersetzt werden musste. Die Verluste in Akkon und in den permanenten Kämpfen mussten ersetzt werden und so erging alle alle Templerkomtureien die Anweisung geeignete Ritter in das Outremer zu entsenden, vorrangig aus dem deutschen Lande und den östlichen Gemarkungen, in denen es sehr viele Tempelritter gab.
1258 bestätigte Papst Alexander IV. den Templern alle Besitzungen in Deutschland und den östlichen Gemarkungen. Die Auseinandersetzungen mit den muslimischen Feinden geriet nun wieder in eine heiße Phase, als die Turkomannen über das Fürstentum Antiochien herfielen und große Gräuel anrichteten. Christliche Streitkräfte aus Akkon, Safed, Beaufort und anderen syrischen Regionen unter dem Templermarschall Stephan de Sassy und Johann von Ibelin zogen den Turkomannen entgegen, wurden aber in einer schweren Schlacht vernichtend geschlagen. Das ganze templerische Kriegsmaterial mit zahlreichen toten Templern ging verloren und auch die syrischen Barone erlitten schwere Verluste. Nur die Hospitaliter waren gut davon gekommen, da sie sich nicht an dem Kriegszug beteiligt hatten. Viele hohe Würdenträger u.a. Johann von Ibelin, gerieten in muslimische Gefangenschaft. Gegen eine hohe Geldsumme wurden diese Herren aus der Gefangenschaft freigekauft.
Doch die größte Plage sollte für das Outremer erst noch kommen. Ab 1256 waren die Mongolen verstärkt über das asiatische Hinterland hergefallen und eroberten Persien, Bagdad, das Kalifat, Mesopotamien und vernichteten sogar die Assassinen. 1259 hatten dann die syrischen Fürsten unter dem Kriegszug der Mongolen zu leiden. Bereits in den Jahren zuvor hatte eine mongolische Gesandtschaft die syrischen Barone und die Ritterorden aufgefordert sich zu ergeben, doch hatten diese einvernehmlich erklärt, dass sie das Wort Ergeben nicht kennen würden und allzeit zum Kampf bereit wären. Um alles noch wesentlich zu verschärfen überfielen die Templer aus Sidon und Beaufort muslimische Siedlungen, die den Mongolen tributpflichtig waren. Der Befehlshaber der Mongolen war überaus erzürnt über das Vorgehen der Templer und marschierte mit einem Heer nach Sidon und eroberte die Stadt. Die Einwohner hatten sich aber rechtzeitig in die Burg flüchten können und so waren sie vorerst sicher vor den Mongolen. Diese schleiften die Stadtmauern auf das Gründlichste um ein klares Zeichen zu setzen. Die Einwohner von Sidon hingegen zerstörten alle Felder und Gärten, damit die Mongolen keine Möglichkeit erhalten konnten für eine Versorgung. Auf christlicher Seite herrschte nun allgemeine Panik vor einem Überfall der Mongolen und so kam es sogar dazu, dass die Christen mit dem Sultan Kotus aus Ägypten einen Vertrag aushandelten, damit dieser auf christliches Gebiet ziehen konnte um die Mongolen zu bekämpfen.
Die Not im Heiligen Land war mittlerweile so groß, dass der Templergroßmeister, im April 1260, jeweils an den König Heinrich III. von England und den König Ludwig von Frankreich ein Schreiben entsandte und sie um militärische Unterstützung bat. Alle geschilderten Greueltaten der Mongolen in diesen Schreiben entsprächen den Tatsachen und es sei alles noch viel schlimmer als geschildert. Doch der Untergang der christlichen Herrschaft im Outremer sollte sich noch ein bisschen hinziehen, denn am 09. September 1260 wurden die Mongolen durch die Scharen des Sultans Kotus vernichtend geschlagen und mussten sogar ganz Syrien aufgeben. Kotus aber vereinigte ganz Ägypten, Syrien und Palästina unter seiner Herrschaft. Doch schon am 24. Oktober 1260 wurde er durch Mörder des Mameluken Bibars gemeuchelt. Mit Bibars übernahm einer der grausamsten und rohesten Krieger das Sultanat mit dem endgültigen Ziel das Christentum aus Palästina zu vertreiben. Für ihn war die Zwietracht unter den Christen, vor allem aber auch unter den Ritterorden, der entscheidende Punkt um sich das gesamte Outremer Untertan zu machen. Die beiden Ritterorden erkannten selbstverständlich nicht den Waffenstillstand der 1262 geschlossen wurde an, im Gegenteil wollten sie die Reste des Heiligen Landes weiter unter ihrer Kontrolle behalten. Seitens der Templer war jedoch bereits geplant den Templersitz in den Okzident zu verlegen, da im Okzident in allen wichtigen Staaten bereits Templerkomtureien vorhanden waren, sie dort anerkannt wurden und eine massive Macht in jedem Staat darstellten.
Am 14. Juni 1266 marschierte Bibars endlich gegen die Christen auf und stand vor der Festung Safed zwischen Akkon und dem See Tiberias. Sogar der muslimische Ramadan nutzte Bibars für die Belagerung aus und zeigte dadurch auf, dass es ihm mit der Vernichtung der Christen ernst war. Hinzu kam das den Templern weder die syrischen Barone noch die Hospitaliter/Johanniter aushalfen und sie somit ganz allein standen gegen den Feind. So kam es sehr schnell zu Verhandlungen die sich erschwerten, da der Sultan einen tiefen Hass gegen die Templer hegte. Die Templer brachen daraufhin die Verhandlungen ab und kämpften tapfer weiter. Letztendlich mussten sie sich doch ergeben und so schlossen sie mit Bibar einen Waffenstillstand unter der Voraussetzung, dass sie keine Waffen mitführen dürften bei ihrem Abzug. Doch dabei wurden sie von Bibar hintergangen indem doch plötzlich Waffen auftauchten und 2000 christliche Kämpfer auf einem nahegelegenen Hügel gefangen genommen wurden. Sie erhielten einen Tag Bedenkzeit um sich zum Islam zu bekennen, ansonsten sollten sie den Tod erleiden. 600 Templer und ihr Gefolge gingen in den Tod und ließen sich den Kopf abschlagen. Akkon war stark befestigt und daher relativ sicher vor der Invasion, ebenso einige kleinere Städte und Burgen. Armenien fiel ebenso in die Hände der Streiter Bibars und die Templer gaben ihre Festungen Rochede de Rusol und Gastum ohne Widerstand auf. 1265/66 fielen Safed, Cäsarea, Haifa, Ramla, 1268 Beaufort, Jaffa und Antiochia, 1271 Montfort und Chastel Blanc in die Hände Bibars. Der Grund des Heiligen Landes wurde mit dem Blut zigtausender christlicher Kämpfer gedüngt, sowie dem Blut der Zivilbevölkerung. Der Aderlass der Christen war in diesen schrecklichen Jahren enorm und konnte nicht mehr kompensiert werden. Vom Königreich war Jerusalem war nur noch ein Schatten übrig und es klang wie Hohn als sich der zyprische König am 24. September 1269 in Tyrus zum König von Jerusalem schlagen ließ. Im April wurde dann ein Kreuzzug gegen Tunis ausgerufen, an dem die Templer nur noch mit geringen Kräften beteiligt waren. Am 25. August 1269 verstarb König Ludwig von Frankreich dann vor Tunis und sein Nachfolger Phillip der Kühne kehrte mit dem Kreuzritterheer in den Okzident zurück ohne wirklich für das Heilige Land eine Unterstützung gewesen zu sein. Am 25. November 1268 war Papst Clemens IV. verstorben, so dass die Kurie am 01. September 1271 den Kardinal Thealdus von Lüttich zum neuen Papst wählten. Dieser war eine lange Zeit im Heiligen Land gewesen und kannte sich mit den Verhältnissen bestens aus. Seitens der Templer hoffte man nun auf einen neuen Kreuzzug um die Lage im Outremer zu stabilisieren und so erfolgter seitens des Papstes im März 1272 der erneute Aufruf zu einem Kreuzzug gegen die Muslime im Outremer. Ebenso versuchte der Papst eine Anleihe von 25000 Silbermark von König Phillip von Frankreich zu bekommen um damit 500 Bewaffnete für den Kampf im Heiligen Land zu gewinnen.
Am 21. April 1272 wurde schließlich ein Waffenstillstand für zehn Jahre, zehn Monate, zehn Tage und zehn Stunden zwischen Bibars und den Christen geschlossen. Für den Tempelritterorden war einer der verlustreichsten Kriege zu Ende gegangen. Eine der Erkenntnisse aus dieser Kriegssituation war die, dass die Templer im Verbund mit den anderen Kreuzrittern den muslimischen Angriffen nur noch wenig entgegensetzen konnten. Daher bemühte sich der Großmeister um Reformen im Tempelritterorden, u. a. Übernahm er die Statuten der Hospitaliter/Johanniter in das Strafreglement der Templer. Er führte auch eine strengere Disziplin im Orden ein und bemühte sich die Rivalitäten mit anderen Ritterorden abzubauen. Die Christen waren im Outremer mittlerweile so schwach geworden, dass sie jeden Wunsch oder Befehl Sultan Bibars nachkommen mussten. Als der Herr von Berytus verstarb kam es zu Streitigkeiten um dessen Besitz zwischen dem König von Zypern, den syrischen Baronen und den Ritterorden. Doch der Sultan Bibar nahm Partei für die Witwe des Grafen ein und so wurde unter Androhung von Gewalt zu Gunsten der Witwe der Besitz ihr übergeben. Eine Delegation unter Führung des Templergroßmeister war zu diesem Zwecke nach Zypern gereist um den König von Zypern zum Nachgeben zu animieren. Nachdem die Delegation am 25. März 1273 zurückgekommen war verstarb der Templergroßmeister überraschend.

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1273–1291
Wilhelm von Beaujeu, Gullelmus de Belloiano, Gullem de Beloch entstammte dem Hause Beaujeu und war ein jüngerer Sohn des Guichard II. de Beaujeu (verstorben vor 1256), Herr von Montpensier in der Auvergne. Zu seinen älteren Brüdern zählten der Connetable von Frankreich Humbert II. de Beaujeu und der Marschall von Frankreich Heric de Beaujeu. Guillaume de Beaujeu trat 1253 dem Templerorden bei und geriet 1261 in einen muslimischen Hinterhalt zusammen mit Theobald de Gaudin aus der er freigekauft wurde. 1268 wurde er dann Komtur von Beaufort, 1271 Präzeptor von Tortosa und 1272 Komtur von Sizilien und Apulien. Guillaume de Beaujeu war ein hoch geachteter aber auch gefürchteter Mann. Ein typischer Templerzeitgenosse dieser Zeit mit Stolz, Mut und Verachtung bezeugend der Gefahr und der Menschen gegenüber. Besonders unterstützte er einen Affilierten des Templerordens Guy de Giblet, gegen Bohemund VII. von Antiochia, worauf dieser die Templerfestung von Tripolis mit Hilfe muslimischer orden plündern ließ und die Tempelherren vertrieb. Nach seiner Wahl blieb er noch zwei Jahre im Okzident um viele Ordenshäuser zu besuchen und für den Orden und die Sache des Heiligen Landes Werbung zu machen. 1275 nahm er am Konzil von Lyon teil, anlässlich Papst Gregor X. die kirchlichen Orden wie auch die miltärischen Orden der Hospitaliter/Johanniter und Templer auf drei Orden reduzieren wollte. So gut wie diese Idee auch augenscheinlich klingen mochte und sicherlich der Gesamtsituation zu Gute kommen würde, so wenig hatte sie die Möglichkeit ernst genommen zu werden. Weder waren die Templer noch die Hospitaliter/Johanniter, noch die Benediktiner oder Zisterzienser dazu bereit und im Stande. Während des Konzils stellten die anwesenden Herrscher und Kirchenfürsten fest, dass die Ritterorden sich kaum noch um ihre eigentliche Aufgabe kümmerten und nur für sich selber fleißig Reichtum vermehrten. Daher konnten die Templer nicht wirklich mit einer sehenswerten Unterstützung im finanziellen wie militärischen rechnen. Doch die Gefahr einer Zusammenführung der Ritterorden konnte durch die anwesenden Ritterorden abgewendet werden. Am 15. September 1275 traf Guillaume de Beaujeu dann in Akkon ein um sein Amt offiziell zu übernehmen.
In Akkon selber sah es auch nicht besser aus, denn der König von Zypern hatte es sich mit der Bürgerschaft, dem Klerus, den Venezianern und den geistlichen Ritterorden verscherzt. Besonders mit den Tempelrittern lag er im offenen Streit, da diese ein königliches Gut ohne königliche Genehmigung 1276 erworben hatten. Da sich der König in Akkon nicht mehr sicher fühlte, verließ er die Stadt und siedelte sich in Tyrus an ohne sich dann noch um die Belange des Heiligen Landes zu kümmern. Dadurch aber führte die nicht vorhandene Rechtspflege und Verwaltung zu chaotischen Verhältnissen, die auch noch durch die Anhänger des Königs verschärft wurden, da diese Zwietracht zwischen den Ritterorden säten, so dass diese sogar übereinander herfielen. Um diese Unregierbarkeit zu beenden wurde eine Delegation nach Tyrus zum König durch die Prälaten, Hospitaliter/Johanniter, Deutschrittern, Bürger der Stadt sowie Ritter der Geneser und Pisaner gesandt und um die Erhebung königlicher Beamter gebeten. Die einzigen die sich verweigerten waren die Tempelritter. Da dem König klar war, dass er persönlich in Akkon durch die feindselige Haltung der Templer nichts ausrichten konnte, bestellte er einen Statthalter zu Akkon ein und zwar Balian von Ibelin, Herr von Arsuf. Danach verließ der König das Outremer und ging wieder nach Zypern zurück. Von dort bescherte er sich beim Papst, allen wichtigen Herrschern über den Ungehorsam, vorrangig der der Templer und bat um die Wiederherstellung der königlichen Ordnung im Heiligen Land. Das war natürlich Wasser auf die Mühlen der Templer, so dass sie an allen wichtigen Höfen gegen den König von Zypern intrigierten und auch die Prinzessin von Antiochien wurde miteingespannt in die Templerintrigen um beim Papst den Anspruch auf die Krone Jerusalems gerichtlich einzuklagen. Für eine Zugabe von 4000 Mark trat sie schließlich ihren Anspruch auf den Thron an den König Karl von Sizilien ab. Da der König gut mit den Templern befreundet war entsandte er sechs Schiffe mit starker Besatzung nach Akkon und wurde dort auf das Herzlichste durch die Templer begrüßt. Mit Unterstützung der Templer vertrieb er den Statthalter des Königs Balian von Ibelin aus der Burg in Akkon und regierte selber über sein begrenztes Reich. Damit die widerspenstigen syrischen Barone sich dem König von Sizilien anschlossen wurden sie unter der Androhung ihre Besitztümer einzuziehen zur Huldigung des Königs gebracht. Tatsächlich aber hielten die meisten der syrischen Barone zum König von Zypern, so dass dieser immer wieder versuchte wieder in den Besitz von Akkon zu gelangen.
Die großen Gewinner dieser Situation waren die Venezianer, da sie mit Unterstützung des Königs von Sizilien und der Templer wieder ihre angestammten Rechte und Güter in Tyrus von Phillip de Montfort zurückholten. Bezeichnend war in jenen Jahren, dass in fast jeder Auseinandersetzung irgendwie die Templer mitbeteiligt waren. Das wiederum bedeutete aber auch, dass die Vertreter der Templer sehr gut geschulte Personen sein mussten um in den Händeln bestehen zu können. 1280 kam es in Kroatien zu einem Aufruhr gegen den rechtmäßigen Herrscher Herzog Andreas durch den Grafen von Bribir um die Unabhängigkeit zu erlangen. Die beiden Ritterorden unterstützten den Grafen bei seinen Forderungen, so dass der Herzog nachgeben musste. Im Auftrag des Papstes hatte der Erzbischof von Spaletro darüber zu befinden ob eine Vereinigung der beiden Ritterorden sinnvoll erscheinen würde. Natürlich kam hierbei kein nennenswertes Ergebnis zustande. Auch in der Mark Brandenburg vergrößerten die Tempelherren ihre Besitztümer erheblich und als in Böhmen der unmündige Thronfolger Wenzel II. unter die Aufsicht des brutalen Markgrafen Otto von Brandenburg kam trafen die böhmischen Adeligen gegen die Abgabe mehrerer Burgen an die Templer für sie geeignete Unterstützung gegen den Markgrafen. Im Jahr 1290 unterstütze König Wenzel die Templer erheblich, da sie ihm treu zur Seite gestanden waren. Sah die Situation der Templer im Okzident hervorragend aus, so kennzeichnete sich das Outremer als blutiges Desaster aus, da die Templer immer mehr an Finanzmitteln, Material und Kämpfern in die Blutpresse senden mussten um halbwegs den Status Qua beibehalten zu können.
Auf muslimischer Seite war man der christlichen Herrschaft überdrüssig geworden und so entschied man sich letztendlich dazu das christliche Reich in Palästina zu beseitigen um endlich wieder Ruhe ins Outremer zu bekommen. Für die Templer erschien es erstrebenswert ihre Ausrichtung nach Frankreich zu verlegen um dort mit ihrer Macht einen geeinten Templerstaatenkörper zu errichten. 1280 brachen die Hospitaliter den Waffenstillstand mit Bibar und überfielen muslimische Gebiete um diese zu plündern. Die Antwort die erfolgte hatten sie nicht eingerechnet. Blutig waren die Sarazenen über die restlichen christlichen Ländereien hergefallen, so dass die Hospitaliter unter Zuhilfenahme der Templer den Waffenstillstand 1281 wieder aktivieren konnten. Es erfolgte einer neuerlicher zehn Jahre dauernder Waffenstillstand, wobei die Christen die Muslime nicht angreifen durften und die Templer keine ihrer Festungen verbessern und ausbauen durften, u. a. die Festung Tortosa. Am 03. Juni 1283 wurde durch Sultan Kalavun auch ein elfjähriger Waffenstillstand mit Akkon und Sidon geschlossen. Durch Streitigkeiten in Sizilien war der König zurückgekehrt und hatte auch seinen Statthalter mit den Truppen mitgenommen. So im Januar 1283 der König von Zypern wieder vor Akkon an während er bemüht war mit den Templern eine friedliche Einigung zu finden. Am 26. März 1284 erkrankte er in Tyrus und verstarb auch dort. Und wieder brachen die Hospitaliter den Waffenstillstand mit Sultan Kalavun, so dass er die Hospitaliterfestung Makreb am 25. Mai 1285 einnahm. Die Templer hielten sich an den Waffenstillstand und hatten gute Beziehungen zum Sultan. König Leo von Armenien wollte mit Hilfe der Templer seine Unabhängigkeit beibehalten und traf sich zu Unterhandlungen mit dem Sultan. Doch dieser wollte davon nichts hören und eroberte Armenien vollständig. Dies war ein großer Schock für die christlichen Gebiete, außer für die Templer die sich strikt an die Vorgaben hielten. So sammelten sich noch einmal Streiter um den König Heinrich von Zypern, da dieser auf die Hilferufe aus dem Outremer reagierte, während von Papst Nikolaus IV. nur Trostschreiben erfolgten. Am 24. Juni 1286 landeten die Kämpfer mit einer großen Flotte in Akkon an. Da den Templern die Unterstützung des sizilianischen Königs fehlte schlossen sie sich dem König von Zypern an und unterstützten dessen Krönung zum König von Jerusalem. Der König von Sizilien war aber über den Verrat der Templer höchst erbost und beschlagnahmte alle Templerbesitzungen in Sizilien. Die Hospitaliter kamen ungeschoren davon da sie sich neutral verhielten.
Sultan Kalavun aber entschied sich die christlichen Lande immer weiter einzuengen und marschierte am 1287 gegen Tripolis, welche er am 25. März 1289 eroberte. Alle christlichen Fürsten, Baroone, der König von Zypern und auch alle Ritterorden hatten Truppen zum Entsatz Tripolis herangeführt, doch waren die Streitkräfte des Sultans viel zu stark um dagegen anzukommen. Die christliche Seite konnte mit viel Mühe nochmals einen zweijährigen Waffenstillstand mit dem Sultan erreichen, so dass jetzt nochmals kurz Ruhe einkehren konnte für das geschundene Land. Seitens des Papstes wurden Geldmittel im begrenzten Rahmen zur Verfügung gestellt und auch wieder die Vereinigung der beiden Ritterorden gefordert, aber ein neuerlicher Kreuzzug km nicht mehr zustande. Die romantische kirchliche Ausrichtung hinsichtlich des Kreuzzugsgedanken war im Okzident erschlossen und jeder sah das drohende Unheil über die restlichen christlichen Staaten des Outremer heraufziehen. Jeder der Beteiligten Parteien wollte mit dem Sultan nur noch in Frieden leben u. a. auch die Genueser, die im Jahr 1290 ein seperates Abkommen mit dem Sultan schlossen. Der Papst versuchte die letzten Reserven des Okzidents bereit zu stellen, während sich die Herrscher des Okzidents schon auf die neuen Machtverhältnisse einstellten. Die Könige von Aragon und Sizilien entsandten Abordnungen mit reichen Geschenken um sich mit dem großen mächtigen Sultan zu einigen. Am 25. April 1290 wurde einen Handelsvertrag mit dem Sultan geschlossen, wonach alle Fürsten der Christen, die Ritterorden, die syrischen Barone sowie die seefahrenden Freistaaten sich verpflichteten in Frieden mit dem Sultan zu leben und gezielt Handelsverbindungen aufzubauen. Außerdem wollten die Fürsten den Sultan über alle Verhandlungen gegen sein Reich informieren die im Okzident abgehalten wurden. 1289 hatte König Jakob von Mallorca den Templern ihr Ordenshaus zu Roussilion weggenommen was einen harten Rückschlag für die Ausbreitung des Ordens im westlichen Mittelmeer darstellte. Der Templerorden beschwerte sich beim Papst Nikolaus IV., so dass dieser Anwies den Templer ihr Komtur zurückzugeben. Wie sich herausstellte hatte der König von Frankreich Phillip IV. den König von Mallorca angestiftet gegen die Templer vorzugehen. So langsam kamen die Feinde des Tempelritterordens an die Oberfläche um in kleinen Stichen gegen ihn vorzugehen.
Nun begann das letzte Kapitel der christlichen Reststaaten auf dem Boden des Outremer. Es sollte sich nun aller Wankelmut, Neid, Gier, Leichtsinn, Treulosigkeit und Selbstsucht der Christen in einer fürchterlichen Orgie des Todes bestraft werden. In Akkon hatten sich die unterschiedlichen Ritter und Landsknechte der unterschiedlichen Staaten zu einer zügel- und kontrolllosen Gruppe entwickelt, die durch laufende Überfälle das Umland ausplünderten. Besonders schlimm verhielt sich eine Kriegerschar von 1500 Mann die durch den Papst unter dem Kommando des Bischofs noch Tripolis nach Akkon entsandt hatte. Während die beiden Ritterorden sich an den Waffenstillstand hielten brachen diese Gruppen permanent die Vereinbarungen sehr zum Leidwesen der Christen. Eine Gesandtschaft des Sultans war in Akkon auf das unfreundlichste behandelt worden, so dass die drei Ritterorden direkt mit dem Sultan verhandelten. Als der päpstliche Legat davon erfuhr sabotierte dieser die Verhandlungen, so dass der Sultan sofort den Christen den Krieg erklärte. Mit dieser Nachricht kam die Delegation der drei Ritterorden zurück. In Akkon trafen dann alle Christen zu einer Aussprache zusammen und durch die Worte des Patriarchen beseelt entschlossen sich alle sich zu wappnen und für den Kampf zu rüsten. Die Ritterorden sammelten im Okzident alles an Kämpfern zusammen und entsanden diese Truppen in das Outremer. Die Deutschritter stellten 1700 Ritter, die Templer und Hospitaliter jeweils 2000 Ritter, der König von Zypern entsandte 300 Ritter, zuzüglich alle restlichen Ritter der syrischen Barone. Akkon wurde in Stand gesetzt und mit neuen Mauern versehen, um der Besatzung von 900 Rittern und 18000 Mann Fußvolk Schutz zu bieten. Die Truppen wurden in vier Kommandos unterteilt wobei die erste Gruppe vom Seneschall Johann de Grelly und Otto von Grandison geführt wurde und aus den französischen und englischen Kriegern bestand. Die zweite Gruppe führten der Hauptmann der syrischen Ritterschaft und der Marschall des deutschen Ordens, die dritte Gruppe wurde vom Meister der Hospitaliter/Johanniter befehligt und die vierte Gruppe wurde vom Tempelgroßmeister und einem Komtur des heiligen Geistordens geführt und setzte sich aus den Templern, den Rittern des heiligen Geistordens und den Venezianern zusammen. Sultan Kalavun marschierte mit seinen ägyptischen Truppen Richtung Outremer, verstarb aber am 11. November des Jahres. Sein Nachfolger und Sohn Malek al Aschraf führte nun den Kriegszug des Vaters aus. Am 07. März 1291 trafen seine Kriegsscharen in Syrien ein und am 05. April 1291 wurde Akkon eingeschlossen und belagert. Die Christen konnten die leichte muslimische Reiterei mit Ausfällen stark dezimieren bis die Hauptstreitmacht vor Akkon anlangte. Sultan Al Ascharf ließ das Umfeld Akkon vernichten um somit den Christen keine Unterstützung zukommen zu lassen. Wie alle die Jahre zuvor konnte in der Stadt Akkon selber keine einheitliche Führung entwickelt werden, da jeder Zwietracht witterte und sich keiner dem anderen unterordnen wollte. Jeder der Führenden wie der Patriarch, die Großmeister und Führer der syrischen Barone wollten den Kampf leiten, so dass keine einheitliche Führung zustande kam. Im Inneren durch die eigene Feindschaft gelähmt und im Äußeren durch die muslimischen Scharen stark bedrängt, so sah die Situation in Akkon für die christlichen Verteidiger aus.
Die Bürgerschaft Akkons kämpfte tapfer gegen die Muslime und machte einen Ausfall nach dem anderen. Sie baten die Ritterorden um Unterstützung, doch diese lehnten ab, da die Bürger sich mit den Deutschrittern abgesprochen hatten hinsichtlich der Verteidigung der Stadt. Selbst der Klerus mischte sich in die Verteidigung der Stadt ein und so sorgten die steigende Zwietracht unter den Christen für den bevorstehenden Untergang Akkons. Die stetig zunehmenden Querelen unter den Christen machte eine einheitliche Kommandostruktur unmöglich, so dass sich der Templergroßmeister aufmachte um sich mit dem Sultan Al Ascharf auszutauschen, da er zum Vater wie auch zum derzeitigen Sultan gute Beziehungen unterhielt. So schlug der Sultan vor, dass jeder in Akkon lebende Mensch eine Zechine zahlten sollte für einen neuen Waffenstillstand. Doch die Bürger der Stadt lehnten dies zu großen Teilen ab und hieß den Templergroßmeister einen Toren und Verräter. Der Templergroßmeister teilte dem Sultan mit, dass er einfachere Bedingungen stellen sollte ansonsten würden die Verteidiger es auf einen Kampf ankommen lassen, denn die Verteidiger waren immer noch guten Mutes und sicher das sie den Sultan abwehren konnten. So tobte der Kampf weiter, wobei vor allem die Tempelritter oft erfolgreiche Überfälle u. a. auf die muslimische Flotte unternahmen. Am 04. Mai 1291 führte König Heinrich eine Schar von 200 Rittern und 500 Fußvolk den Verteidigern zu, da zwischenzeitlich das Selbstvertrauen der Verteidiger sich immer mehr verflüchtigte. Dies geschah vor allem dadurch das die beiden Ritterorden sich nicht an den Kämpfen beteiligten, da die Bürger gegen die Forderungen des Sultans gestimmt hatten. Die Streitmacht des Sultans schloss nun Akkon eng umschlossen ein, so dass Ausfälle nicht mehr möglich waren. Über zehn Tage hindurch wurde durch die Muslime die Stadt mit Belagerungsartillerie beschossen, so dass eine Großzahl der Bewohner sich über das Meer nach Zypern flüchten jonnten, ebenso auch große Teile der Verteidiger, so dass letztendlich nur noch 800 Ritter und 12000 Mann Fußvolk die Stadt verteidigten. Und als an einigen Stellen die Mauern bereits eingestürzt waren verließ auch König Heinrich mit seinen Streitern das hart umkämpfte Akkon. Auch die Venezianer hatten bereits frühzeitig Akkon verlassen.
Am 16. Mai 1291 war es dann endgültig soweit, denn der befürchtete Angriff der Muslime auf Akkon hatte begonnen. Hauptangriffsstelle war das Tor des Heiligen Antonius. Die Angreifer verfüllten die vorgelagerten Gräben mit toten Tieren, Holz und Steinen, die von zigtausend Lasttieren antransportiert wurden, so dass letztendlich ein beträchtlicher Teil der Stadtmauer eingenommen werden konnte. Der Vorstoß der Muslime konnte bis zum Palast des Königs von Zypern vorgetrieben werden und dieses Treiben brachte die beiden Ritterorden der Templer und Hospitaliter dazu nun ebenfalls in den Kampf einzugreifen. Unter Führung des Hospitaliter-Großmeisters Mathäus de Clermont konnten die Muslime wieder aus der Stadt hinausgedrängt werden. Die durchbrochene Mauer wurde wieder verfüllt und mit einer großen Abwehrkette aus Wurfmaschinen abgesichert. Die verbliebenen Verteidiger trafen sich am 17. Mai 1291 bei den Hospitalitern/Johanniter zu einem Kriegsrat zusammen. Alle wollten die Stadt nun endgültig verlassen, doch scheiterte diese Lösung an der fehlenden Anzahl von notwendigem Schiffsraum. Durch den kleinen Sieg war der Wille zum Widerstand wieder auf neue entfacht worden und durch das Abhalten von einer Messe sowie dem Friedenskuss verstärkte man den Widerstandswillen der Verteidiger.
Die muslimischen Truppen hatten einen Tag Ruhe durch ihren Sultan bekommen, so dass am 18. Mai 1291 der endgültige Eroberungskampf um Akkon begann. Mit wildem Geheul und Getöse stürzten sich die Sarazenen auf die Mauern Akkons und durchbrachen trotz heldenhaftem Widerstand der Verteidiger die notdürftig geflickte Stadtmauer. Doch die Hospitaliter drängten in einem Gegenangriff die eingedrungenen Feinde wieder aus der Stadt. Daraufhin versammelte der Sultan alle seine Kräfte zu einem gewaltigen unwiderstehlichen Angriff auf den Durchbruch beim Antoniustor. Nun war der endgültige Durchbruch erfolgt, so dass sich die Verteidiger aus der Stadt zurückzogen auf den befestigten Burgteil. Der Großmeister der Templer war bei der Verteidigung des Tores mit einem Groß der eingesetzten Templer und Hospitaliter gefallen und wurde ins Tempelhaus gebracht. Bei seinem Tode soll er angeblich folgenden Satz ausgesprochen haben: „Je ne m'enfuis pas; je suis mort. Voici le coup.“ (Ich laufe nicht davon – ich bin tot. Hier ist der Stich.) Er hob seinen Arm und zeigte die tödliche Wunde, die er erlitten hatte. Ganzen zehn Templern und sieben Hospitaliter entkamen dem fürchterlichen Kampf. Auch der Großmeister der Hospitaliter stürzte sich in die Abwehrschlacht und wütete schrecklich unter den Muslimen bis diese ihn ebenfalls zu Tode brachten. Die Deutschritter waren komplett ebenfalls alle in diesen Kämpfen umgekommen. Der Patriarch ertrank auf der Flucht mit seinem Schiff, da dieses vollkommen überfüllt war mit Stadtbewohner und dadurch unterging. Das Templerhaus lag in Küstennähe und war mit massiven Türmen und wehrhaften Mauern versehen, so dass sich 2000 christliche Kämpfer hierhin flüchteten. In der Zwischenzeit hatten die Muslime begonnen alles zu plündern und jeden Verteidiger in Akkon zu töten. Ein fürchterliches Blutbad war begonnen worden, der die Angriffsbemühungen des Sultans erheblich einschränkten. Die Festungsanlagen der Templer, Hospitaliter und der Deutschherren waren die einzigen Bollwerke gegen den Ansturm des Sultans verblieben. In nener Nacht wählten die verbliebenen Templer Thibaud de Gaudin zum neuen Großmeister.
Nachdem sich die Templer durchaus gut mit dem Sultan verstanden erboten sie sich die Stadt zu übergeben für einen friedvollen Abzug aller Krieger und der Stadtbevölkerung. Auf diese Verhandlung ging der Sultan ein und so wurde am19. Mai 1291 begonnen die Festungsteile zu übergeben. Doch auch unter den Muslimen war der Hass und die Wut auf alle Greueltaten der Christen ungebunden, so dass sich die Besatzer auf alle Frauen und Kinder warfen und diese schändeten. Daraufhin wurde die weiße Flagge der Verteidiger eingeholt und die empörten Christen stürzten sich mit Todesmut auf die muslimischen Angreifer. Diese wurden vollständig vernichtet und sodann eine Beschwerde an den Sultan weitergetragen. Dieser jedoch lehnte weitere Verhandlungen ab, so dass sich die Templer mit den adeligen Fürsten und all ihren Schätzen nach Sidon absetzen konnten um anschließend Zypern wohlbehalten anzusteuern.
Die restlichen verbliebenen Kämpfer wie auch Frauen und Kinder erbaten am 20 Mai 1291 die friedvolle Übergabe Akkons an den Sultan die dieser auch gewährte. Als die restlichen Überlebenden nun aus ihren Festungen herauskamen wurden alle männlichen Christen getötet und die Angreifer vielen über Frauen und Kinder her und schlachteten diese nach fürchterlichen Misshandlungen fast vollständig ab. Die wenigen die flüchten konnten retteten sich in den Turm des Meisters und verschanzten sich dort. Die Muslime untergruben den Turm, so dass dieser zusammenfiel und Freund wie Feind darunter begrub. Danach begann die Männer des Sultans Akkon dem Erdboden gleichzumachen und komplett zu schleifen. Nichts sollte übrigbleiben von der stolzen feindlichen Stadt. Die letzten flüchtenden Christen auf dem Meer sahen mit Tränen in den Augen wie ihre Stadt vernichtet wurde. Mit der Vernichtung Akkons löste sich das restliche christliche Königreich Jerusalem auf. Tyrus wurde noch am selben Tag durch die Christen aufgegeben, die geflüchteten Templer hatten in Sidon eine auf einer vorgelagerten Insel eine Burg befestigt und wollten sich dort halten. Doch als Emir Schadschai mit einem Heer anrückte gaben sie diesen Versuch auf. Die Templer flüchteten nach Tortosa welche am 03. August 1291 ebenfalls aufgegeben wurde um letztendlich sich in Zypern niederzulassen. Die Burg von Sidon wurde dann durch die Muslime am 30. Juli 1291 zerstört, ebenso erging es der Stadt und Burg Berytus. Das Heilige Königreich Jerusalem hatte aufgehört zu existieren und die verbliebenen Christen waren ab jetzt Untertanen des Sultans.
Mit dem Fall Akkon hatten die Kreuzzüge ihr Ende gefunden und auch das Zeitalter dieser Expansion endete unter deinem fürchterlichen Blutmeer von insgesamt sechs Millionen toten Christen und vier Millionen toter Muslime. Waren diese sogenannten heiligen Kriege wirklich notwendig gewesen und würde Jesus Christus diese Kreuzzüge mit den vielen Millionen Toten gutheißen. Wohl kaum!
Die Kreuzzüge waren von vornherein zum scheitern verurteilt gewesen, zum einen durch den teuren und langen Anfahrtsweg über das Mittelmeer für die benötigten Truppenmassen, zum anderen wegen der gewaltigen Kosten die eine damalige Kriegsführung kosteten, aber auch durch die eigennützige, habsüchtige und gierige christliche Politik mit all ihren Eifersüchteleien. Das was die sogenannten Pullanen in Syrien abgezogen hatten, vermisst jedes Verständnis für eine extrem angespannte Lage, die eher eines Zusammenschlusses und einheitlichen Willens bedurft hätte. Auch gegen den Papst richteten sich nun vermehrt die Vorwürfe hinsichtlich einer überheblichen Vorgehensweise der Kirche und der stetigen Einmischung in politische Angelegenheiten. Doch unter all dem Kummer und Leid hatte sich auch der geistige Gesichtskreis erweitert, die Bildung erweiterte sich erheblich, Wissen und Wissenschaft profitierten vom Wissen der Muslime, der Bürgerstand erstarkte extrem, der Ritterstand verlor erheblich an Einfluss und sein Stand wurde deutlich herabgestuft. Auch das erklärte Ziel der Päpste die Errichtung einer Universalhierarchie konnte seitens des Klerus nicht erreicht werden, im Gegenteil hatten sie damit das Ende der kirchlichen Allmacht eingeläutet, denn hier war der Boden für die beginnende Reformationsbestrebung gelegt worden.

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1291–1292
Theobald de Gaudin, Theobald de Guydin, Thybaldus de Gaudini stammte wahrscheinlich aus spanischem Adel (französische Quellen nennen auch Blois oder Chartres). Anfang 1260 nahm er als Ritter des Templerordens an einem Angriff auf die muslimischen Städte Tibnin und Tiberias teil. Der Angriff wurde zurückgeschlagen, Thibaud geriet in Gefangenschaft und wurde, nachdem man angesichts der Bedrohung durch die Mongolen Mitte 1260 ein Neutralitätsabkommen mit den Mamluken geschlossen hatte, gegen Lösegeld freigelassen. Etwa seit 1281 war Thibaud Großkomtur des Ordens. Er kämpfte bei der Belagerung Akkons durch die Muslime 1291 tapfer an der Seite seiner Brüder. Als sein Vorgänger, der Großmeister Guillaume de Beaujeu, am 18. Mai 1291 tödlich verwundet worden war, entschieden die Templer ihren Großkomtur Thibaud nach Sidon zu entsenden. Er sollte den Ordensschatz und die Ordensreliquien evakuieren und die Verteidigung von Sidon organisieren. In Akkon übernahm der Marschall der Templer Pierre de Sevry das Kommando. Am gleichen Tag schiffte sich Thibaud auf einer venezianischen Galeere nach Sidon ein. Wenige Wochen später, nachdem Akkon Ende Mai an die Muslime gefallen war, wurde Thibaud selbst in Sidon zum Großmeister gewählt.
Die letzten Besitzungen der Kreuzfahrer in Syrien fielen in dieser Zeit in die Hände der Mamluken. Sidon wurde belagert und musste im Juli geräumt werden. Die letzten Stellungen der Templer auf dem Festland, Tartus und Château Pèlerin, mussten im August aufgegeben werden. Nach dem Verlust von Akkon durchfuhr den ganzen Okzident ein Schreckensruf, doch erfolgte nun kein großer Aufschrei mehr wie früher und so wehte nur noch ein laues Lüftchen der Rache. Selbst die Aufrufe des Papstes vermochten nicht mehr die großen Herrscher zu einem Kreuzzug zu bewegen. Im Gegenteil versuchten diese mit den Muslimen eine dauerhafte Friedensvereinbarung zu finden. Tatsache war auch, dass in jener Zeit die christlichen Herrscher im Okzident dabei waren ihre Macht zu vergrößern und in stetigen Händeln miteinander begriffen waren. Ein teurer und vor allem unsicherer Kreuzzug mit wenig Erfolg lag sicherlich nicht bei den großen Zielen der einzelnen Herrscher. Nachdem nun auch das vormalige Primärziel der Erhalt des Heiligen Landes außer Sicht geraten war mehrten sich auch wieder die Stimmen, die den Zusammenschluss der beiden Ritterorden forderten. Während der ganzen Kampfhandlungen hatte der Deutsche Ritterorden aber für sich eine wesentlich praktikablere Lösung gefunden in dem er sich auf die ostpreussischen Gebiete konzentrierte und sich dort eine eigene Hausmacht erschuf, ohne großen Einfluss durch Papst und den großen Herrschern des Okzidents. So gesehen hatte sich der Deutsche Ritterorden rechtzeitig aus den Untergangsphasen Palästinas herausorientiert und es geschafft seine Ziele neu zu erschaffen. Bei den beiden anderen Ritterorden sah es dagegen deutlich schwieriger aus, den Palästina und sein Erhalt war für sie beide das erklärte oberste Ziel. So wurde in Salzburg während eines Konzils diese Frage des Zusammenschlusses beider Orden ausführlich diskutiert. Vorteile einer Zusammenführung wäre der, dass sich die militärische Schlagkraft deutlich erhöhen ließe, aus allen Statuten sollten die besten Teile entnommen und in einem eigenen neuen Orden zusammengeführt werden. Aus herrscherlicher Sicht war dies nicht wünschenswert, da gerade in England und Frankreich sich dann eine gewaltige Armee von Gotteskriegern gesammelt hätte, die allein der Kirche und dem Papst untertan gewesen wären. Für die Herrscher des Okzidents waren die Ritterorden in ihrer jetzigen Form kaum händelbar und wie schlimm wäre eine Vereinigung dann für die Fürsten geworden. Glücklicherweise verstarb Papst Nikolaus IV. am 04. April 1292 und so wurde dieser Ansatz für eine Neuformierung wieder verworfen.
Nach der Niederlage von Akkon herrschte ein betäubender Zustand, während dieser Zeit seitens des Templergroßmeister keine wirklich nennenswerten Versuche mehr unternommen wurde wieder in Palästina Fuß zu fassen. Das vorrangige Ziel des Tempelritterordens lag nun voll und ganz auf die Erweiterung des templerischen Besitzes, sehr zum Leidwesen der jeweiligen Herrscher. Egal ob Deutschland, Böhmen, England, Frankreich oder Italien überall mischten sich die Templer in die politischen Intrigen ein. Einzig die spanische Halbinsel zeugte von einer hohen und ehrbaren Qualität des Templerrums mit ständigen Heldentaten im Kampf gegen die Maurischen Invasoren. Der Großmeister der Templer versuchte daraus Kapital zu schlagen, in dem er sich mit dem Orden auf die Aufgaben im iberischen Raum und Marokko konzentrierte. Dies stieß auf internen Widerstand der anderen Ordensprovinzen, insbesondere der französischen (Champagne, Auvergne, Bourgogne). Der Hauptordensstützpunkt wurde nun die Insel Zypern, die sich zur neuen Hochburg der Templer entwickeln sollte. Thibaud de Gaudin verstarb am 16. April 1292, ohne weitere große Ziele für den Tempelritterorden in die Tat umgesetzt zu haben.

23
1292/1293–1314
Jacobus de Molay, Jakob de Molay, stammte aus der Familie der Herren de Longwy und Raon in der Freigrafschaft Besancon im heutigen Department Haute-Saone in Burgund. Über das Leben Jacques de Molays vor seiner Zeit als Großmeister des Templerordens ist nur weniges zweifelsfrei belegt. Sein Eintritt in dem Templerorden erfolgte vermutlich 1265,ausgehend davon, dass die Ordensregel nur die Aufnahme Erwachsener vorsah, d. h. die Aufnahme nach dem Ritterschlag, der üblicherweise im Alter von 20 Jahren erfolgte. Da jedoch auch Fälle belegt sind, in denen die Aufnahme in den Orden schon früher erfolgte, ist dies auch bei de Molay möglich und ein um wenige Jahre späteres Geburtsjahr nicht auszuschließen. Aufgrund einiger Indizien kann angenommen werden, dass de Molay aus dem Ort Molay im Dekanat Traves stammt. Ein Geschlecht de Molay aus dem ländlichen, niederen Adel ist dort seit dem Jahr 1138 urkundlich belegt. Jacques ist möglicherweise ein Sohn des Gérard de Molay, der als Vasall des Seigneurs von La Rochelle 1233 urkundlich erwähnt wird. Die Freigrafschaft Burgund gehörte damals zum Heiligen Römischen Reich, die de Molays waren also Untertanen des römisch-deutschen Kaisers. Jacques de Molay wuchs in der Zeit der Kreuzzüge des Königs Ludwig IX. von Frankreich auf. Über seine Kindheit und Jugend ist sonst nichts bekannt. Man kann annehmen, dass die Berichte und Erzählungen der heimkehrenden Kreuzritter aus dem benachbarten Frankreich auch den jugendlichen de Molay beeinflussten.
Im Jahre 1265 wurde Jacques (nach eigenen Angaben) von Humbert de Pairud, Generalvisitator des Ordens in Frankreich und England, sowie von Amaury de la Roche, dem Ordensmeister der Provinz Frankreich, in der Ordenskapelle der Komturei Beaune in den Templerorden aufgenommen. Über die Beweggründe seines Eintritts ist nichts bekannt. Entsprechend dem damals Üblichen kann man annehmen, dass sozialer oder wirtschaftlicher Druck den jungen Adeligen in die Reihen der Templer führte oder dass er von seinem Vater für die kirchliche Laufbahn prädestiniert worden war (der Templerorden galt als geistlicher Orden). Es wäre aber auch möglich, dass der Lehnsherr sich dem Kreuzzug anschloss und alle Vasallen ihm folgen mussten. De Molay gab später an, als junger Ritter unter dem Großmeister Guillaume de Beaujeu im Orient gewesen zu sein. Beaujeu wurde 1273 zum Großmeister gewählt. Daraus kann man schließen, dass de Molay irgendwann zwischen 1270 und 1282 ins Heilige Land kam. Zu dieser Zeit näherte sich die Herrschaft der Kreuzfahrer in der Region bereits ihrem Ende. Den Grandes Chroniques de France ist zu entnehmen, dass sich der kampfbegierige junge Ritter gegen den Großmeister aufgelehnt zu haben scheint, weil er dessen Linie, in der Zeit des Waffenstillstandes mit dem Sultan einen friedlichen Ausgleich zu suchen, anfangs nicht mittragen wollte.
Im September 1291 – nach dem Fall von Akkon und damit dem Ende der Kreuzfahrerstaaten – nahm de Molay am Generalkapitel des Ordens in Zypern teil und wurde als Nachfolger von Pierre de Sevry, der in Akkon gefallen war, zum Marschall des Ordens gewählt. 1292, vermutlich im Februar, starb der Großmeister Thibaud Gaudin. Jacques de Molay wurde daraufhin zum Großmeister des Ordens gewählt. Dies muss vor dem 20. April 1292 gewesen sein: Ein Brief an den Meister der Provinz Aragón mit diesem Datum, den de Molay als Großmeister unterzeichnet hat, liegt im Archivo General de la Corona de Aragón in Barcelona vor. De Moley dürfte unter den zehn Templern in Akkon gewesen sein, die sich noch retten konnten vor dem Untergang. Der Konvent in Zypern hatte zur Wahl eines neuen Großmeisters durch den Marschall des Ordens Eudo de Grandison geladen und so waren zahlreiche Würdenträger des Tempelritterordens, sowie etliche Ritter der Einladung gefolgt. Neben der Wahl eines geeigneten Nachfolgers für die Führung des Ordens ging es auch darum die neue Ausrichtung des Templerordens zu fixieren. Durch die Wahl des Großmeisters hatte dieser dann auch erheblichen Anteil an der zukünftigen Ausgestaltung für den Tempelritterorden.
Aus entsprechenden Zeitdokumenten war erkennbar, dass sie die Mehrheit des Konvents für den Kontur aus Frankreich Hugo de Peyraud ausgesprochen hatten und eher die Minderheit, bestehend aus den syrischen Templern, sich für de Molay ausgesprochen hatten. Für den Konvent war eine Entscheidung für einen Großmeister nicht einfach zu entscheiden, denn mit der neuen Rolle des Großmeisters wurde er im Okzident Fürst unter den Fürsten, sowie Constable des Papstes. Der 54jährige de Molay sah während des Konvents trotz seiner Verdienste, seines Ansehens und seines Heldenmutes, dass die Situation für ihn eine ungünstige Wendung einnahm, so dass er letztendlich zu einer List greifen musste. De Molay behauptete, dass er nicht nach der Großmeisterposition streben würde, sondern das er de Molay sich klar für Eudo de Grandison aussprechen wolle bei einer Wahl. Der Konvent aber wollte des Frieden Willens und um die Kräfte zu bündeln dann de Moley zum Großkomtur wählen. Trotz etlicher Stimmen gegen ihn wurde er schließlich zum doch zum Großkomtur berufen. Somit hatte de Molay die Großkomturwürde erlangt und war dadurch in der Rangposition über den Komtur von Frankreich aufgestiegen. Es ist verbrieft das de Molay dann folgende Aussage im Konvent getätigt hatte: „Die Kutte ist fertig, Brüder, setzt nun noch auf die Kappe darauf! Habt ihr mich zum Großkomtur gemacht, so will ich auch, möget ihr wollen oder nicht, euer Großmeister sein!“ Die schwankenden Stimmen im Konvent wurden zum einen durch diese Skrupellosigkeit, zum anderen durch die Zuversicht de Molay überrascht und so wurde er schließlich gegen alle Widerstände zum neuen Großmeister ausgerufen. Ein weiterer Aspekt war auch für viele Konvent-Mitglieder, dass sich de Molay als durchsetzungsfähiger Intrigant erwiesen und sich dadurch für die auf den Orden zukommenden schwierigen Entscheidungen als bestens geeignet herausgestellt hatte.
1293 brach er zu einer ausgedehnten Reise in den Okzident auf, die ihn zunächst in die Provence führte. Im August 1293 nahm er am Generalkapitel des Ordens in Montpellier teil. 1294 reiste er nach England und anlässlich der Wahl von Papst Bonifaz VIII. nach Italien. Anfang 1296 kam er zu einem weiteren Generalkapitel des Ordens nach Arles. Im Herbst kehrte er nach Zypern zurück. Diese Reise hatte zunächst den Zweck, mit den europäischen Herrschern Übereinkommen zu erzielen, um die angestrebte Rücknahme der Privilegien der Templer zu verhindern (die Templer waren von sämtlichen Abgaben, Steuern und Lehnspflichten befreit). Auch wurden zwischen den Templern und dem Königshaus von Aragón intensive Verhandlungen einen Tausch von Ländereien betreffend geführt. In England erreichte er die Herabsetzung einer Strafzahlung, die über den örtlichen Ordensmeister verhängt worden war. Mit König Karl II. von Neapel verhandelte er über die Aufhebung von besonderen Kontrollen der Templerschiffe. Vor allem ging es aber darum, Unterstützung für das Heilige Land zu erhalten.
Nach dem Fall Akkons 1291 bedeutete das die Verteidigung der verbliebenen christlichen Staaten auf Zypern (wohin sich auch die Templer zurückgezogen hatten) und in Armenien. Außerdem mussten die stark geschrumpften Reserven des Ordens an Kämpfern und Material wieder ergänzt werden. So setzte sich de Molay in seinen Verhandlungen mit den einzelnen Herrschern dafür ein, dass sämtliche Exporte von den einzelnen Tempelgütern nach Zypern von allen Zöllen befreit werden sollten. Letztlich sollte der Boden bereitet werden für die angestrebte Rückeroberung des Heiligen Landes, denn diese blieb das Hauptanliegen der Ritterorden. In Limassol auf Zypern befand sich der Hauptsitz der Templer. De Molay suchte einen Ausgleich mit König Heinrich II. von Zypern. Dieser wollte die Einkünfte der Orden – das betraf neben den Templern auch die Johanniter und Zisterzienser – beschränken und ihnen den weiteren Landerwerb untersagen. In den Verhandlungen darüber ersuchte de Molay auch Papst Bonifaz VIII. um Vermittlung.
1297 reiste er Großmeister nach Frankreich um diese Mächtige Ordensprovinz mit seiner Wahl zu versöhnen. Auch ging es darum den Hauptsitz der Templer von Zypern nach Frankreich zu verlegen. Zeitgleich durfte de Molay die Patenstelle beim vierten Sohn König Phillips des Schönen einnehmen. Bei den Verhandlungen musste sich de Molay mit seinem Widersacher Hugo de Peyraud, dem Komtur von Frankreich und seinen Gefolgsleuten auseinandersetzen, die er bei der Wahl zum Großmeister so hintergangen hatte. Das er für seine Pläne daher keine nennenswerte Unterstützung erhalten konnte dürfte eigentlich klar gewesen sein für den heutigen Betrachter. Daher reiste der Großmeister wieder nach Zypern zurück um sich dort 1298 mit dem König Heinrich von Zypern zu entzweien. Der König von Zypern selber war neidisch auf die Templer wegen ihres Reichtums an Geld und Ländereien, aber auch ihren hervorragenden Geschäftsideen und -möglichkeiten. Was in aber besonders aufregte war der Hochmut den die Templer an den tag legten. Im Heiligen Land hatte der Templerkonvent absolute Macht ausgeübt, die dieser auch wieder in Zypern anwenden wollte und daher alle Anordnungen des Königs missachtete. Der König aber entschied, dass alle Untergebenen und Leibeigenen der Templer künftig eine jährliche Kopfsteuer von zwei Byzantinern zu zahlen hätten, worauf die Templer sich 1299 an den Papst wandten und dieser entschied, dass die Steuer des Königs nicht rechtens sei. Der König solle doch auch beachten, dass die Templer ihn bei einer Kriegsführung unterstützen würden und er das gewaltige Potential der Templer dann nutzen könne. Doch der König wollte davon nichts wissen, da er es am liebsten gesehen hätte, wenn der Tempelritterorden Zypern vollständig verlassen hätte. Die Templer jedoch rächten sich indem sie die internen Feinde des Königs unterstützten und die Bevölkerung gegen den König aufbrachten.
Ab 1299 setzte sich de Molay massiv dafür ein, zusammen mit anderen christlichen Streitkräften und im Bündnis mit den Mongolen das Heilige Land zurückzuerobern. Ein erster Angriff des persischen Khans Ghazan Ende 1299 erfolgte unter der Teilnahme armenischer Truppen sowie armenischer Templer- und Johanniter-Kontingente. Ghazan richtete zwei Schreiben an die Ritterorden auf Zypern, in der er um Unterstützung ersuchte. Er schickte diese Schreiben aber erst ab, als er schon wochenlang im Feld stand. Die auf Zypern ansässigen Kontingente konnten nicht mehr eingreifen. Ghazan eroberte im Dezember zunächst Aleppo. Am 24. Dezember 1299 errang der Khan mit seinen armenischen Verbündeten einen glanzvollen Sieg über die Mameluken bei Homs; wegen der schlechten Versorgungslage der mongolischen Reiterei musste man aber die Verfolgung der flüchtenden Feinde bald einstellen und vergab so die Chance auf einen nachhaltigen Erfolg. Dennoch gelang es ihnen, in den ersten Monaten des Jahres 1300 Syrien fast vollständig zu erobern. Zugleich verstärkte der Khan seine diplomatischen Bemühungen, damit die Ritterorden wieder Syrien übernehmen könnten. Für den November 1300 kündigte er einen neuen Feldzug an.
Im Frühjahr 1300 griff eine kleine Flotte, die aus Abordnungen der Templer, der Johanniter, des Königs von Zypern und des Khans bestanden, Ägypten an; Rosette und Alexandria wurden geplündert. Daraufhin wandte man sich nach Norden gegen Akkon und Tartus; ein Versuch, die Hafenstadt Maraclea einzunehmen, scheiterte aber. Molay betrieb die Koordination mit den Verbündeten und die Leitung der templerischen Beteiligung an den Unternehmungen von Zypern aus. Ende September brach Ghazan von Täbris auf, während Templer und Johanniter und der König von Zypern ihre Truppen auf der Insel Ruad vor Tartus in Stellung brachten. Doch ein ungewöhnlich strenger Winter brachte den Vormarsch der Mongolen zum Erliegen, und Ghazan musste den Angriff auf die Mameluken auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Einstweilen hielten die Templer die Insel und unternahmen von dort immer wieder Streifzüge auf das Festland. 1302 wurden sie von der Insel vertrieben und erlitten dabei schwere Verluste (siehe Belagerung von Aruad). Die mongolischen Angriffe scheiterten im Jahr 1303 endgültig und Ghazan starb im darauffolgenden Jahr. Dies bedeutete das Ende der christlichen Bemühungen, über Bündnisse mit den Mongolen zum Erfolg zu gelangen. De Molay blieb in den folgenden Jahren auf Zypern. Im Jahr 1306 kam es auf Zypern zu einer Revolte, in der der Bruder des Königs, Amalrich von Tyrus, die Macht auf der Insel übernahm. In die Revolte, die von Teilen des örtlichen Adels unterstützt wurde, hatten sich de Molay und Foulques de Villaret, der Großmeister der Johanniter, nicht eingemischt, waren aber im Folgenden bemüht, einen Ausgleich zwischen den verfeindeten Brüdern zu erzielen.
Im Jahr 1305 bestieg mit Papst Clemens V. ein neuer Papst den Heiligen Stuhl. Nachdem der Kampf mit den Mongolen gegen die Muslime nicht zu einem sinnvollen Ende führten, begannen wieder die unterschwelligen Überlegungen seitens des Papstes die Kraft der Ritterorden zu bündeln indem sie zusammengeführt werden sollten. Durch die Eroberung der Insel Rhodos durch die Hospitaliter/Johanniter im Jahr 1310 hatten diese eine für sie bessere Ausgangslage erhalten um ihre Unabhängigkeit weiter zu bewahren. Ebenso orientierten sich die die Deutschritter auf Preußen und dessen Eroberung, so dass sie eine eigene Machtbasis bildeten, damit auch ihre Eigenständigkeit erhalten blieb. Am 06. Juni 1306 schrieb Papst Clemens V. an die beiden Großmeister in Zypern in einem geheimen Schreiben und bat sie um eine Unterredung hinsichtlich einer Unterstützung der Kriegsführenden Partei Armeniens gegen die Muslime. Sie sollten außerdem mit so geringer Begleitung kommen wie möglich und niemanden von der Zusammenkunft berichten. Im Oktober 1306 brach de Molay nach Frankreich auf. Papst Clemens V. residierte zu dieser Zeit in Poitiers. Er hatte die Führer der Ritterorden eingeladen, um mit ihnen zwei Anliegen zu besprechen: die Vereinigung der Ritterorden und die Vorbereitung eines neuen Kreuzzuges. Beide Ordensmeister hatten dazu Denkschriften vorgelegt, über die nun beraten werden sollte (die de Molays sind erhalten). Aufgrund einer Erkrankung des Papstes wurde der Termin der Zusammenkunft aber von November 1306 auf das kommende Jahr verschoben.
In Zypern hatte de Molay den Ordensmarschall als Verweser eingesetzt und war selber, entgegen der päpstlichen Anweisung, mit dem kompletten Konvent von sechzig hochrangigen Tempelrittern nach Frankreich aufgebrochen. IN Paris angekommen ließ er den Templerschatz von 150000 Goldsolidi und so viel Silber, dass sie zwölf Pferde als Last ausmachten. Betrachten wir diese Entscheidung de Molay so erkennen wir heutzutage, dass der Orden nicht gewillt war sich einer Zusammenführung durch den Papst zu unterwerfen, sondern im Gegenteil sollte der Ordenshauptsitz sich auf Paris konzentrieren. De Molay schien es damals nicht bewusst zu sein auf welchem Vulkan er und seine Templerbrüder tanzten und dass die Anweisung des Papstes ein niedriges Profil in Frankreich zu wahren vermutlich die bessere Alternative gewesen wäre. Doch de Molay sah in dieser Warnung des Papstes weder Warnung noch Weissagung.
Der König von Frankreich empfing den Großmeister der Templer in allen Ehren und beabsichtigte nicht unbedingt den Untergang des Templerordens. Doch seine Einschränkung in für ihn günstige Konditionen erschienen Phillip dem Schönen als durchaus sinnvoll um seine eigene Macht zu vergrößern und den Templerstaat in Frankreich zu beseitigen. Danach begab sich de Molay zum Papst und wurde auch von diesem in allen Ehren empfangen. Dort sollte er seine Expertise zu einem möglichen neune Kreuzzug und zu einer Zusammenführung der Ritterorden abgeben. De Molay äußerte sich wie folgt: „Ein Kreuzzug kann nur dann gelingen, wenn er mit dem größten Eifer und einem ansehnlichen Heer unternommen wird. Darum müssen alle Fürsten des Okzidents Kriegsleute für diesen Kreuzzug stellen.“ Der Papst meinte daraufhin, dass der König von Armenien seine Hilfe anbot und diese doch ausreichen würde. De Molay widersprach aber und meinte, dass Genua, Venedig und alle anderen Seestädte mehr Sicherheit anboten als das unzuverlässige Armenien. Diese Städte wären für eine Überfahrt eines Heeres nach Zypern am besten geeignet. In Zypern sollten sich dann alle Kräfte bündeln und in einem Zug ins Outremer übersetzen. Die Ausrichtung sah einen Erfolg in einer schnellen und raschen Lösung als sichere Möglichkeit, eine langfristige unter Einbindung einer Eroberung von Ägypten als nicht ausführbar an. Hinsichtlich der Vereinigung der beiden Ritterorden sagte de Molay folgendes aus: „Papst Greogor X. hatte schon auf dem Konzil zu Lyon diese Vereinigung zur Sprache gebracht und ihr gehuldigt, allein sie unterblieb. Namentlich hieß der König von Spanien dieselbe nicht gut, da die geistlichen Ritterorden, vorzüglich der der Templer, dort zu Lande ersprießliche Dienste leisten.“ So wies der Großmeister daraufhin: „Das Neuste ist nicht allemal das Beste. Wenn die Orden in ihrer bisherigen Einrichtung so große Nutzen in Palästina gestiftet haben, so lässt sich dieses auch in der Folgezeit erwarten, ungewiss aber ist, ob die Orden vereint ihrem Zweck überhaupt oder im bisherigen Umfang genügen werden.“ Betrachten wir die Äußerungen de Molay genauer so erkennen wir, dass dieser sich überhaupt nicht in die Vereinigung der Ritterorden hineindenken konnte. Im Gegenteil betrachte er die Sachlage immer wieder aus der Sicht des Tempelritterordens. So sagte er das Neuste muss nicht immer das Beste sein, wobei er außer Acht ließ, dass gerade die Ritteroden in ihrem Bestehen viel zu wenig geleistet hatten, angetrieben durch ihre Eifersucht und Zwietracht. Und gerade eine Vereinigung einen besseren Zusammenhalt hervorbringen würde. Im Kampf gegen die Ungläubigen konnten nur Vereinigungen bestehen, die geeint, einträchtig und nützlicher gegen die Muslime vorgingen. Ebenso erschien es für die beiden Ritterorden als geistliche Orden unmöglich das Seelenheil der einzelnen Mitglieder außer Acht zu lassen und einem gemeinsamen Konstrukt Vorrang zu geben. Interessanterweise wechselten viele Templer nach der Auflösung des Templerordens zu den Hospitalitern über, um des kanonischen und geistigen Zwecks willen allein wurde wohl niemand sonst geistiger Ritter. De Molay behauptete auch in seinem Gutachten, dass die Templer viel freizügiger mit ihren Spenden verfahren würden und die Hospitaliter eher ihren Reichtum für sich sammeln würden. Aus der Historie wissen wir aber ziemlich sicher, dass von einer Freizügigkeit der Templer nie etwas in die Öffentlichkeit gelangt war. Der Templergroßmeister führte noch viele an den Haaren herbeigezogene Ansichten mit auf, doch letztendlich hatten sich die beiden Ritterorden bereits überlebt, da sie durch das Aufhören jeglicher Begeisterung im 13. Jahrhundert einen Todesstoß erhalten hatten. Das nun heraufziehende Unwetter, dass den Templerorden in seine kleinsten Teile zersplittern würde war nur noch das Ausklingen der Faszination dieser Ritterorden. Einer Idee die über zwei Jahrhunderte aber zehntausende von Menschen in den Tod getrieben hatte ging jetzt so langsam die Energie aus um noch weiter bestehen zu können.
Zwischen dem französischen König Philipp IV. und de Molay soll es zu Verstimmungen gekommen sein. Ein Grund war, dass der Schatzmeister des Ordens (siehe auch Templerschatz) gleichzeitig der Schatzmeister des Königs war, da die Templer die Staatsfinanzen in Frankreich verwalteten. Der Schatzmeister des Ordens hatte an Philipp IV. eine enorme Summe Geld verliehen, was aber der Zustimmung des Großmeisters bedurft hätte. Dazu kam nun, dass sich de Molay einer Vereinigung der Kreuzfahrer-Orden heftig widersetzte, von der Philipp IV. jedenfalls profitiert hätte, denn er rechnete sich gute Chancen aus, zum Großmeister eines vereinigten Ordens aufzusteigen. In Frankreich, England und Spanien kursierten allerhand Gerüchte über angebliche Verfehlungen der Templer. Die Vorwürfe betrafen häretische Praktiken wie Götzendienst, Verleugnung Christi im Aufnahmezeremoniell und Laienabsolution sowie mangelnde Wohltätigkeit, Habsucht und Anmaßung. Guillaume de Nogaret, ein Vertrauter des französischen Königs, hatte bereits 1305 Ermittlungen gegen die Templer eingeleitet, um belastendes Material zu sammeln. Dieses sollte in erster Linie dazu dienen, den Papst, dem der Templerorden unterstand, zu erpressen. Bei einer Unterredung mit dem König versuchte de Molay, einige Praktiken des Templerordens wie die Laienabsolution zu entschuldigen. De Molay ersuchte den Papst selbst um eine Untersuchung der Vorwürfe. Der Papst stimmte zu und behielt sich die Leitung der Untersuchungen vor. Er kündigte an, diese Untersuchungen in der zweiten Oktoberhälfte 1307 zu beginnen.
Am 24. Juni 1307 nahm de Molay am Generalkapitel des Ordens teil, dass er nach Paris einberufen hatte. Anschließend begab er sich wieder nach Poitiers. Am 24. August informierte Papst Clemens V. den König über die Einleitung von Untersuchungen gegen den Templerorden. Vorgeblich wegen der Schwere der Beschuldigungen beschloss Philipp, die Untersuchungen rechtswidrig an sich zu ziehen, und schob zunächst den Inquisitor von Frankreich vor, Guillaume de Paris. Im September trat daraufhin Gilles I. Aycelin de Montaigut, der Erzbischof von Narbonne, aus Protest gegen die Verletzung des Kirchenrechts von seinem Amt als Kanzler des Königs zurück. Sein Nachfolger wurde Guillaume de Nogaret. Anfang Oktober kehrte de Molay nach Paris zurück. Am 12. Oktober nahm er dort als Mitglied des Ehrengeleits an den Trauerfeierlichkeiten für Catherine de Courtenay teil. Am nächsten Tag, Freitag, dem 13. Oktober 1307, wurden auf Befehl des Königs die Templer verhaftet. Unter den Festgenommenen in der Pariser Templerburg (dem „Temple“) war auch der Großmeister Jacques de Molay. Nur wenigen Templern gelang die Flucht. Am 24. Oktober wurde de Molay zum ersten Mal von den Inquisitoren vernommen. Er gab zu, bei seiner Aufnahme in den Orden aufgefordert worden zu sein, Christus zu verleugnen und auf das Kreuz zu spucken. Er habe dies widerwillig befolgt und auch nur neben das Kreuz gespuckt. Er bestritt entschieden, dass die Ritter bei der Aufnahme aufgefordert würden, im Falle sexueller Begierden zu homosexuellen Handlungen Zuflucht zu nehmen. Auch Geständnisse anderer Templer in den ersten Verhören im Oktober und November lieferten die gewünschte Bestätigung der vermuteten Häresie. Nogaret verwendete die Geständnisse sogleich für einen Propagandaschlag, mit dem nicht nur die Templer, sondern auch der Papst diskreditiert werden sollte. Philipp IV. forderte die Herrscher in Europa auf, gegen die Templer vorzugehen, sein Aufruf blieb aber zunächst folgenlos. Erst als der Papst die Verhaftung der Templer in der Bulle Pastoralis praeeminentiae vom 22. November 1307 anordnete, wurden die Templer auch in England, Zypern, Italien oder Aragon festgesetzt. Allerdings nahm die Verfolgung der Templer nirgendwo solche Ausmaße an wie in Frankreich. Der Papst versuchte, die Überstellung der verhafteten Templer in die Obhut der Kirche zu erreichen, was von Nogaret mit allen Mitteln hintertrieben wurde.
Der König drängte den Papst, nun auch die Aufhebung des Templerordens zu verfügen, aber dieser wollte sich selbst ein Bild machen. Er sandte zwei Kardinäle zu de Molay. Erst als der Papst dem König die Exkommunikation androhte, wurden diese zu de Molay vorgelassen. De Molay widerrief sein Geständnis und beklagte sich über die schlechte Behandlung. Wahrscheinlich war er gefoltert worden. Er verließ sich in der Folge auf die Unterstützung des Papstes, da er davon überzeugt war, dass dem Orden keinerlei häretische Verfehlungen vorzuwerfen waren. Dem Papst wurden sorgfältig ausgewählte Gefangene zur Weiterführung der Untersuchungen nach Poitiers überstellt. Ausgerechnet die Würdenträger des Ordens, unter ihnen de Molay, waren aber nach Auskunft der königlichen Untersuchungsbehörden zu schwach für eine Reise nach Poitiers. Angeblich wegen ihrer Erschöpfung wurden sie vom König in der Burg Chinon aufgenommen. Dort wurde de Molay im August 1308 neuerlich verhört, auch in Anwesenheit von Kardinälen. Er wiederholte dort sein erstes Geständnis. Der Papst musste schließlich einem zweigleisigen Verfahren zustimmen. Die Ermittlungen gegen einzelne Ritter blieben in der Hand der königlichen französischen Verwaltung, nur das Verfahren gegen den Orden sollte der Kurie unterstellt bleiben. Die Urteilsfindung über die Ordensleitung behielt sich der Papst persönlich vor. Am 26. November 1309 wurde de Molay der päpstlichen Untersuchungskommission in Paris vorgeführt. Er verweigerte weitere Aussagen und verlangte, sich und den Orden vor dem Papst persönlich zu verteidigen. Auch bei seiner letzten Einvernahme im März 1310 beharrte er auf seiner Position. Zu einer Begegnung zwischen dem Papst und de Molay kam es jedoch nicht mehr.
Die päpstliche Untersuchungskommission war bald zu teilweise anderen Ergebnissen gelangt als die Kommissionen des Königs. Damit drohte die Angelegenheit dem König neuerlich zu entgleiten. Nogaret und Philipp verwendeten daraufhin den Erzbischof von Sens, Philippe de Marigny, als ihr Werkzeug. Marigny war ein Bruder von Enguerrand de Marigny, einem der engsten Vertrauten des Königs. Er führte nun den Vorsitz über das Richterkollegium von Paris, dem die Aburteilung der Templer in dieser Diözese oblag (das Bistum Paris war damals dem Erzbischof von Sens unterstellt). Die Templer, die vor der päpstlichen Kommission aussagten, um den Orden zu verteidigen, wurden von Marigny als rückfällige Ketzer neuerlich angeklagt und unverzüglich auf den Scheiterhaufen geschickt: Am 12. Mai 1310 wurden 54 Templer in Paris verbrannt. Damit wurde der langsam aufkeimende Widerstand der Templer in den Verfahren endgültig gebrochen. Am 22. März 1312 erklärte der Papst den Templerorden auf dem Konzil von Vienne für aufgelöst. Ein von der Historikerin Barbara Frale im Geheimarchiv des Vatikans aufgefundenes Handschreiben Papst Clemens’ aus jener Zeit belegt, dass dieser von der Schuld des Ordens nicht überzeugt war. Als er die Aufhebung des Ordens verfügte, tat er dies nicht wegen nachgewiesener Verfehlungen des Ordens, sondern weil der Ruf des Ordens so stark beschädigt worden war, dass an eine Wiedererrichtung nicht zu denken war.
Als der Papst endlich eine Kommission zu Verurteilung der verbliebenen Ordensoberen einsetzte, waren diese seit rund vier Jahren in der Burg Gisors inhaftiert: Neben Jacques de Molay waren dies der Meister der Normandie Geoffroy de Charnay sowie Hugues de Pairaud und Geoffroy de Gonneville. Die drei vom Papst eingesetzten Kardinäle Nicolas Caignet de Fréauville, Arnaud d’Auch und Arnaud Novelli traten im März 1314 in Paris zusammen. Am 18. März 1314 wurde das Urteil auf dem Platz vor der Kirche Notre Dame öffentlich verkündet, das auf lebenslange Haft lautete. Als de Molay und de Charnay das Urteil vernommen hatten, fühlten sie sich vom Papst verraten. Sie protestierten heftig und widerriefen alle ihre früheren Geständnisse. Die beiden anderen schwiegen. Während sich die päpstliche Gerichtskommission zu einer weiteren Beratung zurückzog, beschloss Philipp, der bei der Urteilsverkündung nicht anwesend war, die sofortige Hinrichtung von Jacques de Molay und Geoffroy de Charnay: ein neuerlicher Rechtsbruch des Königs, da er handelte, ohne das Urteil der Kirche abzuwarten, was auch der anwesende Inquisitor Bernard Gui feststellte. Am Abend desselben Tages wurden Jacques de Molay und Geoffroy de Charnay auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Auf den Ort der Hinrichtung weist heute eine kleine Gedenktafel hin an der Westseite des Pont Neuf auf der Île de la Cité in Paris. Die Plakette befindet sich am Fuß der Brücke, an der Mauer gegenüber dem Eingang zum Park an der Westspitze der Insel.
Historisches Umfeld und Hintergründe
Die Lage der Kreuzfahrerstaaten im Heiligen Land war seit 1258 von den Einfällen der Mongolen und den Auseinandersetzungen mit dem ägyptischen Sultanat der Mameluken geprägt. Bohemund VI., der Graf von Tripolis und Fürst von Antiochia, und Hethum I., der König von Kleinarmenien, arrangierten sich mit den Mongolen und leisteten ab 1247 Tributzahlungen. Sie setzten auf die Mongolen als Unterstützer gegen die Mameluken. Das Königreich Jerusalem schwankte, ob es eher den Mameluken oder den Mongolen zuneigen sollte. Obwohl sich das Königreich Jerusalem anfangs neutral verhielt und den Mameluken den Durchzug durch sein Territorium gestattete, konnte es nicht verhindern, dass sich die Angriffe des Sultans Baibars I. auch gegen die Kreuzfahrerstaaten richteten. 1268 fiel neben anderen Festungen auch Antiochia. Als Ludwig IX., der das Sultanat vom Westen angreifen wollte, 1270 in Tunis starb, fiel Baibars in die Grafschaft Tripolis ein und nahm zahlreiche Festungen der Templer, Johanniter und des Deutschen Ordens ein. Im April 1272 konnte der englische Thronfolger Eduard einen Waffenstillstand mit den Mameluken schließen. Die Mameluken aber brachen die Waffenstillstände nach Belieben. Angriffe der Mameluken führten 1289 zum Fall von Tripolis und 1291 zum Fall von Akkon. Danach brachen die Kreuzfahrerstaaten endgültig zusammen. Der Papst und die nach Zypern zurückgedrängten Kreuzfahrerbarone sowie die Ritterorden bemühten sich nun verstärkt um eine Kooperation mit dem persischen Mongolenkhanat, mit dem Ziel, die von den Mameluken zurückzuerobernden Gebiete untereinander aufzuteilen. Khan Ghazan konnte im Jahr 1300 Syrien großteils erobern. Er wurde jedoch schließlich von den Mameluken besiegt. Als er 1304 starb, bemühte sich sein Nachfolger um eine Lösung am Verhandlungstisch. Die Taktik des Abendlandes, sich mit den Mongolen zu verbünden, war damit gescheitert.
Die beiden großen Kreuzfahrerorden, die Templer und die Johanniter, aber auch die kleineren Orden nahmen nach dem Fall der Kreuzfahrerstaaten Quartier auf der Insel Zypern, auf der sie bereits Güter besaßen. Die unabhängigen Orden mit ihren kampferprobten Truppen und ihren umfangreichen Besitzungen beschränkten de facto die Verfügungsgewalt des Königs von Zypern über die Insel. Andererseits aber benötigte der König die Ritter zum Schutz gegen eventuelle Angriffe der islamischen Streiter. De Molay hatte also den König von Zypern davon abzubringen, die Templer zu besteuern und den weiteren Erwerb von Gütern zu verbieten. Dieses Problem stellte sich auch den anderen Orden auf der Insel. De Molay ging es auch um eine Reform des Ordens. Als sich die Templer nach dem Rückzug nach Zypern nicht mehr ständig im Krieg befanden, wollte er die Ordensregeln in einigen Punkten verschärfen. Das Ansehen der Ritterorden war gesunken, da man sie für den Verlust des Königreich Jerusalems verantwortlich machte. Man warf etwa den Templern vor, sie hätten lieber Waffenstillstandsverträge abgeschlossen, anstatt die Feinde zu bekämpfen. Auch dass die einzelnen Orden oftmals untereinander zerstritten waren, hatte dem Ruf der Ritterorden nachhaltig geschadet.
De Molay bemühte sich darum, dass sein Orden die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür erhielt, seiner Verpflichtung zur Wohltätigkeit nachkommen zu können. Bereits beim Zweiten Konzil von Lyon 1274 hatten sich die Templer gegen den Vorwurf mangelnder Wohltätigkeit verteidigen müssen. Schon damals war auch die Forderung geäußert worden, die Ritterorden zu vereinigen. Diese Forderung wurde nach dem Verlust der Kreuzfahrerstaaten lauter. Von einer Zusammenlegung der Orden versprach man sich eine größere Effizienz bei weiteren Kreuzzügen zur Wiedergewinnung des Heiligen Landes. De Molay wollte dagegen das Weiterbestehen und die Unabhängigkeit seines Ordens sicherstellen. Ein wesentlicher Faktor waren ab 1305 die Ambitionen des französischen Königs Philipp IV. Von verschiedenen Seiten war der Vorschlag gemacht worden, dass an der Spitze eines vereinigten Kreuzritter-Ordens ein König stehen sollte. Der König von Sizilien schlug den französischen König vor, während sich etwa die Aragonesen den Vorschlägen widersetzten. Philipp IV. war schon wegen des finanziellen Aufwandes nicht an einem Kreuzzug interessiert, aber die Verfügungsgewalt über die bestens trainierten und kampferfahrenen Kreuzrittertruppen und der Zugriff auf ihr Vermögen erschienen ihm verlockend. Philipp beabsichtigte nicht von vornherein die Zerschlagung des Templerordens, vielmehr wollte er dessen Erbe antreten. Die geistlichen Ritterorden unterstanden ausschließlich dem Papst, sie waren von allen weltlichen und kirchlichen Abgaben befreit. Ihre Güter, die sie in großer Zahl in allen europäischen Königreichen besaßen, waren de facto exterritoriale Gebiete. Man sagte den Ritterorden gewaltige Reichtümer nach. Ihre starken Kampfverbände wurden von einigen Herrschern als eine Bedrohung ihrer Macht gesehen. Philipp IV. versuchte beständig, die Päpste unter Druck zu setzen. Mit Bonifaz VIII. geriet er in Streit, weil er die Steuereinnahmen der französischen Kirche für sich beanspruchte. Nachdem von seinem Vertrauten Guillaume de Nogaret und zwei Kardinälen aus dem römischen Adelsgeschlechts der Colonna ein Attentat durchgeführt wurde, an dessen Folgen der Papst verstarb, verlangte er von dessen Nachfolger Clemens V. mit allem Nachdruck eine Verurteilung Bonifaz’.
Der Fluch: Fakten und Legende
Die spektakuläre Zerschlagung des Templerordens und die Hinrichtung des Großmeisters, dazu die zahlreichen Geheimnisse, die den Ritterorden zu umgeben schienen, führten zu einer Unzahl von Legenden. In den zeitgenössischen Berichten und Chroniken jener Zeit wird jedoch kaum auf die Person de Molays eingegangen. Lediglich die in zahlreichen Abschriften verbreitete Schrift De casibus virorum illustrium des Italieners Giovanni Boccaccio widmet dem Großmeister breiten Raum, ohne jedoch Anhaltspunkte für eine legendarische Ausschmückung zu bieten. Boccaccios Vater, ein florentinischer Händler, war Augenzeuge des Geschehens in Paris geworden. In den Chroniken des 14. und 15. Jahrhunderts finden andere Ereignisse um die Templer mehr Aufmerksamkeit als der Tod des Großmeisters: vor allem die Verbrennungen der Templer im Jahr 1310, der Prozess insgesamt und die Zuweisung des Ordensvermögens an die Johanniter. Nur drei Chronisten des 15. Jahrhunderts erwähnen die Hinrichtung de Molays, wobei in einer Chronik aus Flandern de Molay mit Guillaume de Beaujeu verwechselt wird, in der Chronographia Regum Francorum wird zudem die Hinrichtung von 1314 mit der Templerverbrennung von 1310 verwechselt.
Einen besonderen Rang nimmt in der Legendenbildung der Fluch Jacques de Molays ein, den er gegen den König und den Papst ausgestoßen haben soll. Folgt man den zeitnahen Berichten – also der durch einen Anonymus verfassten Fortsetzung der Chronik von Nangis – und dem Chronisten Geoffroy de Paris sowie dem Bericht Giovanni Villanis, ergriff Molay das Wort erst, als er vor den Kardinälen stand, wo er die Reinheit des Ordens beteuerte, und dann auf dem Scheiterhaufen. Ehe dieser in Brand gesteckt wurde, bezeichnete er sich als guten Christen und rief Gott um seinen Beistand an. In all diesen Berichten wird weder von einem Fluch noch von ausführlichen Reden berichtet. Dennoch begleitet die Geschichtsschreibung der Templer seit jeher das Gerücht, de Molay habe auf dem Scheiterhaufen eine wohlformulierte Rede gehalten, in der er den König Philipp IV. und den Papst Clemens V. binnen Jahresfrist vor den Richtstuhl Gottes lud, und er habe das baldige Aussterben der Kapetinger angekündigt. Papst Clemens V. starb dann tatsächlich auch bereits am 20. April 1314, vermutlich an Krebs. Philipps Tod am 29. November 1314 nach einem Jagdunfall wurde von seinen Untertanen als Befreiung von einer Gewaltherrschaft angesehen.
Wie die Historikerin Colette Beaune untersuchte, galten die Kapetinger unabhängig von de Molay als verfluchtes Geschlecht. Ein Fluch galt damals als Hilferuf um himmlische Gerechtigkeit, und der Hilferuf galt als erhört, wenn ein gewaltsamer Tod denjenigen ereilte, auf dem er lastete. Die Sünden des Königshauses, die von den Zeitgenossen Philipps IV. als Gründe für einen Fluch angeführt wurden, waren: Ehebruch bei den Schwiegertöchtern des Königs, hohe Steuerlasten und eine Wirtschaftskrise, hervorgerufen durch Münzverschlechterung, die viele Menschen ins Elend gebracht hatte, dazu die Verfolgung Papst Bonifaz’ VIII. und der Anschlag von Anagni. Bei Villani ist es ein Bischof, der nach dem Attentat auf den Papst den Fluch ausspricht. Andere Chronisten schreiben sogar Bonifaz selbst den Fluch zu.
Der Fluch wurde schließlich auf Clemens V. ausgedehnt, und zwar zur Zeit der Templerprozesse. Ein Chronist aus Vicenza, Ferreto de Ferretis, berichtet im Jahr 1330 im Anschluss an seine Darstellung des Konzils von Vienne von einem unbekannten Templer, der vor dem Papst erschien und erfolglos gegen sein Todesurteil protestierte. Dieser Templer soll auf dem Scheiterhaufen den Papst und den König verflucht und beiden den Tod binnen Jahresfrist angekündigt haben.
Erst im 16. Jahrhundert wird die Geschichte de Molays immer weiter ausgeschmückt und schließlich seine Einlassung vor den Kardinälen zu einer einzigen Rede zusammengefasst. Paolo Emili aus Verona (1460–1529) legt in seiner von König Franz I. in Auftrag gegebenen Chronik De rebus gestis Francorum von 1517 Jacques de Molay den berühmten Fluch in den Mund – hier noch, bevor er den Scheiterhaufen besteigt. Alle nachfolgenden Geschichtsschreiber haben den Fluch übernommen, der bei ihnen nun vom Scheiterhaufen herab verkündet wird.
